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Lebenslinien

Wenn das Alte vorbei ist und das Neue noch nicht da

Phasen der Übergänge sind chaotisch und tun weh, auch wenn wir wissen: Traurigkeit, Schmerz und Angst, Einsamkeit, Niederlagen und Selbstzweifel gehören zum Leben dazu. Gern würden wir auf sie verzichten, doch können wir sie weder vermeiden noch gänzlich abschaffen. Unklug ist es, diese Zeiten der Übergänge einfach schnell durchwandern zu wollen, denn auf lange Sicht bremsen sie unsere Lebenszufriedenheit. Letztendlich sind diese zugegebenermaßen unangenehmen Zeiten jene, in denen wir weiterkommen und uns entwickeln – auch dann, wenn etwas zu Ende geht, von dem wir glaubten, dass es für „immer und ewig“ halten würde.

Sei es ein Umzug, ein neuer Job oder eine Trennung durch Tod oder das Beenden einer Beziehung, all das ist an Schmerz geknüpft, weil wir das Alte loslassen müssen, um das Neue empfangen zu können. Besonders hart treffen uns diese Situationen, wenn wir uns auf diese nicht vorbereiten konnten, sondern sozusagen überraschend ins kalte Wasser geschmissen werden. Weh tut es auch dann, wenn wir bereits länger über Alternativen in unserem Leben nachdenken, und diese dann irgendwann eintreten. Wir merken vorher, wie wir uns verändern, und uns in unserem eigenen Leben nicht mehr zu Hause fühlen. Dann gibt es noch den Fall, in denen etwas Erwartetes nicht eintritt. Nichtereignisse zwingen uns ebenfalls, Hoffnungen zu beerdigen. Es gibt keine Heirat, man wird nicht Eltern oder Großeltern, werden doch nicht Schauspieler, ein schlanker Mensch oder nie mehr völlig gesund. An all diese Ereignisse knüpfen sich Übergänge, in denen es uns nicht gut geht.

Umstellen und einstellen

Unser Leben verändert sich und es verändert uns. Wir müssen uns umstellen und einstellen und das in einem Zustand, der nicht mehr gilt. Wir bereiten uns auf eine neue Lebensphase vor. Doch bevor das Neue beginnt, gilt es zunächst, den Abschiedsschmerz zulassen. Ablenkung, so hoffen viele vergebens, hilft über den Tod eines geliebten Menschen, den Verlust des Arbeitsplatzes, das Ende eines langen gemeinsamen Lebensweges hinweg. „Das Leben geht weiter,“ hört man in solchen Situationen oft. Doch das Leben geht nicht einfach weiter.

Warum ist das „Dazwischen“ so schwierig? Es bedeutet oftmals Chaos, das Aushalten von Leid, Stillstand und auch Verzweiflung. Man erlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle und kennt sich in seinem eigenen Leben nicht mehr aus. Das Ende einer Ehe, einer vertrauten Situation, einer beruflichen Tätigkeit, zwingt uns, über uns selbst nachzudenken und eine zeitlang orientierungslos umherzuirren. Vielleicht erinnert uns die Situation auch an die Vergangenheit, an einen Lebensabschnitt, der uns sehr weh getan hat und wir fürchten uns davor, einen alten Schmerz wieder zu erleben. Wir empfinden uns hilflos, weil weder das Alte noch das Neue Gültigkeit hat.

Das alte Leben ist vorbei

Hilfreich in all der Orientierungslosigkeit ist der Mut für die tatsächliche Ablösung vom Alten. Es ist notwendig zu akzeptieren: Das alte Leben ist vorbei. Auch wenn die Ablösung plötzlich geschehen kann: Die Auflösung geschieht nach und nach. Das eigene Verhalten, Gewohnheiten und Denkmuster müssen durch neue abgelöst werden. Das erleben wir als eine Phase der Labilität. Sie ist mit Angst, Spannung und nicht selten mit Selbstzweifeln verbunden. Die Frage „Wer bin ich?“ kann nicht mehr und noch nicht eindeutig beantwortet werden.

Wie eine Schlange legen wir unsere alte Haut ab und legen uns eine neue zu. Nach und nach wird immer deutlicher, dass sich unsere Welt desillusioniert hat. In dieser Situation helfen Rituale, diesen Prozess zu gestalten. Es ist gut, vertrautes Terrain zu verlassen, sich einen neutralen Rückzugsort zu suchen, an dem man wenigstens zeitweise mit sich alleine ist und frei von Erinnerungen. Das kann zum Beispiel ein Platz in der Natur sein. Auch ein Tagebuch zu führen kann helfen, denn dort können ungeniert Fragen beantwortet werden wie: Was geht in mir vor? Was geschieht mit mir, welche Entscheidungen würde ich gern treffen? Von was träume ich?

Durch das Aufschreiben werden einem diese Dinge bewusst, die einem sonst nur vage zugänglich sind – abgesehen davon, wird man ohne Rituale verführt, über diese Lebensphase hinweg zu huschen. Vielleicht erkennt man am Ende dieser Phase das Neue. Es kommt mit leisen Signalen als Idee, als ein Traum oder durch einen Menschen, der einem eine Tür in eine andere Welt öffnet. Und dann werden Sie wissen, dass es Zeit ist das Alte los zu lassen und Sie freuen sich auf das, was kommt. Wer sich nicht sicher ist, wie sich denn das neue Leben gestalten könnte, was die eigene Seele gern möchte, kann sich auf folgende Idee einlassen:

Besuch von der guten Fee

Stell Dir vor, du bekommst Besuch von einer wunderschönen, guten Fee. Problem: Du schläfst tief und fest und bekommst das überhaupt nicht mit. Während due so friedlich in deinem Bett schläfst und von einem besseren Leben träumst, schaut dich die gute Fee an und ihr wird ganz schwer um’s Herz. Denn sie weiß sofort: Hier ist einiges im Argen. Sie legt ihren Kopf zu Seite, kräuselt ein bisschen ihre kleine Stupsnase und ihre blonden Locken wippen aufgeregt um ihren schlanken Hals. Sie schaut in dein Gesicht, greift entschlossen zu ihrem Feenstab, berührt sanft deine Brust auf der Höhe deines Herzens und pustet Feenstaub aus ihrer Hand. Durch den Raum glitzern auf einmal tausende kleiner Lichter, die langsam auf deine Bettdecke sinken. Als es wieder dunkel ist, kichert die kleine gute Fee leise und sehr zufrieden, denn sie hat dir einfach so alle deine Wünsche erfüllt. Sie geht zum Fenster, schaut sich noch einmal um, lächelt liebevoll und fliegt leise wie ein Windhauch davon.

Irgendwas ist heute anders…

Am nächsten Morgen wirst du wach, reibst dir die Augen und bist noch ganz in deinem Traum von einer zauberhaften guten Fee gefangen, als dir auffällt: Irgendwas ist heute ganz anders. Was? Woran merkst du, dass all deine Wünsche über Nacht in Erfüllung gegangen sind?

Viel Spaß beim Überlegen!

Du wünscht dir in dieser anstrengenden Lebensphase Unterstützungen und jemanden, der dich auf dem Weg durch deinen Gefühlsdschungel begleitet? Dann rufe mich an oder schreibe mir. Ich nehme mir gern Zeit für dich in deiner Phase des Übergangs.

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