Raus aus der Bequemlichkeitsfalle!

Raus aus der Bequemlichkeitsfalle!

11. Juli 2018 Aus Von Ilona

Wenn der Alltag einen nur noch anödet und Beziehungen im Morast des Alltags erstickt sind, dann merken wir spätestens: Es ist an der Zeit etwas zu verändern, denn wir fühlen uns alles andere, nur nicht mehr wohl. Frustriert stellen wir im schlimmsten Fall fest: Wir sitzen in der Bequemlichkeitsfalle.

Stabile Verhältnisse können lähmend sein. Man sehnt sich nach der wilden Zeit seiner Jugend, in der noch alles offen stand und nicht in geregelten Bahnen verlief, weil diese erstmal verlegt werden mussten. Mit den Jahren ist alles geregelt und vorhersehbar geworden, Überraschungen sind tatsächlich welche, denn eigentlich ist der Spielraum für sie denkbar klein. Sicherheit hat ihren Preis: Oft bezahlt mit seelischem Schmerz aufgrund fauler Kompromisse. Dann und wann hat man zwar den Mut, ganz für sich den Begriff „Sackgasse“ in den Zahnputzbecher zu murmeln. Aber eine wirkliche Veränderung leiten wir damit nicht ein. Dabei ist es nicht mal erheblich, ob wir damit die Lebensverhältnisse meinen oder müde gewordene Liebesbeziehungen.

Stecken Sie in der Bequemlichkeitsfalle?

Der Job ist längst keine Übergangslösung mehr, die er mal war. Tag für Tag wurde daraus eine ungeliebte Dauerlösung, von der wir irgendwie nicht mehr weg kommen. Es ist eine Qual jeden Tag an den verhassten Schreibtisch zu gehen. Oder: Langeweile und Routine hat unseren Partner zu einem Fremden werden lassen. Jeder hat seine eigene Parallelwelt – nichts geht mehr, noch nicht mal eine Trennung. Eines Tages, wenn das Unwohlsein nicht mehr zu verleugnen ist, müssen Sie sich eingestehen: Sie stecken tief drin in der Bequemlichkeitsfalle.

Alles Geregelte hat zwar seine Vorteile und ist nicht wirklich dramatisch schlecht, aber dennoch werden wesentliche Bedürfnisse nicht oder zu wenig befriedigt. Auf Dauer wird die Komfortzone zum goldenen Käfig. Merkmale des Stillstandes sind: Träume von Alternativen, Neid auf das Glück anderer, das Unterdrücken von Wut, Ärger und Frust um des lieben Friedens willen. Langeweile, Unlust, innere Leere, Selbstverachtung für die Schwäche etwas zu ändern, für seine Bequemlichkeit und Feigheit sind weitere Indizien.

Den persönlichen Stillstand aufgeben

Wieso ist für viele Menschen die Hürde so hoch, den persönlichen Stillstand aufzugeben? Ist die Angst vor der Aufgabe des austarierten Gleichgewichts so übermächtig? Ist die Furcht vor dem Unverständnis und der Enttäuschung anderer, wenn man diesen Status quo einfach kündigt, größer als der Wunsch, sich davon zu befreien? Es scheint fast ein bisschen so wie bei einem Vogel, der sich daran gewöhnt hat, im Käfig zu leben. Irgendwann bleibt er drin, auch wenn die Tür offen steht. Ein anderes Bild ist das von Kühen auf der Weide. Wenn sie ihre Wiese verlassen wollen, sorgt der Elektrozaun zunächst einmal für Schmerz. Als Mensch hätte man den Vorteil, dass hinter dem Elektrozaun kein Bauer ist, der uns inmitten unseres Revoluzzertums wieder in den Stall bringt.

Bereits Shakespeare lässt Hamlet über „Das Übel was wir kennen“ sinnieren – es wird lieber akzeptiert, ertragen und verdrängt als geändert. Befriedigung verschaffen Tagträume und Fantasiereisen, Zerstreuung bietet der Fernseher, der Computer, das Handy, Essen, Trinken, die Arbeit oder Sport. All diese Tools helfen, die unangenehmen Gefühle zu betäuben, damit man die Bequemlichkeitsfalle erträgt. Um noch in den Spiegel schauen zu können, wird in der nächsten Phase des Unwohlseins, gejammert und geschimpft. Man sucht einen Schuldigen für das persönliche Dilemma. Die Uneinsichtigkeit der Anderen, deren Unverschämtheiten, bringen uns regelmäßig in Rage und machen und bärbeißig. Wir schimpfen über die Verhältnisse, auch die politischen. Jeder ist schuld, nur man selbst natürlich nicht. Das schafft innerlich Luft – aber nur eine Zeitlang.

Planen hilft der Veränderung

Was hilft gegen diese konsequent penetrante Vermeidungs- und Verleugnungsstrategie? Geistige Disziplin! Planen und entscheiden Sie (endlich) selbstkritisch. Nur so kommen Sie erfolgreich durch den Elektrozaun. Denn mal Hand auf’s Herz: Eigentlich wissen Sie doch, was Sie verändert wollen und Sie haben auch schon mindestens eine leise Ahnung wie, oder? Machen Sie daraus einen konkreten Plan und setzen Sie sich selbst zeitnahe Fristen. Manchmal hilft es die eigenen Ängste und Zweifel aufzuschreiben, um ihnen die Macht zu nehmen.

Geistige Disziplin wird Ihnen auch helfen, eine ehrlich Rückschau zu absolvieren: Warum sind Sie denn überhaupt in diese Situation geraten? Aber bitte: Nicht wieder einen Sündenbock suchen! Sie leben Ihr Leben! Es tut kein anderer für Sie! Und vermeiden Sie es, das bunte Karussell der Nabelschau zu besteigen. Denn Selbstzerfleischung und die permanente Auseinandersetzung mit sich selbst, wird Sie nicht aus der Bequemlichkeitsfalle tragen.

Gefragt ist Selbsterkenntnis

Überlegen Sie: Ist es vielleicht das Leitmotiv ihres Lebens, was Sie heute in diese Situation gebracht hat? Ist Ihnen der Schmerz einer Trennung bereits bekannt und Sie haben Angst vor einer Wiederholung? Leiden Sie unter Versagensängsten? Warum ist Ihnen die Sicherheit so wichtig? War Sicherheit die Maxime ihres Elternhauses? Oder genießen Sie es, „gebraucht“ zu werden, scheinbar unverzichtbar zu sein? Die Ergebnisse dieser selbstkritischen Analyse sollten nicht darin münden, Schuldzuweisungen zu ersinnen oder Psyeudoerklärungen für die eigene Passivität abzugeben. Vielmehr geht es darum, die eigenen Schwächen und Anfälligkeiten für sich zu erkennen, um eine Strategie zu überlegen, die sie aus der Bequemlichkeitsfalle befreit. Sie haben nicht nur Schwächen! Sie haben auch jede Menge Stärken!

Damit die Veränderung tatsächlich gelingt, brauchen Sie nicht nur einen Plan, sie brauchen vor allem auch ein Ziel. Was motiviert uns, dieses Ziel zu erreichen? Die Bequemlichkeitsfalle bleibt nämlich nur so lange zugeschnappt, bis das Bild des Besseren uns magisch anzieht. Und – so schmerzhaft es auch sein kann: Das neue Leben ist nur zu haben, wenn man das alte konsequent hinter sich lässt. Was wollen Sie wirklich? Sie haben schon eine Idee? Oder brauchen Sie Unterstützung, um herauszufinden, wer Sie sein wollen und wie Ihr neues Leben aussehen soll? Dann rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir. Ich nehme mir gern Zeit für Sie.