Vom menschlichen Geist

Vom menschlichen Geist

5. Mai 2018 0 Von Ilona
 
Anthroposophie ist die Wissenschaft vom Geist. Damit hat das Erbe von Rudolf Steiner einen ungeheuren Anspruch, wird doch der Geist in dieser unserer Zeit ebenso zweifelhaft wie nebulös empfunden. Wird der moderne Mensch mit dem Thema „Geist“ konfrontiert, zuckt er nicht selten mit den Achseln. Das ist schade, denn die Anthroposophie, die sich der Erforschung des Geistes verschrieben hat, ist eine überwältigende Erweiterung der eigenen Weltanschauung. Es erschließt sich einem eine andere Stellung zur Umwelt, angefangen bei der Pflanze, über die Tiere bis hin zu anderen Menschen und letztendlich auch zu sich selbst. Dabei geht es bei der Auseinandersetzung mit Anthroposophie nicht darum, aus egoistischen Motiven Schätze dieser erweiterten Weltanschauung zu sammeln. Das Wissen darf, so hat Rudolf Steiner nicht selten gemahnt, nicht kalt in einem selbst ruhen, sondern das Wissen soll ein Feuer entfachen, damit die Erkenntnis im Leben wirksam wirkt, indem es vom Kopf ins Herz rutscht und zu einer Erlebnisvertiefung und Erweiterung des Gefühlslebens wird. Man gewinnt als Anthroposoph besondere Achtsamkeit dem Leben gegenüber. Das Bewusstsein darüber, was man anderen verdankt, auch denen, die Widerstände bieten, die letztendlich an einem bilden, sollten einen tieferen Zusammenhang erkennen lassen. Sie darf nicht nur Weltanschauung bleiben, sondern will erfühlt und erlebt werden und gelebt werden in dieser Welt. Dieser Aufgabenstellung gehe ich nicht aus dem Weg, sondern nehme sie an und reflektieren sie auf diesen Seiten – nicht zuletzt mit meinem Angebot an Sie.

Geistiges erkennen

In der heutigen Zeit ist es ausgesprochen fordernd, von Geist zu sprechen, da unsere Gesellschaft kaum noch eine Verbindung zum Geistigen erkennen lässt. Am ehesten wird der Geist von den Menschen noch erlebbar, wenn er dem Stofflichen gegenüber gestellt wird und damit ein Gegensatz gebildet wird. Materie ist das, was man sehen kann und Geist ist das, was sich dieser Art der Betrachtung entzieht. Er ist übersinnlich, greift aber in das Sinnliche ein. Der Geist ist etwas, was man in sich fühlt, ohne dass man ihn mit den üblichen Sinne begreifen könnte. Die Abgrenzung zur Seele ist ebenfalls schwierig, wobei einem die Anthroposophie bei dem Ringen um ein Verständnis hilft: Der Geist ist, während der Seele etwas gefällt oder auch nicht. Die Seele hat die Grundkräfte Antipathie oder Sympathie. Der Geist hingegen fragt nach dem Wesen, das unabhängig davon ist, was gefällt. Die Unterscheidung zwischen dem Geistigen und dem Seelischen ergibt sich aus der Tatsache, dass der Geist objektiv, die Seele hingegen subjektiv ist.

Geist, Seele und Leben

Diese Unterscheidung hilft uns weiter, ist aber nicht alles, denn das Übersinnliche tritt uns dreifach entgegen: Neben dem Geist und der Seele ist bereits das Leben als solches Übersinnlich. Die Offenbarung, also die Erscheinung des Lebens,  sehen wir zwar im Lebendigen, aber das Leben als solches sehen wir nicht. Wir Menschen sind demnach in dreierlei übersinnliche Welten gestellt. Die Schöpfung ging noch vom Wesen aus, denn in der geistigen Welt gibt es nur geistige Wesen und ihren Taten. Im Laufe der Menschheitsentwicklung haben sich die Schöpfermächte Stück für Stück von ihrem Werk zurück gezogen. Im ersten blieb die Offenbarung der Schöpfung: Die Seelenwelt, die in der Anthroposophie Astralwelt genannt wird. Bedingt durch einen weiteren Rückzug der Schöpfermächte, blieb die Wirksamkeit der Schöpfung, das Ätherische. Schließlich haben die Götter auch die Wirksamkeit herausgezogen und es blieb das Abbild des Wesens, die physische Welt, also das mineralisch-tote. Alle drei Welten sind in der unseren vereint. Sie werden zusammengehalten vom Wesen der Erde, dem Tod, der am Ende eines jeden Lebens steht und das Tor zur geistigen Welt öffnet. Wie erlebt der Mensch die Umwelt und die Welt überhaupt? Unsere Sinne sind die Tore zur irdischen Welt. Über die Sinne nehmen wir wahr und diese erzeugen eine Empfindung, eine Sinnesempfindung, und unser geistiges Wesen antwortet darauf mit einer Vorstellung. Dadurch sind wir denkende Wesen, weil wir in der Lage sind, auf die Sinneseindrücke mit Vorstellungen zu antworten, durch eine Aktivität der Seele, die sie der Außenwelt entgegenbringt. Mit den verschiedenen Sinnen sind wir ganz unterschiedlich mit der Welt verbunden. Je nach Sinn, durch den uns ein Eindruck von der Welt vermittelt wird. Gekrönt wird unserer Seelenleben durch das Denken, das eine rein geistige Tätigkeit ist. Unser Gehirn spiegelt unseren Geist und bringt uns unser Denken ins Bewusstsein.

Geist ist unendlich notwendig

Unsere Seele wird vom Geist umspannt, daher hat gerade unsere Zeit die Frage nach dem Geist unendlich notwendig. Denn wenn wir uns auf die Sinne reduzieren, erleben wir bestenfalls ein Viertel der Schöpfung und kann in der Konsequenz den Menschen nicht nur verarmen lassen, sondern wir werden daran auch krank. Die Anthroposophie will uns die geistige Welt erschließen, bei uns auch ein Blick in die Entwicklungsgeschichte der Menschheit helfen kann. Die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins ist nämlich nicht seit Adam und Eva immer gleich gewesen. Erinnern wir uns nur an unsere Großeltern, dann werden wir feststellen, dass sich das Bewusstseins, das Selbstverständnis und das Verhalten der Menschen seit damals elementar verändert haben. Es offenbart sich Entwicklung, denn des Bewusstsein der Menschen auf sich und andere ist nicht mehr das gleiche, wie es noch unsere Großeltern lebten. Mit der Entwicklung zu unserem heutigen stark konturierten Weltbewusstseins, ist das Wissen über die geistige Welt fast verschwunden. Wir haben ein Ich-Bewusstsein entwickelt, zu dem uns die Schöpfermächte durch ihren Rückzug verholfen haben. Unsere Aufgabe besteht heute darin, wieder ein Bewusstsein über die geistige Welt zu erringen und dieses in unser Weltbild zu integrieren. Auf diesem Weg ist die Anthroposophie ein wertvoller Wegweiser. Mit unserem Angebot verstehen wir uns als Brückenbauer von einer materialistischen Weltanschauung hin zu einer, die den Geist nicht verleugnet, sondern als wesentlichen Bestandteil des Menschseins anerkennt und pflegt. Neben Verständnisfragen widmen wir uns den Methoden und Erkenntnissen, wie sich Anthroposophie im Leben erkennen und leben lässt. Am Anfang steht auch bei mir das Wort. Ich würde mich freuen, wenn Sie dieses ergreifen und mit mir in einen Dialog treten. Rufen Sie mich einfach an.
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