Zwischen Pseudo-Moral und
Weltflucht will das Ich erwachsen sein
Jetzt ist es soweit: Am 20. Februar wird die Konjunktion von Saturn und Neptun auf Null Grad Widder gradgenau. Diese Konjunktion hat eine enorme Wirkkraft, denn sie leitet einen großen neuen Zyklus ein, der bis 2038 gültig ist. Wer sich mit den größeren Zeitlinien beschäftigt, weiß, dass solche kosmischen Begegnungen keine Randnotiz sind. Sie markieren vielmehr Verschiebungen im kollektiven Bewusstsein.
Warum? Widder ist Geburt, Ich-Kraft und Initiative. Hier beginnt der Tierkreis, hier wird ein Impuls gesetzt. Hier sagt das Leben: Ich bin da und ich will ins Leben stürmen. Und nun treffen sich ausgerechnet hier zwei Prinzipien, die lange als Gegensätze galten: Saturn steht für Realität, Gesetz, Struktur und Verantwortung. Er fragt nach Konsequenz und zwingt zur Erdung. Er prüft, ob etwas trägt. Neptun steht für Auflösung, Vision, Spiritualisierung. Er löst Grenzen auf, weitet das Empfinden, öffnet Räume jenseits des Greifbaren.
Keine harmlose Mischung
Wenn diese beiden Kräfte sich durch eine Konjunktion verbinden, entsteht keine harmlose Mischung. Es entsteht eine enorme Verdichtung. Eine Vision bekommt Gewicht. Verantwortung bekommt eine seelische Dimension. Im Widder heißt das: Die Vision will Form bekommen. Der Traum will Taten folgen lassen und der Nebel will sich lichten und eine Entscheidung. Die lange Phase der Unklarheit, die wir mit Saturn und Neptun in den Fischen hatten, läuft auf einen Punkt zu, an dem es jetzt konkret werden muss. Es reicht nicht mehr, sich im Ungefähren zu bewegen. Das Ich wird gefragt: Wo stehst du? Wofür setzt du deine Kraft ein? Woran misst du dich?
Mundan betrachtet ist das hoch brisant. Ideologien, die bisher im kulturellen oder spirituellen Raum schwebten, wollen jetzt unter’s Volk gebracht werden. Spirituelle Strömungen betreten das politische Feld. Religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen werden handlungsleitend. Gleichzeitig verlieren diffuse Heilsversprechen an Glanz. Was keine tragfähige Substanz besitzt, wird sichtbar brüchig.
Gut-und-Böse-Schemata
Das zeigt sich sehr klar. Denn Politik wird zunehmend moralisch aufgeladen. Entscheidungen werden weniger als pragmatische Abwägungen dargestellt, sondern als moralische Notwendigkeiten. Wer anders denkt, gilt schnell als unsensibel, rückständig oder gar gefährlich. Komplexe Fragen werden in Gut-und-Böse-Schemata gepresst. Das erzeugt eine enorme emotionale Spannung im öffentlichen Raum.
Gleichzeitig betreten religiöse und weltanschauliche Überzeugungen wieder offen das politische Feld. In verschiedenen Ländern prägen konservativ-religiöse Bewegungen sogar die Gesetzgebung. Selbst in Hamburg und Berlin wurd für die Einführung eines Kalifats demonstriert und und der Ruf nach der Scharia. Die Scharia (arabisch für „Weg zur Wasserstelle“/„Wegweiser“) ist die Gesamtheit des islamischen Rechts und der religiösen Normen, basierend auf Koran und Sunna. Sie regelt Glaubenspraxis, Familien- und Eherecht sowie das tägliche Leben als von Gott gesetzte Ordnung. Nationale Identität wird mit spiritueller Symbolik unterfüttert. Weltbilder werden nicht mehr nur diskutiert – sie werden durchgesetzt.
Tiefe politische Krise
Machen wir das an einem konkreten Beispiel deutlich: Im Iran wächst seit Ende 2025 eine breite Protestbewegung gegen die Islamische Republik. Ausgelöst wurde sie zunächst von wirtschaftlicher Not und Inflation, hat sich inzwischen aber zu einer tiefen politischen Krise entwickelt und bereits tausende Menschenleben gefordert. Dennoch gehen nach wie vor hunderttausende Menschen auf die Straßen – nicht nur gegen Preise, sondern gegen das autoritäre System selbst. Was verblüffend ist: Viele rufen nach Reza Pahlavi, dem Sohn des 1979 gestürzten Schahs, als Symbolfigur für Freiheit und Wandel.
Pahlavi hat in Auslandsgesprächen und Demonstrationen zu weltweiter Solidarität aufgerufen, um den Druck auf das Regime zu erhöhen. In München etwa beteiligten sich Zehntausende an Protesten, in Toronto, London und anderen Städten bilden sich Solidaritätsbewegungen.
Was wir verstehen dürfen: Dieser Ruf nach einem historischen Herrscher ist keine nostalgische Monarchiebewegung, sondern Ausdruck eines breiten Widerstands gegen religiöse Staatsgewalt und politische Unterdrückung. Für viele Protestierende repräsentiert Pahlavi eher ein Symbol der Hoffnung auf Demokratie als eine konkrete Machtübernahme. Das der Schah im Grunde auch eine Schreckensherrschaft war in Petticoat und glitzernder Abendrobe, haben die Menschen inzwischen offenbar verdrängt. Beobachten wir, was werden will, denn letztendlich geht es gerade in diesen Ländern immer nur um Öl. Man braucht nicht viel Phantasie, um die vorzustellen, wer die Brnadbeschleuniger für diese Proteste verteilt. Es wird gemunkelt, dass auf den Etiketten steht: Make America great again…
Heilsbringer und Entmündiger
Ein weiteres Feld an der wir diesen Trend der Zeit verdeutlichen können, ist die Technologie, insbesondere die Künstliche Intelligenz. Auch hier entstehen neue Glaubenssysteme. Für die einen ist KI der große Befreier. Sie sind davon überzeugt, dass die KI Krankheiten heilen, Arbeit transformieren und die Probleme der Menschheit ordnen wird. Für die anderen ist sie der Beginn der Entmündigung. Beide Narrative tragen fast religiöse Züge, denn Technik wird mit Heils- oder Untergangsbildern aufgeladen.
Gleichzeitig geschieht etwas anderes. Diffuse Heilsversprechen verlieren an Glanz. Der Glaube, dass der Markt alles regelt, dass Digitalisierung automatisch Freiheit bringt oder dass Selbstoptimierung Sinn erzeugt, bröckelt und zwar gewaltig. Viele Menschen sind nicht nur von der Jagd durch ihr Leben erschöpft. All das, was keine tragfähige Substanz mehr besitzt, zeigt Risse und das ermüdet zusätzlich.
Halt in klaren Weltbildern
Das führt zu einer dramatischen Zuspitzung. Denn wenn Unsicherheit wächst, suchen Menschen Halt in klaren Weltbildern. Ideologien bieten Struktur. Sie geben Zugehörigkeit, Orientierung und Identität. Das ist menschlich verständlich. Doch sobald Weltanschauung nicht mehr geprüft wird, sondern absolut gesetzt wird, entsteht eine gefährliche Verhärtung. Diese Gefahr wird nicht nur durch die Saturn-Neptun-Konjunktion angezeigt, sondern auch von Pluto im Wassermann, der eben nicht nur die Transformation und Freiheit der Vielen mit sich bringen kann, sondern genau das Gegenteil: Wir finden uns womöglich schneller in einer Diktatur wieder, als uns lieb ist.
Man merkt diesen Trend bereits seit Corona dramatisch im Alltag. Gespräche werden schneller ideologisch. Freundschaften zerbrechen an politischen oder weltanschaulichen Fragen. Menschen positionieren sich schärfer. Der öffentliche Diskurs wird nervöser, moralischer, ungeduldiger und aggressiver. Und mitten in dieser Bewegung taucht eine nagende Frage auf: Wer bin ich in all dem Getöse? Bin ich nur Adressat eines Narrativs, was ich widerspruchslos schlucken soll? Bin ich nur ein funktionierendes Rädchen in einem System? Oder bin ich mehr?
Politisierung von Weltbildern
Das ist nicht ein Thema für irgendwann, das braucht jetzt unsere Aufmerksamkeit, denn wir erleben auch hierzulande zwar keine „Rückkehr der Religion“ im klassischen Sinn. Aber wir erleben die Politisierung von Weltbildern. Und zwar quer durch alle Lager.
In Deutschland zum Beispiel sehen wir einen massiven Vertrauensverlust in etablierte Parteien. Die AfD gewinnt nicht nur aus Protest, sondern weil sie für viele Menschen ein Gefühl von Klarheit und Zugehörigkeit vermittelt. Das lässt sich aus dem Parteiprogramm allein kaum erklären. Entscheidend ist nicht der Text. Entscheidend ist das Narrativ: „Wir sagen, was ist.“ „Wir vertreten das Volk.“ „Wir durchbrechen das System.“ Das ist Identitätspolitik im strukturellen Sinn. Es geht um Zugehörigkeit, nicht um einzelne Themen oder Inhalte.
Auf der anderen Seite erleben wir Milieus, die sich selbst als aufgeklärt, progressiv oder „woke“ verstehen. Auch dort entstehen moralische Absolutheiten. Wer bestimmte Sprachregelungen hinterfragt, wird schnell moralisch eingeordnet. Wer “Zweifel:Innen” äußert, gilt als problematisch. Der Anspruch, sensibel und bewusst zu sein, kann schnell in ideologische Unduldsamkeit kippen. Fakt ist: Wachheit ersetzt noch kein eigenständiges Denken.
Ein geschlossenes Weltbild
Die QAnon-Bewegung ist ein extremes Beispiel dafür. Diese war besonders vor und in der Corona-Zeit aktiv. Hier zeigte sich eindrücklich, wie Sinnsuche, Misstrauen gegenüber Institutionen und apokalyptische Erzählungen zu einem geschlossenen Weltbild verschmelzen können. Viele Anhänger waren keine politischen Extremisten. Sie waren Menschen, die das Gefühl hatten, dass offizielle Narrative nicht mehr tragen. In diesem Vakuum entsteht eine Gegen-Erzählung mit klaren Feindbildern und Heilsversprechen.
Das Muster ist überall gleich: Wo Unsicherheit wächst, entstehen einfache Weltdeutungen. Und das betrifft nicht nur „die anderen“. Das Phänomen ist mitten unter uns. Das ist bis zu einem gewissen Grad verständlich, denn in Krisenzeiten wächst das Bedürfnis nach Führung. Und neue Führungsfiguren treten nicht auf, weil es keine alten gäbe, sondern weil viele das Gefühl haben, dass die bisherigen Strukturen innerlich leer geworden sind. Wer eine klare Sprache spricht, wer Haltung zeigt, wer Sinn vermittelt, gewinnt Resonanz. Doch Haltung ohne Substanz wird früher oder später entlarvt. Und Moral ohne Selbstprüfung wird zur Waffe. Was heißt das nun für den mündigen Bürger? Da habe ich fünf ultimative Tipps:
Erstens:
Unterscheide zwischen Gefühl und Argument.
Wenn dich eine politische oder gesellschaftliche Position stark emotionalisiert – im positiven wie im negativen Sinn – halte inne. Frage dich: Reagiere ich auf Inhalte? Oder auf Zugehörigkeit?
Zweitens:
Lies die Programme. Aber beobachte auch Tonfall und Mechanismen.
Wird mit Angst gearbeitet? Mit moralischer Überlegenheit? Mit einfachen Lösungen für komplexe Probleme? Wo einfache Antworten dominieren, ist Vorsicht geboten.
Drittens:
Prüfe deine eigenen Gewissheiten.
Gerade wenn du dich als aufgeklärt oder bewusst verstehst, ist Selbstkritik entscheidend. Wachheit bedeutet nicht, auf der „richtigen Seite“ zu stehen. Wachheit bedeutet, bereit zu sein, die eigene Blase zu hinterfragen.
Viertens:
Verwechsle Information nicht mit Erkenntnis.
Wir leben in einer permanenten Überflutung von Meinungen. Echte Urteilsfähigkeit entsteht durch Verdichtung, nicht durch Dauerbeschallung. Begrenze bewusst deinen Medienkonsum. Lies auch Stimmen, die dich irritieren ohne sofort in Abwehr zu gehen.
Fünftens:
Suche Substanz statt Aufregung.
Welche Personen wirken auch dann glaubwürdig, wenn sie Fehler eingestehen? Wer trägt Verantwortung? Wer differenziert? Wer bleibt dialogfähig?
Was mir das Leben bislang gezeigt hat: Wir werden uns nicht nur in einer Ideologie wiederfinden und auch nicht in nur einer Partei. Mündigkeit heißt, mit Ambivalenz leben zu können. Wir dürfen erkennen, dass letztendlich keine politische Formation deine Identität vollständig abbildet.
Wo findest du dich also letztlich wieder? Hmmm, da verrate ich dir jetzt ein großes Geheimnis: Du findest dich in keinem Lager, da kann es noch so gefällig daherkommen. Du findest dich nur in deiner Fähigkeit zur Urteilskraft. Das ist unbequem, gell….? Denn es bedeutet, keine einfache Zugehörigkeit zu haben. Es bedeutet, zwischen den Fronten zu stehen, wenn nötig. Aber genau dort entsteht Freiheit.
Im Idealfall eine innere Klarheit
In einer Zeit, in der Visionen Macht beanspruchen und Pseudo-Moral Politik formt, wird der einzelne Bürger zum Prüfstein, weil er im Idealfall zu seiner inneren Klarheit findet. Das hat Substanz. Diese Substanz entsteht durch ein Denken, das bereit ist, sich selbst zu korrigieren. Auf individueller Ebene ist diese Konjunktion von Saturn und Neptun daher ein wesentlicher Wendepunkt. Denn wir alle dürfen uns fragen: Wo stehe ich wirklich? Damit ist keine Selbstbeschreibung gemeint, sondern dein gelebten Alltag. Frage dich ehrlich:
- Wofür bin ich bereit, Verantwortung zu übernehmen? Ganz konkret? Vielleicht möchtest du das sogar in einer Liste aufschreiben?
- Wo habe ich mich in meiner Sehnsucht und meinen Träumen von einem besseren Leben verloren?
In inneren Bildern, die schön waren, es jedoch nie in das echte Leben geschafft haben? - Und wo ist es an der Zeit zu handeln, statt weiter zu träumen?
Saturn und Neptun im Widder fordern Integrität. Sie bringen uns auf eine Ebene, auf der Spiritualität keine Fluchtbewegung mehr sein kann. Anthroposophisch gesprochen könnte man sagen: Das Geistige will jetzt seine Inkarnation. Es will durch den Menschen hindurch wirksam werden und zwar ganz handgreiflich als beherzte Tat.
Diese Konjunktion fragt nach dem erwachsenen Ich. Nach einem Ich, das träumen kann und zugleich bereit ist, die Konsequenzen seines Handelns zu tragen. In einer Welt, die zwischen Zynismus und Heilssehnsucht schwankt, entsteht hier die Möglichkeit einer dritten Haltung: Einer, die für eine bewusste, verantwortete Initiative steht. Das ist das neue dieser Zeitlinie. Die Phase der Auflösung mündet in einen Impuls zur Gestaltung. Aus der Müdigkeit der Fische erwächst der Wille des Widders.
Zuschauer oder Gestalter?
Wer diese Bewegung innerlich mitvollzieht, wird spüren, dass es weniger um äußere Ereignisse geht als um eine Entscheidung im Bewusstsein. Bin ich Zuschauer oder Gestalter? Warte ich auf Erlösung oder beginne ich, selbst Verantwortung zu übernehmen?
Zu dieser Konstellation habe ich eine ausführliche Impulsanalyse erarbeitet, in der ich die Hintergründe dieses Zyklus und seine individuelle Bedeutung auf Basis deines individuellen Horoskops für dich vertiefe. Wenn dich dieser Prozess persönlich betrifft, lohnt es sich, dort genauer hinzuschauen. Bist du reif für einen neuen Blick auf dich und diese Zeit?
Themen, individuell
für dich geklärt
Die Dauerschleife in der Krise ist kein Zufall
Warum gerätst du immer wieder in ähnliche Dynamiken? Warum fühlt sich jede Entscheidung wie ein innerer Prüfstand an? Und weshalb bleibt dieses diffuse Gefühl, dass mehr in dir steckt, als du gerade lebst?
Dein Horoskop ist kein Orakel. Es ist eine präzise Landkarte deiner inneren Struktur. Es zeigt deine Muster, deine Spannungsfelder, deine Anlagen zur Stärke. Es macht sichtbar, wo du dich selbst blockierst – und wo deine eigentliche Richtung liegt.
In einer individuellen astrologischen Beratung schauen wir klar und konkret auf deine Konstellationen. Du erkennst, warum bestimmte Themen dich begleiten, welche Aufgaben sich daraus ableiten und welche Entscheidungen jetzt wirklich deiner Entwicklung dienen.
Klarheit entsteht, wenn du dich selbst verstehst.
Und genau dort beginnt echte Selbstführung.
Wenn du bereit bist, deine Fragen ernst zu nehmen, dann lass uns sprechen.



