Wenn das Alte vorbei ist und das Neue noch nicht da

Wenn das Alte vorbei ist und das Neue noch nicht da

29. Juni 2018 Aus Von Ilona

Phasen der Übergänge sind chaotisch und tun weh

Traurigkeit, Schmerz und Angst, Einsamkeit, Niederlagen und Selbstzweifel gehören zum Leben dazu. Auch wenn wir gern auf sie verzichten würden, wir können sie weder vermeiden noch gänzlich abschaffen. Unklug ist es, diese Zeiten der Übergänge einfach schnell durchwandern zu wollen, denn auf lange Sicht bremsen sie unsere Lebenszufriedenheit. Letztendlich sind diese zugegebenermaßen unangenehmen Zeiten jene, in denen wir weiterkommen und uns entwickeln – auch dann, wenn etwas zu Ende geht, von dem wir glaubten, dass es für „immer und ewig“ halten würde.

Sei es ein Umzug, ein neuer Job oder eine Trennung durch Tod oder das Beenden einer Beziehung, all das ist an Schmerz geknüpft, weil wir das Alte loslassen müssen, um das Neue empfangen zu können. Besonders hart treffen uns diese Situationen, wenn wir uns auf diese nicht vorbereiten konnten, sondern sozusagen überraschend ins kalte Wasser geschmissen werden. Weh tut es auch dann, wenn wir bereits länger über Alternativen in unserem Leben nachdenken, und diese dann irgendwann eintreten. Wir merken vorher, wie wir uns verändern, und uns in unserem eigenen Leben nicht mehr zu Hause fühlen. Dann gibt es noch den Fall, in denen etwas Erwartetes nicht eintritt. Nichtereignisse zwingen uns ebenfalls, Hoffnungen zu beerdigen. Es gibt keine Heirat, man wird nicht Eltern oder Großeltern, werden doch nicht Schauspieler, ein schlanker Mensch oder nie mehr völlig gesund. An all diese Ereignisse knüpfen sich Übergänge, in denen es uns nicht gut geht.

Umstellen und einstellen

Unser Leben verändert sich und es verändert uns. Wir müssen uns umstellen und einstellen und das in einem Zustand, der nicht mehr gilt. Wir bereiten uns auf eine neue Lebensphase vor. Doch bevor das Neue beginnt, gilt es zunächst, den Abschiedsschmerz zulassen. Ablenkung, so hoffen viele vergebens, hilft über den Tod eines geliebten Menschen, den Verlust des Arbeitsplatzes, das Ende eines langen gemeinsamen Lebensweges hinweg. „Das Leben geht weiter,“ hört man in solchen Situationen oft. Doch das Leben geht nicht einfach weiter.

Übergänge in ein neues Leben sind schwierig

Warum ist das „Dazwischen“ so schwierig? Es bedeutet oftmals Chaos, das Aushalten von Leid, Stillstand und auch Verzweiflung. Man erlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle und kennt sich in seinem eigenen Leben nicht mehr aus. Das Ende einer Ehe, einer vertrauten Situation, einer beruflichen Tätigkeit, zwingt uns, über uns selbst nachzudenken und eine zeitlang orientierungslos umherzuirren. Vielleicht erinnert uns die Situation auch an die Vergangenheit, an einen Lebensabschnitt, der uns sehr weh getan hat und wir fürchten uns davor, einen alten Schmerz wieder zu erleben. Wir empfinden uns hilflos, weil weder das Alte noch das Neue Gültigkeit hat.

Hilfreich in all der Orientierungslosigkeit ist der Mut für die tatsächliche Ablösung vom Alten. Es ist notwendig zu akzeptieren: Das alte Leben ist vorbei. Auch wenn die Ablösung plötzlich geschehen kann: Die Auflösung hingegen geschieht nach und nach. Das eigene Verhalten, Gewohnheiten und Denkmuster müssen durch nach und nach durch neue abgelöst werden. Das erleben wir als eine Phase der Labilität. Sie ist mit Angst, Spannung und nicht selten mit Selbstzweifeln verbunden. Die Frage „Wer bin ich?“ kann nicht mehr und noch nicht eindeutig beantwortet werden.

Vertrautes Terrain verlassen

Wie eine Schlange legen wir unsere alte Haut ab und legen uns eine neue zu. Nach und nach wird immer deutlicher, dass sich unsere Welt desillusioniert hat. In dieser Situation helfen Rituale, diesen Prozess zu gestalten. Es ist gut, vertrautes Terrain zu verlassen, sich einen neutralen Rückzugsort zu suchen, an dem man wenigstens zeitweise mit sich alleine ist und frei von Erinnerungen. Das kann zum Beispiel ein Platz in der Natur sein. Auch ein Tagebuch zu führen kann helfen, denn dort können ungeniert Fragen beantwortet werden wie: Was geht in mir vor? Was geschieht mit mir, welche Entscheidungen würde ich gern treffen? Von was träume ich? Durch das Aufschreiben werden einem diese Dinge bewusst, die einem sonst nur vage zugänglich sind – abgesehen davon, wird man ohne Rituale verführt, über diese Lebensphase hinweg zu huschen. Vielleicht erkennt man am Ende diese Phase das Neue. Es kommt mit leisen Signalen als Idee, als ein Traum oder durch einen Menschen, der einem eine Tür in eine andere Welt öffnet. Und dann werden Sie wissen, dass es Zeit ist das Alte los zu lassen und Sie freuen sich auf das, was kommt. Sie wünschen sich in dieser anstrengenden Lebensphase Unterstützungen und jemanden, der Sie auf dem Weg durch Ihren Gefühlsdschungel begleitet? Dann rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir. Ich nehme mir gern Zeit für Sie in Ihrer Phase des Übergangs.