Chiron kehrt zurück in den Widder

Chiron kehrt zurück in den Widder

Chiron im Widder

Der Mut, wieder Ich zu sagen

Manchmal ist eine Lebensphase eigentlich schon vorbei, und dennoch müssen wir noch einmal zurück. Nicht, weil wir versagt hätten oder etwas von vorn beginnen müssten. Vielmehr gleicht diese Rückkehr dem letzten Gang durch Räume, die lange zu unserem Leben gehört haben. Die Möbel sind fort, die Schränke leer, an den Wänden zeichnen sich noch die Stellen ab, an denen Bilder hingen. Bevor wir den Schlüssel abgeben, gehen wir ein letztes Mal hindurch und schauen genauer hin: Ist wirklich alles mitgenommen? Liegt irgendwo noch etwas, das zu uns gehört?

Ein solches Bild passt erstaunlich gut zu Chiron, der am 18. September 2026 rückläufig aus dem Stier in den Widder zurückkehrt. Seit Juni hatte er bereits einen ersten Schritt in das neue Tierkreiszeichen getan. Nun führt ihn seine rückläufige Bewegung noch einmal zurück auf die letzten Grade des Widders. Erst am 14. April 2027 wird er dieses Zeichen endgültig verlassen. Damit beginnt keine neue Geschichte. Eine alte möchte zu Ende erzählt werden.

Chiron bewegt sich seit 2018, mit einer kurzen Unterbrechung durch seine damalige Rückläufigkeit, durch den Widder. Fast neun Jahre liegen zwischen seinem ersten Eintritt und seinem endgültigen Abschied. Das ist eine lange Zeit in einem Menschenleben. Wer heute fünfzig ist, war Anfang vierzig, als dieser Zyklus begann. Wer sechzig ist, stand damals am Beginn seiner Fünfziger. Beziehungen haben sich verändert, Kinder sind erwachsen geworden, berufliche Sicherheiten verschwunden oder neu entstanden. Manche Menschen haben Abschiede erlebt, andere einen Neubeginn gewagt. Fast alle sind älter geworden mit der Erfahrung, dass Lebenszeit kostbarer wird, je deutlicher wir ihre Begrenztheit wahrnehmen.

Chirons letzte Monate im Widder stellen deshalb eine bemerkenswert einfache und zugleich unbequeme Frage:

Lebst du das Leben, das du heute wirklich willst?

Die Wunde, die nicht einfach verschwindet

In der griechischen Mythologie gehört Chiron zu den ungewöhnlichsten Gestalten. Obwohl er zu den Kentauren zählt, unterscheidet er sich grundlegend von deren wilder und triebhafter Natur. Chiron ist Lehrer, Arzt, Erzieher und Eingeweihter. Zu seinen Schülern gehören bedeutende Helden der griechischen Sagenwelt. Er kennt die Heilkunst und versteht es, andere zu begleiten, doch ausgerechnet seine eigene Wunde kann er nicht heilen.

Herakles trifft ihn versehentlich mit einem Pfeil, dessen Spitze mit dem Gift der Hydra getränkt ist. Für einen Sterblichen wäre die Verletzung tödlich. Chiron jedoch ist unsterblich. So entsteht das eigentliche Drama seiner Geschichte: Er kann weder gesund werden noch sterben. Erst später findet sich ein Ausweg. Chiron verzichtet auf seine Unsterblichkeit und ermöglicht damit die Befreiung des Prometheus.

Vielleicht liegt gerade darin der tiefere Sinn dieses Mythos. Nicht jede Verletzung unseres Lebens verschwindet. Manche Erfahrungen lassen sich nicht rückgängig machen, manche Verluste nicht ersetzen, manche Versäumnisse nicht nachholen. Heilung bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, wieder der Mensch zu werden, der wir vor einer Verletzung waren. Reife Heilung stellt eine andere Frage: Was ist durch diese Erfahrung aus mir geworden?

Gerade in der zweiten Lebenshälfte verändert sich damit der Blick auf die eigene Biografie. Mit zwanzig möchten wir vieles überwinden. Mit dreißig wollen wir verstehen, warum wir so geworden sind. Später kann etwas anderes wichtiger werden: die Fähigkeit, das Erlebte in die eigene Geschichte aufzunehmen, ohne ihm weiterhin die Macht über die Zukunft zu überlassen. Chiron symbolisiert genau diesen Übergang. Die Wunde bleibt Teil der Biografie, aber sie muss nicht länger deren Regisseur sein.

Acht Jahre Chiron im Widder: die Frage nach dem Ich

Der Widder ist das erste Zeichen des Tierkreises. In ihm liegt die ursprüngliche Bewegung des Lebens nach vorn, noch bevor lange darüber nachgedacht wird, ob dieser Schritt vernünftig, bequem oder gesellschaftlich erwünscht ist. Sein elementarer Satz lautet nicht: „Was sollte ich tun?“ Er lautet: Ich will. Genau dort bewegt sich Chiron seit 2018.

Die Jahre seines Widdertransits waren gesellschaftlich von außergewöhnlichen Spannungen begleitet. Die Pandemie stellte das Verhältnis zwischen individueller Freiheit und gemeinschaftlicher Verantwortung auf eine Weise zur Diskussion, die tiefe Spuren hinterlassen hat. Der Krieg in Europa konfrontierte eine Generation, die Frieden lange für selbstverständlich hielt, erneut mit Gewalt, Macht und territorialer Selbstbehauptung. Gleichzeitig verschärften sich gesellschaftliche Auseinandersetzungen darüber, wie viel Individualität eine Gemeinschaft aushalten kann und wie viel Anpassung sie verlangen darf.

Astrologie erklärt solche Ereignisse nicht und verursacht sie schon gar nicht. Sie kann jedoch Bilder anbieten, in denen sich die Fragen einer Zeit spiegeln. Unter Chiron im Widder wurde die Frage nach Selbstbestimmung auf vielen Ebenen schmerzhaft sichtbar.

Wo endet mein Recht und wo beginnt das des anderen? Wann ist Anpassung soziale Verantwortung, wann wird sie Selbstverleugnung? Wann bedeutet Durchsetzung Mut, wann ist sie lediglich Aggression? Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn Menschen das Gefühl entwickeln, nicht mehr gehört oder gesehen zu werden? Hinter all diesen Fragen steht ein verletzliches Ich.

Nun läuft Chiron noch einmal durch die letzten Grade dieses Zeichens. Seine Rückkehr wirkt weniger wie eine neue Prüfung als wie eine Nachlese. Was wurde in diesen Jahren tatsächlich verstanden, und was haben wir lediglich notdürftig verbunden, damit wir weiterfunktionieren konnten?

Die Wunde des eigenen Wollens

Auf der persönlichen Ebene wird diese Frage noch interessanter.

Viele Menschen kennen erstaunlich genau die Wünsche anderer. Sie wissen, was ihre Kinder brauchen, was der Partner erwartet, was Kunden verlangen, was Kollegen voraussetzen und was eine Familie zusammenhält. Sie können Verantwortung tragen, Krisen organisieren, Probleme lösen und Entscheidungen treffen, wenn es um andere geht. Schwieriger wird es manchmal bei einer scheinbar einfachen Frage:

Was will ich selbst?

Besonders Frauen in der zweiten Lebenshälfte erleben an dieser Stelle eine eigenartige Diskrepanz. Nach außen sind sie häufig ausgesprochen handlungsfähig. Sie haben Familien getragen, Berufe ausgeübt, Unternehmen aufgebaut, Beziehungen durch schwierige Zeiten geführt, Angehörige begleitet oder immer wieder neu angefangen. Von mangelnder Stärke kann kaum die Rede sein. Trotzdem kann der eigene Wille erstaunlich leise geworden sein.

Das geschieht selten plötzlich. Meist wird er über Jahre von vernünftigen Gründen überlagert. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Die Kinder brauchen mich noch. Das Haus muss bezahlt werden. Im Beruf kann ich nicht einfach alles hinschmeißen. Meine Eltern werden älter. Eine Trennung wäre zu kompliziert. Für einen beruflichen Neubeginn bin ich vielleicht schon zu alt. Noch einmal eine Partnerschaft zu suchen erscheint anstrengend. Eigentlich geht es doch auch so.

Jeder einzelne Satz kann vollkommen nachvollziehbar sein. Zusammengenommen können solche Sätze jedoch irgendwann ein Leben ergeben, das zwar funktioniert, aber nicht mehr wirklich bewegt. Chiron im Widder berührt genau diese Stelle.

Dabei geht es keineswegs darum, plötzlich alles hinzuschmeißen, Beziehungen zu beenden oder mit sechzig das Motorrad zu kaufen, das man mit zwanzig nicht haben durfte. Selbstbestimmung ist nicht dasselbe wie Impulsivität. Ein gereifter Wille erkennt Konsequenzen und übernimmt Verantwortung für sie.

Gerade deshalb ist die Frage nach dem eigenen Wollen so anspruchsvoll. Wer sagt „Ich will“, muss irgendwann auch sagen können: Dafür entscheide ich mich. Dafür stehe ich ein. Dafür lasse ich möglicherweise etwas anderes zurück. Vielleicht liegt die tiefste Widderwunde deshalb gar nicht in mangelnder Durchsetzungskraft. Sie kann ebenso dort liegen, wo wir uns nicht mehr erlauben, etwas wirklich zu wollen.

Was ist aus deiner Wunde geworden?

Mit zunehmendem Alter verändert sich noch etwas anderes. Die Frage lautet nicht mehr ausschließlich, was uns verletzt hat, sondern was wir aus unseren Verletzungen gemacht haben.

Ein Mensch, der verlassen wurde, kann lernen, sich selbst treu zu bleiben. Er kann jedoch ebenso beschließen, niemanden mehr wirklich an sich heranzulassen. Wer beruflich gescheitert ist, kann daraus Erfahrung und Urteilskraft entwickeln oder jede neue Möglichkeit so lange prüfen, bis kein Risiko mehr besteht und damit auch keine Entwicklung. Wer über Jahre für andere verantwortlich war, kann daraus eine große soziale Kompetenz gewinnen oder unmerklich die Überzeugung entwickeln, nur dann wertvoll zu sein, wenn er gebraucht wird.

Unsere Wunden formen Fähigkeiten und Schutzmechanismen zugleich. Das Schwierige besteht darin, beide voneinander zu unterscheiden. Was uns einmal geschützt hat, kann Jahre später zum Gefängnis werden. Vielleicht brauchten wir nach einer Enttäuschung Kontrolle. Vielleicht war Anpassung in einer bestimmten Lebensphase tatsächlich notwendig. Vielleicht mussten wir hart werden, um eine Krise zu überstehen. Vielleicht war es klug, einen Traum zurückzustellen, weil andere Aufgaben wichtiger waren. Das alles darf wahr sein. Trotzdem bleibt die Frage, ob diese Strategie heute noch gebraucht wird.

Die rückläufige Bewegung Chirons durch die letzten Widdergrade lädt weniger dazu ein, alte Wunden wieder aufzureißen, als ihre Folgen zu betrachten. Welche Entscheidungen treffe ich heute noch aus einer Erfahrung heraus, die längst Vergangenheit ist? Wo verteidige ich mich gegen eine Gefahr, die gar nicht mehr existiert? Welche Version meiner selbst halte ich am Leben, obwohl ich längst über sie hinausgewachsen bin?

Um fünfzig begegnet Chiron sich selbst

Für Menschen um das fünfzigste Lebensjahr erhält dieser Transit eine zusätzliche Bedeutung. Chiron benötigt ungefähr fünfzig Jahre für seinen Weg durch den Tierkreis. In dieser Lebensphase kehrt er deshalb an die Position zurück, die er bei der Geburt innehatte. Astrologisch sprechen wir von der Chiron-WiederkehrSie fällt in eine ohnehin bemerkenswerte biografische Schwelle.

Die erste Hälfte des Lebens ist nicht mehr theoretisch vorbei. Man spürt es. Der Körper verändert sich, die Zeit bekommt ein anderes Gewicht, Eltern werden alt oder sterben, Kinder lösen sich aus der Familie. Berufliche Entscheidungen erscheinen plötzlich unter einem anderen Horizont. Ein Satz wie „Das mache ich irgendwann“ verliert seine frühere Selbstverständlichkeit. Gerade darin liegt nicht nur Begrenzung, sondern eine große Freiheit.

Die zweite Lebenshälfte muss nicht mehr denselben Gesetzen folgen wie die erste. Vieles, was früher wichtig war, verliert seine Macht. Anerkennung kann unwichtiger werden, Status ebenso. Die Frage, wie etwas von außen aussieht, tritt zurück hinter die Frage, ob es sich von innen noch wahr anfühlt.

In der anthroposophischen Biografiearbeit umfasst die Zeit zwischen 49 und 56 Jahren ein eigenes Jahrsiebt. Nach Jahrzehnten, in denen der Mensch stark mit Aufbau, Familie, Beruf und gesellschaftlicher Wirksamkeit beschäftigt war, kann die innere Entwicklung stärker in den Vordergrund treten. Die Frage verschiebt sich vom bloßen Gestalten der äußeren Lebensumstände hin zur bewussteren Gestaltung der eigenen Persönlichkeit. Chirons Rückkehr passt erstaunlich gut an diese Schwelle. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Die Zukunft dagegen ist noch nicht geschrieben.

Der letzte Gang durch die Räume

Bis zum 14. April 2027 bleibt Chiron im Widder. Danach beginnt sein langer Weg durch den Stier. Die Themen werden sich verschieben. Werte, Selbstwert, Geld und Besitz, der Körper, unsere Beziehung zur materiellen Welt und die Frage nach dem, was tatsächlich trägt, werden stärker in den Vordergrund rücken.

Doch noch ist es nicht so weit. Noch stehen wir in den alten Räumen. Vielleicht gibt es dort nichts Dramatisches mehr zu entdecken. Manchmal liegt nur eine Kleinigkeit auf der Fensterbank, die wir beinahe vergessen hätten. Ein Wunsch, den wir irgendwann für unrealistisch erklärt haben. Eine Entscheidung, die wir seit Jahren vertagen. Eine Grenze, die wir längst hätten ziehen wollen. Eine Fähigkeit, die wir nicht leben. Ein Teil unserer Persönlichkeit, der irgendwann leiser geworden ist, weil das Leben andere Anforderungen stellte.

Wo Chiron diese Nachlese in deinem persönlichen Leben anstößt, zeigt sein Weg durch dein Geburtshoroskop. Entscheidend ist das Haus, in dem die letzten Widdergrade liegen, ebenso wie die Aspekte, die Chiron zu deinen persönlichen Radixpositionen bildet. Genau hier setzt meine individuelle Impulsanalyse zu Chiron an: Sie zeigt dir, auf welchem Lebensgebiet diese letzte Widderphase wirksam wird und welche persönliche Entwicklungsfrage damit verbunden ist.

Für Menschen um fünfzig kann diese Zeit noch tiefer reichen, weil sie mit der Chiron-Wiederkehr eine der großen Schwellen der Lebensmitte berührt. Mein Kurs „Die zweite Hälfte gehört dir“ begleitet genau diesen Übergang: weg von der Vorstellung, die kommenden Jahre seien lediglich die Fortsetzung dessen, was bisher war, hin zu der Frage, was aus dem eigenen Leben noch werden möchte. Im April wird Chiron den Schlüssel schließlich abgeben.

Vielleicht müssen wir bis dahin nicht alle Wunden geheilt, alle Fragen beantwortet und alle alten Geschichten abgeschlossen haben. Vielleicht genügt etwas anderes: dass wir aufhören, unser heutiges Leben von Entscheidungen bestimmen zu lassen, die zu einem Menschen gehörten, der wir längst nicht mehr sind. Dann bleibt für diese letzten Monate im Widder nur eine Frage:

Wenn du im April 2027 die Tür hinter diesen Chiron-Jahren schließt: Was möchtest du dann nicht länger nur verstanden, sondern endlich entschieden haben?

du darfst

Vielleicht geht es in der zweiten Lebenshälfte nicht darum, möglichst lange die Frau zu bleiben, die du einmal warst. Vielleicht geht es darum, die Frau zu werden, die du heute sein kannst.

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NEUER ONLINEKURS

Astrologie der zweiten Lebenshälfte

Die zweite Lebenshälfte beginnt mit einer Frage: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr die sein muss, die ich einmal geworden bin?

Irgendwann verändert sich etwas. Was früher wichtig war, verliert an Bedeutung. Beziehungen und Rollen wandeln sich, die Kinder gehen ihre eigenen Wege, der Körper spricht deutlicher und vielleicht wächst eine Sehnsucht nach Freiheit und einem Leben, das heute wirklich zu dir passt.

Die Astrologie kennt diese Lebensphase erstaunlich genau. Uranus fragt nach deiner Freiheit, Chiron führt zu alten Wunden und verborgenen Gaben, Saturn prüft, was Bestand hat. Diese großen Zyklen können dir helfen zu verstehen, warum sich dein Leben gerade verändert und welche Entwicklung darin liegt.

In meinem Onlinekurs „Astrologie und Lebensart der zweiten Lebenshälfte“ verbinde ich Astrologie mit Biografiearbeit, Psychologie und den großen Fragen des Älterwerdens: Partnerschaft, Menopause, erwachsene Kinder, alt werdende Eltern, Freundschaft, Alleinsein, Freiheit und die Frage, was aus deinem Leben noch werden möchte.

Du brauchst keine astrologischen Vorkenntnisse und arbeitest in deinem eigenen Tempo.

Meine Textanalysen

Seelenplan
Jahreshoroskop
Partnerschaft
Beruf
Kinderhoroskop

Fühlst du dich überfordert und weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

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Das Böse im Gewand der Geduld

Das Böse im Gewand der Geduld

Geduld und das Böse

Warum jetzt die Zeit ist, dein Lebensmodell in Revision zu schicken

Seit gut zwei Wochen wache ich am Chiemsee auf. Die Tage sind spätsommerlich warm, der Wind spielt mit den noch kräftigen Blättern und ich ahne, dass es solche Stimmungen gewesen sein müssen, die den Pinsel von Paul Klee geführt hat, wenn er seine Gärten malte. Ich spüre, wie diese Landschaft mich trägt. Zwischen den Gipfeln und den Ufern des Sees ist eine Kraft in mir aufgewacht, die mich selbst überrascht, und mit dieser Kraft starte ich in den Herbst.

Hier in den Bergen ist mir schob vor Jahren etwas begegnet, das mir als Astrologin sofort ins Herz gefallen ist. Die Bergbahnen gehen im Herbst in Revision. Wenn die Wandersaison vorüber ist und bevor der erste Schnee die Skifahrer bringt, stehen die Kabinen still. Techniker steigen in die Masten, prüfen jedes Seil auf feinste Risse, tauschen die Rollen aus, die zu laut geworden sind, und ziehen nach, was sich im Laufe des Jahres gelockert hat. Kein Mensch käme auf die Idee, diesen Stillstand für ein Scheitern zu halten. Jeder weiß, dass eine Bahn, die im Winter Tausende Menschen sicher hinaufbringen soll, diese Phase braucht.

Wann hast du dein Lebensmodell zum letzten Mal in Revision geschickt?

Viele Frauen, die ich begleite, fahren seit Jahrzehnten und das ohne Pause. Die Seile, an denen ihr Alltag hängt, wurden irgendwann zwischen zwanzig und dreißig gespannt, aus Vorstellungen darüber, was eine gute Mutter, eine verlässliche Kollegin oder eine liebevolle Partnerin zu tun hat. Manches davon trägt bis heute. Anderes quietscht längst bei jeder Umdrehung, und wir haben uns so sehr an das Geräusch gewöhnt, dass wir es für die Melodie unseres Lebens halten.

Ernte und neue Saat

Am 23. September ist Tag-und-Nacht-Gleiche. Die Sonne tritt in die Waage, und für einen kostbaren Moment halten sich Licht und Dunkel das Gleichgewicht, bevor die Nächte länger werden. In der Natur ist das die Zeit der Ernte. Die Äpfel hängen schwer an den Zweigen, auf den Wiesen rund um den See wird das Grummet, das letzte Heu eingebracht. Gleichzeitig beginnt im Verborgenen bereits das Nächste, denn wer im kommenden Jahr ernten will, muss jetzt entscheiden, welches Saatgut er aufbewahrt und wovon er sich trennt.

Diese Frage stellt uns der Herbst jedes Jahr, doch in diesem Jahr formuliert der Himmel sie besonders deutlich. Drei Tage nach dem Äquinoktium, am 26. September, steht der Vollmond im Widder. Die Sonne in der Waage, dem Zeichen der Beziehung und der Rücksicht, blickt dem Mond im Widder direkt ins Gesicht, und der Widder spricht den ältesten und einfachsten Satz der Seele: Ich will.

Auf dieser Achse zwischen Rücksicht und Wille bleiben so viele Frauen in der zweiten Lebenshälfte hängen. Für die Menschen um sie herum haben sie Kraft ohne Ende. Geht es jedoch um die eigene Entscheidung, wird es plötzlich still in ihnen. Chiron, der verwundete Heiler, wird am 18. September noch einmal in den Widder zurückgekehren, als wolle er sichergehen, dass die alte Wunde rund um den eigenen Willen in diesen Wochen gehört wird.

Michaeli und der Drache in uns

Am 29. September feiern wir Michaeli. Seit Jahrhunderten zeigen Kirchenfenster und Altarbilder den Erzengel Michael, wie er den Drachen bezwingt. Rudolf Steiner hat dieses Bild aus den Kirchen in die menschliche Seele geholt: Der Drache lebt in uns, und die Michaelizeit lädt uns ein, ihm ins Auge zu schauen. Steiner beschreibt, wie die Sternschnuppen, die im Spätsommer vom Himmel fallen, Eisen auf die Erde bringen. Aus diesem kosmischen Eisen schmiedet Michael sein Schwert, und in uns lebt dasselbe Eisen im Blut, wo es zu Mut und Willenskraft werden kann. Seit alters gehört das Eisen zum Mars, dem Planeten des Widders, und so reichen sich Vollmond und Michaeli in diesen Tagen die Hand.

Das Böse, dem dieses Schwert gilt, sieht selten aus wie ein Gruselmonster. Viel lieber zieht es sich ein Gewand an, das wir für eine Tugend halten. Es kleidet sich in eine Selbstverleugnung, die sich als Bescheidenheit ausgibt, oder in ein Verständnis für alle anderen, das am Ende keinen Raum mehr für das eigene Leben lässt.

Am liebsten jedoch erscheint es als Geduld. Geduld ist eine wunderbare Kraft, solange sie wartet, bis etwas reif geworden ist. Zum Drachen wird sie dort, wo sie wartet, obwohl längst eine Entscheidung fällig wäre. Wie viele Jahre haben wir uns schon gesagt, dass der richtige Moment noch kommen wird, wenn erst die Kinder aus dem Haus sind oder der Partner in Rente geht? Diese Geduld fühlt sich edel an. In Wahrheit hält sie uns davon ab, das zu leben, wofür wir auf diese Erde gekommen sind.

Revision statt Stillstand

Die Zeitqualität dieses Herbstes lädt uns ein, in Revision zu gehen. Das heißt, für einen Moment anzuhalten und mit wachem Blick zu prüfen, welche Seile dein Leben noch sicher tragen und welche über die Jahre rau geworden sind. Wo schleift es? Welche Rolle, die du einmal gern gespielt hast, läuft inzwischen so laut, dass du dich selbst kaum noch hörst? Wo hat sich etwas gelockert, das dir eigentlich festen Halt geben sollte, deine Freude vielleicht oder das Vertrauen in deine eigene Wahrnehmung?

Mit Selbstkritik hat diese Prüfung wenig zu tun. Die Techniker in den Masten verurteilen keine Bahn, deren Seil nach einem Sommer voller Fahrten Spuren zeigt. Sie schauen hin, weil ihnen daran liegt, dass die Bahn im Winter trägt. Mit genau dieser Haltung dürfen wir auf unsere Biografie blicken, und wo wir erkennen, dass unser Lebensmodell uns daran hindert, unseren Seelenplan zu erfüllen, dürfen wir korrigieren.

Das Horoskop ist dabei eine große Hilfe, weil es zeigt, welche Zyklen gerade an welcher Stelle deines Lebens arbeiten und welche Saat in dir auf ihre Zeit wartet. Wenn du wissen möchtest, in welchem Lebensbereich die Konstellationen dieses Herbstes bei dir persönlich ankommen, schreibe ich dir das in meinem Astrologischen Herbstkompass auf.

Mein eigener Herbst

Ich habe meine eigene Revision in diesem Jahr ziemlich gründlich erledigt. Mit sechzig habe ich den Norden verlassen und noch einmal ganz neu angefangen, hier zwischen Bergen und See. Sieben Jahre habe ich im Norden gelebt, und schon früh hat mir eine leise Stimme gesagt: “Nett hier, aber nicht für immer.” Und doch bin ich noch ein paar Jahre geblieben. Bei meiner eigenen Revision habe ich in dieser Stimme genau das erkannt, worüber ich hier schreibe: eine Geduld, die sich vernünftig anfühlte und doch nur ein Seil festhielt, das längst ausgedient hatte. Meine Kinder sind jetzt auf eigenen Füßen, meine Arbeit trage ich in mir und nehme sie überallhin mit, und so blieb am Ende nur die Frage, was ich eigentlich will. Die Antwort lag im Süden, und ein wenig fühlt es sich an wie eine Heimkehr, denn geboren bin ich in Zürich, mit den Alpen am Horizont und vor Flensburg war ich viele Jahre bereits im bayerischen Oberland daheim. Heute kann ich dir sagen: Meine Bahn fährt wieder, und sie fährt mit einer Leichtigkeit, die ich lange nicht mehr erlebt habe.

Aus dieser Kraft heraus öffne ich jetzt meinen neuen Videokurs „Astrologie und Lebensart der zweiten Lebenshälfte”. In 19 Kapiteln mit über acht Stunden Videomaterial gehen wir gemeinsam durch die großen Zyklen, die in der zweiten Lebenshälfte an unsere Tür klopfen, von der Uranus-Opposition über den Chiron-Return bis zu Saturn und den Mondknoten, verbunden mit Steiners Jahrsiebten und den Einsichten von Jung und Lievegoed. Der Kurs startet am 26. September, am Vollmond im Widder, und du kannst ihn ab sofort zum Einführungspreis buchen – das geht nach meinem Eingreifen jetzt auch technisch… Betrachte ihn als deine persönliche Revisionsanleitung, mit der du selbst prüfen lernst, was trägt und was erneuert werden will.

Manche Frauen gehen diesen Weg lieber mit jemandem an ihrer Seite, gerade wenn eine konkrete Entscheidung ansteht, die sie schon zu lange vor sich herschieben. Für sie gibt es meine zwölfwöchige Begleitung „Deine Entscheidung”, in der wir dein Horoskop und deine Biografie gemeinsam lesen und Schritt für Schritt ins Tun kommen. Starten wir einfach mit einem Erstgespräch, damit für beide Seiten klar wird, dass dieser Plan Sinn macht. 

Wenn im Winter der erste Schnee auf den Gipfeln liegt, werden die Bahnen hier wieder fahren, frisch geprüft und sicher. Ich wünsche dir, dass du diesen Herbst nutzt, um deinem eigenen Leben dieselbe Sorgfalt zu schenken. Michael reicht dir das Schwert. Ob du es in die Hand nimmst, entscheidest du.

Meine Coachingformate für Krisenzeiten

Coaching Erstgespräch

Anliegen erfassen, Weg klären

Eine Einzelstunde bietet dir gezielte Impulse und Klarheit für eine aktuelle Herausforderung und ermöglicht dir erste Schritte in Richtung deines Potenzials zu gehen. Der Weg ist erkennbar.

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Ilona Krämer

Fünfundzwanzig Jahre Angst

Fünfundzwanzig Jahre Angst

9/11

Was der 11. September aus unserem Bewusstsein gemacht hat

Schließ für einen Moment die Augen und schau nach, welches Bild von diesem Tag noch in dir liegt. Vermutlich brauchst du dafür keine Sekunde. Frag dich dann, wann du es zum ersten Mal gesehen hast und wie oft danach noch.

Heute jährt sich dieser Morgen zum fünfundzwanzigsten Mal, und ich ich gehe der Frage nach, was sie mit uns gemacht haben.

Warum sich dieses Bild so mühelos in dich hineinlegen konnte

Der Mond stand damals in den Zwillingen, im Trigon zu Uranus im Wassermann. Ein Trigon fließt, es findet keinen Widerstand. Das Bild von den Türmen legte sich in Echtzeit über den ganzen Planeten und traf auf nichts, was es hätte bremsen können. Der Mond bildete zusätzlich ein Trigon zu Lilith, und damit lief mit dem Bild auch das Ungeheure ungefiltert in jedes Wohnzimmer der Welt.

Die Sonne stand quer zu alldem. In der Jungfrau, im Zeichen der nüchternen Unterscheidung, im Quadrat zum Mond, im Quadrat zu Saturn und im Quadrat zu Chiron im Schützen. Das prüfende Bewusstsein wurde an diesem Morgen schlicht überrollt, und die Wunde saß im Sinn. Der Schütze fragt nach dem Warum, nach Vertrauen in eine geordnete Welt. Diese Frage ist seither offen.

Dahinter lag die eigentliche Machtachse des Tages, die Opposition von Saturn in den Zwillingen zu Pluto im Schützen. Die Reihenfolge ist bemerkenswert. Zuerst floss das Gefühl widerstandslos in den Schock hinein, dann kam die Struktur und hat sich dieses Gefühl genommen. Aus dieser Achse sind die Sicherheitsgesetze geworden, die Kontrollarchitektur, zwei Jahrzehnte Krieg. Seither leben wir in einer Welt, die uns von Krise zu Krise weiterreicht. Terror, Finanzkrise, Pandemie, Krieg, Inflation. Eine ganze Generation hat ihr gesamtes erwachsenes Leben in dieser Achterbahn verbracht und dabei gelernt, dass Angst der Normalzustand sei.

Vom grellsten Licht der Welt zur Saat im Boden

Heute, am 11. September 2026, steht ein Neumond exakt auf dem Sonnengrad von damals. Der Tag kehrt astrologisch zu sich selbst zurück, und diesmal tritt der Mond hinzu.

Damals war er fast voll und stand in den Zwillingen. Alles war Bild, Übertragung, Wiederholung. Diesmal ist er dunkel und steht bei der Sonne in der Jungfrau, in der Erde, im Zeichen der stillen Arbeit. Ein schöneres Bild für einen Abschluss kann ich dir kaum nennen.

Wer an jenem Morgen Mitte dreißig war, ist heute auf der Reise zum siebten Lebensjahrzehnt. Wer damals zwanzig war, steht mitten im Leben. Zwischen diesen beiden Punkten liegt alles, worüber ich mit meinen Klientinnen spreche.

Die Polarität: zwei Drachen, zwei Welten

Über uns wird geredet, verhandelt und vernetzt, in einer Geschwindigkeit, bei der kaum jemand mitkommt. Merkur in der Waage bildet ein Trigon zu Uranus in den Zwillingen und ein Trigon zu Pluto im Wassermann, ein großes Lufttrigon, dem Neptun im Widder gegenübersteht. Ein Denken, das blitzschnell ist und zugleich in die Tiefe geht, das sich vernetzt, verhandelt und alles mit derselben Geschwindigkeit transportiert. Das Geprüfte und das Erfundene. Dieser Strom unterscheidet nicht.

Darunter liegt eine zweite Ebene, und sie ist aus anderem Stoff. Chiron im Stier bildet ein Trigon zum absteigenden Mondknoten in der Jungfrau, der wiederum ein Trigon zu Lilith im Schützen bildet. Zwei Erdzeichen also, sehr vertraut, sehr bewährt, dazu ein Feuerpunkt, der sich weigert weiterzumachen wie bisher. An der Spitze dieser Figur steht Venus im Skorpion und fragt nach dem, was wirklich Wert hat.

Diese beiden Welten reden kaum miteinander. Der eine Drachen fliegt, der andere liegt. Es gibt genau eine Verbindung zwischen ihnen, und sie ist hart: Venus im Skorpion im Quadrat zu Pluto im Wassermann. Ein Wertbegriff, der mit einer Netzwerkmacht kollidiert.

Mitten dazwischen stehen Sonne und Mond in der Jungfrau und fragen ganz nüchtern: Was davon lässt sich morgen früh tatsächlich tun?

Die Täuschung hat zwei Gesichter

Hier wird es interessant, denn die meisten Menschen suchen die Täuschung dort, wo sie eine Lüge vermuten. Sie suchen den Satz, der nicht stimmt, und den Menschen, der ihn gesagt hat. Dabei liegt die Täuschung eine Ebene tiefer, und sie kommt aus zwei Richtungen gleichzeitig.

Das eine Gesicht ist ahrimanisch. Ahriman zieht den Menschen in die Zahl, in die Berechnung, ins Netz, in die Kälte. Er will alles messbar, alles steuerbar, alles gespeichert. Schau dir Pluto im Wassermann an. Schau dir an, was gerade mit dem Begriff des Besitzes geschieht. Bargeld ist Erde, es hat Gewicht, es liegt in deiner Hand, es ist anonym, weil es einen Körper hat. Ein digitaler Euro ist Luft, er existiert als Information, er ist teilbar, nachverfolgbar, steuerbar und abschaltbar. Chiron im Stier stellt dazu die Frage, die kaum jemand laut stellt: Was besitzt ein Mensch eigentlich noch, wenn Besitz nur ein Eintrag in einem System ist?

Das andere Gesicht ist luziferisch. Luzifer zieht den Menschen hinauf, in den Rausch, in die Verklärung, in die schöne Erzählung. Er ist der heroische Nebel, die große Geste, das gute Gefühl, das sich einstellt, wenn eine Entscheidung sich richtig anfühlt, während sie passiert. Neptun im Widder, rückläufig, beschreibt das genau. Ein Angreifer, der im Nebel steht, und ein Rechtsempfinden, das ihn benennen möchte und es sauber nicht kann.

Beide Gesichter sind dir vertraut, und beide fühlen sich von innen niemals wie Täuschung an. Die ahrimanische Seite fühlt sich nach Sachlichkeit an. Die luziferische Seite fühlt sich nach Bedeutung an. Genau deshalb funktionieren sie.

Angst ist der Antagonist des Lebens

Rudolf Steiner beschreibt Furcht und Schrecken als etwas Stoffliches. Für ihn sind Angstgefühle keine bloßen Stimmungen im Inneren eines Menschen, sondern eine Substanz, die in die Welt hinausgeht. Und diese Substanz ist Nahrung. Es gibt nach seiner Darstellung geistige Wesen, die sich von menschlicher Angst ernähren, so wie wir uns von Brot ernähren.

Du musst dieses Bild nicht wörtlich nehmen, damit es arbeitet. Nimm es einmal nur als Beschreibung dessen, was du täglich beobachten kannst. Angst verbreitet sich zuverlässiger als jede andere Regung. Sie erzeugt Klicks, sie erzeugt Reichweite, sie erzeugt Zustimmung zu Maßnahmen, denen sonst niemand zustimmen würde. Angst ist Währung, und es gibt Kräfte, die davon leben.

Und was macht Angst mit einem Menschen? Sie macht ihn handlungsunfähig. Ein Mensch, der Angst hat, wartet ab. Er trifft keine Entscheidungen, er schließt keine Verträge, er widerspricht nicht, er zieht nicht um, er kündigt nicht, er fängt nichts an. Er hält still und schaut, was passiert.

Deshalb nenne ich die Angst den Antagonisten des Lebens. Sie tötet dich nicht. Sie hält dich lediglich davon ab, das zu tun, wofür du hier bist. Wenn du fünfundzwanzig Jahre lang solche Meldungen liest, waren diese Jahre keine unglückliche Verkettung. Sie waren ein Fütterungsprogramm.

Wem das nützt, überlege dir selbst.

Die Wahrheit ist keine Gegenerzählung

Hier kommt der Teil, der die meisten Menschen ärgert, und ich sage ihn trotzdem.

Wenn eine Regierung weiß, wer etwas getan hat, soll sie es sagen und belegen. Wenn sie es nicht weiß, soll sie nicht handeln, als wüsste sie es. Beides gleichzeitig ist die Methode, mit der wir seit fünfundzwanzig Jahren regiert werden, und wir haben sie inzwischen so gut gelernt, dass sie kaum noch auffällt.

Dasselbe gilt für die Gegenrichtung. Wer im Internet sofort weiß, dass etwas inszeniert war, weiß es genauso wenig. Es gibt dafür sogar einen Fachbegriff, und den solltest du kennen. Er heißt Überattribution und meint die Neigung, jedes ungewöhnliche Ereignis sofort einem bestimmten Täter zuzuordnen, obwohl die Belege dafür fehlen. Das Perfide daran: Genau darauf zielen solche Operationen ab. Sie wollen Unsicherheit erzeugen und Verantwortlichkeiten verwischen. Wer ständig zuschreibt, ohne es zu wissen, erledigt einen Teil der Arbeit gleich mit.

Merkur bildet an diesem Neumond ein Quadrat zu Lilith im Schützen. Lilith ist der Punkt, an dem sich etwas weigert, und hier weigert sich etwas, glatt ausgesprochen zu werden. Sie fordert an dieser Stelle etwas sehr Unbequemes, nämlich auszuhalten, dass eine Frage offen ist.

Ein Lager gibt dir dagegen etwas, das sich verdammt gut anfühlt. Es gibt dir Gewissheit, es gibt dir Zugehörigkeit, es nimmt dir die Angst. Genau deshalb funktioniert es. Wer in einem Lager steht, muss nicht mehr aushalten, dass er etwas nicht weiß.

Unsere Aufgabe: Unterscheiden ist eine Denkleistung

Der Neumond in der Jungfrau eröffnet die Michaeli-Zeit. Michaeli ist der 29. September, und im christlichen Bilderkanon gehören die Jungfrau und Michael zusammen. Michael ist in der Anthroposophie der Zeitgeist unserer Epoche. Er ist der Drachenkämpfer, und der Drache, den er niederhält, hat die beiden Gesichter, über die wir eben gesprochen haben.

Michael steht in der Mitte, und das ist der Punkt, den ich für den wichtigsten halte: Michaelischer Mut ist eine Denkleistung. Er ist kein Gefühl, das man hat oder nicht hat. Er ist die Fähigkeit, wach zu bleiben, wenn es unbequem wird, und zu unterscheiden, wenn alle anderen schon zu wissen glauben.

Vor fünfundzwanzig Jahren stand Merkur ebenfalls in der Waage, damals im Trigon zu Saturn und im Sextil zu Pluto, also in müheloser Übereinstimmung mit der Macht. Das öffentliche Wort setzte der Angst nichts entgegen. Heute steht derselbe Merkur im selben Zeichen und hat Widerstand in sich, ein Quadrat zu Lilith und eine Opposition zu Neptun. Das ist der Unterschied, und er ist eine Chance.

Ganz konkret sieht diese Übung so aus.

Frag nach der Quelle, bei jeder Seite. Der Satz, der die Welt verändern würde, ist der langweiligste von allen. Er lautet: Woher weißt du das? Stell ihn dem Nachrichtensprecher genauso wie der Freundin, die dir das Video schickt. Stell ihn dem Minister und stell ihn dem Kanal, der dir erklärt, dass alles ganz anders ist. Wer die Frage nicht beantworten kann, hat nichts gesagt, egal wie überzeugend es klang.

Mach den Satz “Ich weiß es nicht” wieder benutzbar. Wir haben verlernt, ihn zu sagen. Er gilt als Schwäche, als Ausweichen, als mangelnde Haltung. Dabei ist er in den meisten Fällen die einzige ehrliche Auskunft, die ein Mensch über Weltpolitik geben kann.

Sprich das Unbequeme dort aus, wo es dich etwas kostet. Im Internet zu widersprechen kostet nichts. Am Küchentisch zu widersprechen, im Kollegium, im Verein, bei der Schwägerin, die ganz genau weiß, wer schuld ist, das kostet etwas. Genau dort gehört es hin. Ich meine damit keinen Streit, sondern einen einzigen ruhigen Satz: So sicher, wie du das sagst, bin ich mir da nicht.

Trenne den Menschen von seiner Meinung. Behalte mindestens einen Menschen in deinem Leben, der grundlegend anders denkt als du, und behalte ihn wirklich, mit Einladung zum Kaffee. Wenn du niemanden mehr hast, der dir widerspricht, ist das keine Auszeichnung. Es ist eine Warnung.

Halte dein Geistesleben frei. Schau nach, wer bezahlt, was du liest und hörst. Bezahle selbst für mindestens eine Quelle, statt sie dir kostenlos finanzieren zu lassen. Gib deine Aufmerksamkeit denen, die Belege bringen, statt denen, die dich in Aufregung versetzen. Deine Aufmerksamkeit ist Geld, jeden einzelnen Tag, und sie ist die einzige Währung, über die niemand außer dir bestimmt.

Eisen ist Erde, die vom Himmel fällt

Im September fallen die Reste der Perseiden, und der Meteorstaub bringt Eisen in die Erdatmosphäre. Eisen ist das Metall des Mars, das Metall des Mutes, und es ist zugleich das Metall in deinem Blut.

Darin liegt für mich das schönste Michaeli-Bild überhaupt. Der Mut kommt nicht aus dem Kopf herunter und er wächst auch nicht aus dem Boden herauf. Er entsteht dort, wo beides sich trifft. Im Denken, das prüft, und in der Hand, die etwas tut.

Es gibt diese Tage, an denen etwas endgültig zu Ende geht, ohne dass man es sich ausgesucht hat. Es gibt daneben die anderen, an denen du selbst entscheidest, dass etwas zu Ende geht. Beide sind Schwellen, und beide fordern denselben Mut. Ich stehe gerade selbst auf einer von der zweiten Sorte, mit Kisten hinter mir und einem neuen Ort vor mir, und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Der Tag, an dem du eine Entscheidung triffst, ist der Tag, an dem die Angst ihren Zugriff auf dich verliert.

Sonne und Mond stehen heute in der Jungfrau, im Sextil zu Mars im Krebs. Mars im Krebs ist die Kraft, die aus dem Schutzbedürfnis kommt. Sie haut nicht auf den Tisch, sie sorgt. Sie räumt den Vorratsschrank ein, sie ruft an, sie regelt das Konkrete. Es ist die kleinste Form von Macht, die es gibt, und sie ist die einzige, die dir an diesem Tag tatsächlich gehört.

Wenn Angst unsere Nahrung ist, dann ist die Frage nicht mehr, wie du dich beruhigst. Die Frage lautet, wovon du dich ernährst und wen du ernährst.

Carpe diem!

Meine Coachingformate für Krisenzeiten

Coaching Erstgespräch

Anliegen erfassen, Weg klären

Eine Einzelstunde bietet dir gezielte Impulse und Klarheit für eine aktuelle Herausforderung und ermöglicht dir erste Schritte in Richtung deines Potenzials zu gehen. Der Weg ist erkennbar.

Vier Wochen Coaching

Stärken entdecken

Das vierwöchige Coachingprogramm vertieft deine Selbstreflexion und unterstützt dich dabei, deine Stärken und Ressourcen zu erkennen, um konkrete Veränderungen in deinem Leben umzusetzen.

12 Wochen Coaching

Erfüllung finden

Im intensiven zwölfwöchigen Coaching ‘Deine Entscheidung’ tauchen wir tief in deine persönlichen Ziele ein und begleiten dich Schritt für Schritt auf deinem Weg zu nachhaltiger Transformation und innerer Erfüllung.

Fühlst du dich überfordert und weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

Uranus rückläufig in den Zwillingen

Uranus rückläufig in den Zwillingen

Uranus rückläufig

Der Aufbruch, den niemand

von außen sieht

Am 13. März 1781 richtete Wilhelm Herschel sein selbstgebautes Teleskop auf einen unscheinbaren Lichtpunkt am Frühlingshimmel und hielt ihn zunächst für einen Kometen. Was er gefunden hatte, war ein Planet, der erste in der Geschichte der Menschheit, den vor ihm niemand je mit bloßem Auge gesehen hatte. Über Nacht wurde das bekannte Sonnensystem doppelt so groß, und eine ganze Generation musste ihr Weltbild erweitern um etwas, das die ganze Zeit über da gewesen war.

Ich finde, das ist ein außerordentlich schönes Bild für den heutigen Tag. Es gibt Veränderungen, die sich dem bloßen Blick entziehen und trotzdem alles verschieben. Man braucht ein Instrument, um sie zu sehen.

Was heute am Himmel geschieht

Am 10. September 2026 kommt Uranus bei etwa fünf Grad und zweiundvierzig Minuten in den Zwillingen scheinbar zum Stehen und beginnt seinen Weg zurück. Er läuft “rückwärts” bis zum 8. Februar 2027, wo er bei knapp zwei Grad Zwillinge wieder umkehrt und vorwärts weiterzieht. Das Fenster umfasst also knapp fünf Monate, rund einhundertzweiundfünfzig Tage, und das Zeichen der Zwillinge verlässt er dabei zu keinem Zeitpunkt.

Astronomisch geschieht bei alldem etwas erstaunlich Unspektakuläres. Uranus bremst nicht, er dreht nicht um, er zieht mit nahezu gleicher Geschwindigkeit in derselben Richtung weiter wie zuvor. Was sich ändert, ist unser Standpunkt. Die Erde braucht ein Jahr für ihren Umlauf, Uranus braucht vierundachtzig, und wenn wir ihn auf der schnelleren Innenbahn überholen, verschiebt sich seine scheinbare Position vor dem Sternenhintergrund für einige Monate gegen die gewohnte Richtung. Wenn du auf einer langen Landstraße einen langsameren Wagen überholst, scheint er für ein paar Augenblicke zurückzufallen, obwohl er unverändert vorwärtsfährt. Bewegt hat sich dein eigener Ort.

Das nimmt allen Warnmeldungen, die dir in diesen Tagen begegnen werden, ziemlich zuverlässig die Spitze. Uranus ist in jedem Jahr rund fünf Monate lang scheinbar rückläufig, gut vierzig Prozent der Zeit. Eine solche Phase ist ein Rhythmus und kein Ausnahmezustand, und wer dir erzählt, du dürftest jetzt keine Verträge schließen, keine Geräte kaufen und schon gar nicht umziehen, verkauft dir Angst.

Warum dieses Fenster dennoch besonders ist

Uranus ist am 26. April 2026 dauerhaft in die Zwillinge eingezogen und bleibt dort bis 2033. Eine kurze Vorschau gab es bereits im Sommer und Herbst 2025, bevor er noch einmal in den Stier zurücklief. Damit ist die Phase, die heute beginnt, die erste vollständige Uranus-Rückläufigkeit in den Zwillingen seit den 1940er Jahren.

Bei einem Umlauf von vierundachtzig Jahren berührt Uranus jedes Tierkreiszeichen etwa alle acht Jahrzehnte einmal. Kaum ein Mensch, der heute lebt, hat eine Uranus-Zwillinge-Passage als Erwachsener bewusst erlebt. Wir sind hier also gemeinsam zum ersten Mal unterwegs.

Der Aufbruch, der nach innen geht

Uranus steht in der psychologischen Astrologie für den Bruch. Für den Einfall, der aus dem Nichts kommt, für die Abweichung von der Norm, für die Freiheit, die man sich nimmt, statt auf ihre Gewährung zu warten. In den Zwillingen bekommt dieses Prinzip die Werkzeuge der Sprache. Es geht darum, wie geredet, gelernt, gelesen und weitergegeben wird.

Rückwärts gewendet richtet sich dieses Prinzip nach innen. Aus der Frage, wovon du weg willst, wird die Frage, wohin du eigentlich gehst und in welchen Worten du das sagen kannst. Was zwischen Mai und September Fahrt aufgenommen hat, zeigt in diesen Monaten seine Lücken, und genau darin liegt die Freundlichkeit dieser Zeit.

In meiner Arbeit begegnet mir das fast täglich. Die Frauen, die zu mir kommen, handeln kraftvoll, wenn es um andere geht. Sie organisieren Pflege, sie halten Familien zusammen, sie tragen Betriebe und Kollegien. Für die eigene Person fehlt dann oft die Kraft oder der Mut zur Entscheidung, obwohl längst klar ist, was ansteht. Bewusstwerdung ist der Kipppunkt, damit ist allerdings noch nichts getan. Es braucht danach den Gedanken, der die Sache klärt, und das Gefühl, das den Gedanken trägt. Beides sind aktive Prozesse, und für die eigene Person sind sie ungewohnt.

Diese fünf Monate sind für genau diese Arbeit gemacht.

Das Gewordene und das Werdende

Rudolf Steiner macht hier eine Unterscheidung, denn er trennt das Werdende vom Gewordenen. Das Gewordene ist alles, was fertig vor uns liegt, greifbar, messbar und abgeschlossen. Das Werdende hat noch keine sichtbare Gestalt, es kommt uns aus der Zukunft entgegen, und trotzdem liegt in ihm die eigentliche gestaltende Kraft.

In einem Vortrag aus dem Jahr 1917 sagt er es sehr unmissverständlich: “Das Werden ist lebendig, das Sein ist immer tot.” Jedes fertige Sein, so führt er weiter aus, ist der zurückgelassene Leichnam eines Werdens, das einmal in Bewegung war. Schon Heraklit hatte diesen Gedanken in das Bild vom Fluss gefasst, in den wir kein zweites Mal steigen können, weil er ein anderer geworden ist und wir es auch sind.

Nimm dieses Bild einmal mit auf dein eigenes Leben. Es gibt darin Bereiche, die noch atmen, in denen du morgens nicht weißt, wie der Abend aussieht. Es gibt andere, die vollständig eingerichtet sind. Der Ablauf steht, die Rollen sind verteilt, die Sätze fallen seit Jahren in derselben Reihenfolge. Solche Bereiche funktionieren tadellos, gerade darin liegt ihre Gefahr, denn Funktionieren und Lebendigsein sind zwei verschiedene Dinge.

Steiner geht so weit zu sagen, dass jedes Stehenbleiben beim Menschen eine Unvollkommenheit bedeutet, und dass kein Tag vergehen sollte, an dem wir nicht wenigstens einen Gedanken aufnehmen, der unser Wesen ein wenig verändert. Er spricht ausdrücklich von Nuancen. Es geht hier um keinen Umsturz, es geht um die Wiederbelebung von etwas, das erstarrt ist.

Damit sind wir wieder bei Uranus, denn das Rückläufige beschreibt keinen Rückschritt. Es beschreibt den Moment, in dem Gewordenes noch einmal flüssig wird.

Die vier Grad, um die es geht

Astrologisch arbeitet man bei rückläufigen Phasen mit dem Schattenbereich, also mit der Gradstrecke, die ein Planet insgesamt dreimal durchläuft, vorwärts, rückwärts und noch einmal vorwärts. Bei dieser Phase liegt sie zwischen etwa zwei und knapp sechs Grad Zwillinge. Uranus hat sie am 25. Mai 2026 zum ersten Mal betreten und lässt sie erst am 25. Mai 2027 endgültig hinter sich. Ein volles Jahr also, in dem dieselben vier Grad dreimal berührt werden.

Wenn du dein Geburtshoroskop kennst, kannst du hier sehr konkret werden. Wer Planeten oder Achsen zwischen einem und sechs Grad in Zwillingen, Schützen, Jungfrau oder Fischen stehen hat, bekommt die harte, fordernde Berührung. Wer sie zwischen einem und sechs Grad in Widder, Löwe, Waage oder Wassermann stehen hat, bekommt den fließenden Kontakt, die offene Tür. In welchem Haus deines Horoskops diese vier Grad liegen, entscheidet darüber, welcher Lebensbereich in diesen Monaten zur Sprache kommt.

Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Es steht in deinem Horoskop, und es steht dort ziemlich genau.

Wenn du um 1963 geboren bist

Ein Hinweis für die Jahrgänge um 1962 bis 1964. Uranus braucht vierundachtzig Jahre für seinen Umlauf, und dieser Zyklus gliedert eine Biografie an sehr bestimmten Stellen. Um das zweiundvierzigste Lebensjahr steht er dem Uranus deines Geburtshoroskops gegenüber, das ist die klassische Lebensmitte mit ihrem Aufbegehren. Um das dreiundsechzigste bildet er das abnehmende Quadrat, und dieses Quadrat stellt eine andere Frage. Es fragt nicht mehr, ob du ausbrechen willst. Es fragt, was du von dem, was du damals begonnen hast, wirklich zu Ende bringen möchtest.

Ob dich das gerade betrifft, hängt vom genauen Grad ab, an dem Uranus in deinem Horoskop steht.

Fünf Monate, die sich strukturieren lassen

Fünf Monate lassen sich schwer durchhalten, sie lassen sich aber gut ordnen. Ich empfehle dir dafür drei Schritte, die keinerlei Vorkenntnisse verlangen.

Nimm dir in den nächsten Tagen eine halbe Stunde und schreibe drei Sätze auf, die im Frühsommer dieses Jahres neu für dich waren. Eine Entscheidung, eine Meinung, ein Vorhaben. Datiere das Blatt und leg es weg. Mehr braucht es zunächst nicht.

Nutze die Zeit bis in den Winter hinein zum Abziehen statt zum Hinzufügen. Ein halb angefangenes Projekt bewusst beenden statt es weiter liegen zu lassen, eine Verpflichtung zurückgeben, eine Gewohnheit prüfen, die du seit Jahren mitschleppst. Wenn dich in diesen Monaten etwas Neues ruft, beginne es klein und umkehrbar.

Hol das Blatt um den 8. Februar 2027 wieder hervor und lies deine drei Sätze noch einmal. Was davon gilt noch wörtlich, was gilt anders formuliert, was ist weggefallen? Diese drei Antworten sind mehr wert als jede Deutung, die du im Netz findest, weil sie von dir stammen.

Eine Bemerkung dazu, weil mich diese Frage regelmäßig erreicht. Du darfst in dieser Zeit kündigen, ausziehen, dich trennen und unterschreiben. Die Phase ist ein Prüfstein und keine Ampel. Was am Montag noch stimmt, stimmt auch im rückläufigen Uranus.

Der Kurswechsel, der von innen kommt

Am Ende steht dasselbe Bild wie am Anfang. Uranus ändert seine Richtung nicht, wir ändern unseren Standpunkt, und von diesem neuen Standpunkt aus sieht dieselbe Bewegung anders aus. Genauso funktioniert ein innerer Kurswechsel. Dein Leben muss nicht umgeworfen werden, damit sich etwas grundlegend verschiebt. Es genügt, dass du dich an eine andere Stelle stellst und noch einmal hinschaust.

Wie das bloße Auge Uranus am Himmel übersieht, so übersehen wir die eigenen erstarrten Bereiche mit großer Zuverlässigkeit, weil sie ja funktionieren. Dafür gibt es ein Instrument. Dein Horoskop zeigt dir, wo diese vier Grad in den Zwillingen dein Leben berühren, welches Thema in den kommenden Monaten zur Revision ansteht und welcher Bereich bei dir gerade vom Werden ins Gewordene gekippt ist.

Wenn du dort genauer hinschauen möchtest, begleite ich dich gern in einer persönlichen astrologischen Beratung. Wir nehmen uns dein Geburtshoroskop vor, wir schauen, wo dieses Fenster bei dir liegt, und wir formulieren gemeinsam die Frage, mit der du in den Winter gehst.

Carpe diem!

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Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

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Mit 60 noch einmal alles auf Anfang

Mit 60 noch einmal alles auf Anfang

Neustart am Chiemsee

Ich sehe wieder die Sterne

Am ersten Abend in Übersee bin ich vor die Tür getreten und habe nach oben geschaut. Da standen sie, dicht an dicht, ein Himmel, wie ich ihn lange nicht mehr gesehen habe. Mich hat der Anblick sehr berührt. Die Sterne begrüßten mich förmlich mit ihrem Funkeln

Am Morgen dann die Berge. Sie streicheln meine Seele, anders kann ich es dir nicht beschreiben. Sie stehen einfach da, ohne jede Eile, und etwas in mir wird ruhig, sobald ich sie ansehe.

In der Nachbarschaft wachsen drei Walnussbäume, und als Astrologin habe ich beim ersten Rundgang laut gelacht. Der botanische Name der Walnuss lautet Juglans und geht auf Jovis glans zurück, die Eichel des Jupiter. Die Römer haben diesen Baum dem Planeten der Weite, des Wachstums und des Vertrauens zugeordnet. Drei Jupiterbäume vor der Tür, an dem Ort, an dem ich noch einmal anfange.

Der Walnussbaum ist seit jeher ein Schutzbaum. Man hat ihn vor die Häuser gepflanzt, damit er bewahrt, was drinnen lebt. Seine Energie führt nach innen, sie stärkt die eigenen Grenzen und hilft dabei, bei sich zu bleiben und alte Lasten als das zu erkennen, was sie sind. Seine Frucht sitzt in einer Schale, die aufgebrochen werden will, bevor das Nährende darin erreichbar ist. In der alten Signaturenlehre hat man den Kern wegen seiner Form dem menschlichen Gehirn zugeordnet und darin ein Zeichen für geistige Wachheit gesehen, für ein Denken, das sich selbst betrachten kann.

Dazu kommt seine Geduld. Ein Walnussbaum trägt erst nach vielen Jahren richtig, dafür trägt er dann über Jahrzehnte. Was spät kommt, kommt oft am reichsten. Ein besseres Bild für die zweite Lebenshälfte hätte ich mir nicht ausdenken können.

Auf der Weide nebenan grasen Schafe. Vom Kindergarten her höre ich Kinder lachen. Der Anfang des Lebens und die Geduld der alten Bäume liegen hier ein paar Schritte auseinander, und ich stehe mit meinen sechzig Jahren mittendrin.

Von der Waterkant in die Berge

Flensburg war sieben Jahre lang mein Ort. Das Wasser, der Wind, dieses helle, weite Licht, das es dort oben gibt und sonst kaum irgendwo. Ich habe dort gearbeitet, geschrieben, Menschen begleitet, und ich bin dankbar für jedes Jahr.

Trotzdem stehe ich jetzt hier, zwischen Chiemsee und Bergen, und atme anders. Der Norden hat mich weit gemacht. Der Süden gibt mir etwas zurück, das ich lange vermisst habe, ohne es benennen zu können.

Der Moment, in dem ich es wusste

Der Umzug ist das Letzte, was geschieht. Er ist das Sichtbare, das, worüber alle sprechen, weil man Kartons zählen und Termine eintragen kann. Das Eigentliche liegt weit davor, in einem Moment, den niemand mitbekommt.

Ich wusste schon länger, dass ich aus Flensburg fortmusste. Länger heißt in meinem Fall Jahre, in denen ich es gewusst und trotzdem weitergemacht habe wie bisher. Im Frühjahr war dann kein Halten mehr. In dem Augenblick, in dem ich innerlich wirklich zugestimmt habe, gingen Türen auf, wo vorher keine gewesen waren. Diese Erfahrung mache ich immer wieder, bei mir selbst und bei den Frauen, die ich begleite. Die Welt beginnt sich erst dann zu bewegen, wenn du dich bewegt hast.

Im Frühsommer bin ich heruntergefahren, um mir die ersten Wohnungen anzusehen. Ich bin ausgestiegen, und in der Luft lag dieser würzige Mix aus Fichtennadeln und frischem Heu. Da wusste ich, dass dieser Weg richtig ist. Es sind ein paar Tränen gekullert, und ich habe sie kullern lassen.

Zwischen dem ersten leisen Wissen und diesem Augenblick lagen Jahre. So geht es den meisten von uns. Wir wissen es früher, als wir es zugeben.

Dann kamen die Kisten

Damit du kein falsches Bild bekommst: Ein Neuanfang mit sechzig ist eine Zumutung. Kartons, in denen ein halbes Leben steckt und die alle gleichzeitig ausgepackt werden wollen. Behörden. Handwerker. Wochen, in denen nichts an seinem Platz ist und du selbst am wenigsten.

Dazu kommen die Stunden, in denen die Frage auftaucht, ob das alles richtig war. Sie kommt meistens abends, sie ist völlig normal, und sie geht wieder. Ich habe gelernt, sie nicht für ein Urteil zu halten. Sie ist der Preis dafür, dass man wirklich etwas verändert hat.

Ich begleite seit Jahren Frauen in der zweiten Lebenshälfte, und ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt. Ihr wisst, wann der Hund eurer Tochter zur Impfung muss. Ihr bekommt den Facharzttermin für eure Mutter, an dem drei andere gescheitert sind. Ihr richtet der Nachbarin zweimal im Jahr das WLAN neu ein und kennt ihr Passwort inzwischen auswendig. Wäre Familienlogistik ein Studienfach, hättet ihr längst den Lehrstuhl.

Schauen wir gemeinam in deinen Kalender, dann steht alles drin. Nur ihr steht nicht drin.

Wenn ich frage, was du eigentlich willst, kommt erstaunlich oft eine Gegenfrage zurück. Manchmal auch dieses freundliche “ach, mir geht es doch gut”, bei dem wir beide wissen, dass es die Antwort auf eine andere Frage ist.

Das hat sich über Jahrzehnte eingeschliffen, weil es lange genau richtig war. Wer Kinder großzieht und Eltern begleitet, stellt sich hinten an, weil es anders schlicht nicht geht. Irgendwann sind die Kinder groß, die Eltern versorgt, und die Gewohnheit bleibt sitzen wie ein Möbelstück, das keiner mehr braucht und trotzdem niemand hinausträgt.

Also wartest du. Auf mehr Ruhe, auf den passenderen Moment, auf ein Gefühl von Sicherheit. Du stehst an einer Kreuzung und wartest auf Grün, dabei hat dort nie jemand eine Ampel aufgestellt.

Du darfst fahren. Es hat dir nur noch niemand gesagt.

Was gerade am Himmel geschieht

Es ist kein Zufall, dass ich ausgerechnet jetzt, inmitten meiner Kartons, diese Gedanken niederschreibe.

Am 10. September wird Uranus rückläufig. Uranus ist der Planet, der aufbricht, der stört, der das Gewohnte in Frage stellt. Rückläufig richtet er diese Kraft nach innen. Die Unruhe kommt dann nicht mehr von außen, sie sitzt in dir und stellt dir eine Frage, der du seit Jahren ausweichst.

Einen Tag später, am 11. September, steht der Neumond in der Jungfrau. Die Jungfrau räumt aus. Sie prüft, was noch gebraucht wird und was seit langem nur Platz besetzt. Sie fragt nicht nach großen Visionen, sie fragt nach dem nächsten wirklichen Schritt. Ich habe dazu auch ein eigenens Video gemacht…

Ich lebe diese Konstellation gerade sehr wörtlich, mit Kartons in jedem Zimmer. Du lebst sie vielleicht innerlich, an einem Ort, den außer dir niemand sieht. Der Auftrag ist derselbe.

Ich bin wieder am Start

Der Schreibtisch steht, das Licht hier ist gut, und ich bin zurück in der Arbeit, der Hebst klopft an und es gibt viel zu tun.

Wer wissen möchte, an welcher Stelle des eigenen Horoskops das gerade geschieht, findet im Astrologischen Herbstkompass eine persönliche Antwort darauf. Diese Impulsanalyse ist auf das Herbstäquinoktium am 23. September gerechnetund gibt dir wertvolle Hinweise, was du nach dem hektischen Sommer alles erden, umsetzen und machen darfst.

Und für die unter euch, bei denen die Frage längst gestellt ist und nur die Umsetzung fehlt, öffne ich zum Äquinoktium eine neue Runde meiner Begleitung über zwölf Wochen. Wenn die Langsanläufer rückwärts laufen, Chiron im Rückwärtsgang zurück in den Widder geht, ist es ein wundervolles Zeitfenster, dem eigenen Leben nicht nur seine Aufmerksamkeit zu schenke, sondern ein bisschen Seelen-Hausputz zu betreiben, damit im Frühjahr dein Lebensbaum kräftig austreiben kann, um deine Krone weiter zu veredeln. Bist du dafür bereit? Oder verharrst du lieber in all den bekannten Seelenräumen, in denen sich viel Staub und Frust angesammelt hat.

Eine Frage zum Schluss

Es hat mich einiges gekostet, hierher zu kommen. Ich würde es sofort wieder tun.

Jetzt du: Welche Entscheidung schiebst du seit Jahren vor dir her? Sag es dir laut, denn manchmal beginnt mit diesem Wort ein wundervoller Anfang und dem wohnt bekanntlich viel Zauber inne. 

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Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

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Partielle Mondfinsternis

Partielle Mondfinsternis

Partielle Mondfinsternis

Der Spiegel verdunkelt sich

Diesen Moment kennen die meisten Frauen, mit denen ich arbeite. Man sitzt am Tisch, jemand fragt, ob man das übernehmen könne, und noch bevor irgendjemand darüber nachgedacht hat, hört man sich Ja sagen. Das Ja war schneller. Es kam aus einer Ecke, in der man selbst gar nicht gesessen hat. Den ganzen Abend sucht man dann nach der Stelle, an der man es hätte aufhalten können, und findet sie nicht, weil es sie nicht gibt.

Am Freitagmorgen, dem 28. August, zeigt der Himmel genau davon ein Bild.

Zwischen halb fünf und Viertel nach sechs schiebt sich die Erde zwischen Sonne und Mond. Der Kernschatten erreicht die Mondscheibe um 4:34 Uhr, um 6:13 Uhr ist die Verfinsterung am größten, dreiundneunzig Prozent stehen dann im Dunkeln. Exakt wird der Vollmond um 6:19 Uhr, wenn er bei uns im Norden längst unter dem Horizont steht. Der Höhepunkt findet also statt, ohne dass irgendjemand ihn sehen kann.

Drei Dinge an diesem Morgen sind bemerkenswert, und alle drei haben mit dir zu tun.

  • Der Mond besitzt kein eigenes Licht. Er ist ein Spiegel, nichts weiter, und alles, was uns an ihm rührt, ist geliehene Sonne.
  • Der Schatten, der ihn auslöscht, kommt nicht aus dem Weltall. Ihn wirft die Erde, jener Planet also, auf dem du gerade stehst.
  • Ein schmaler Rand bleibt trotzdem hell, denn diese Finsternis wird keine totale. Etwas an diesem Mond erreicht der Schatten schlicht nicht.

Was am Himmel steht

Sonne in der Jungfrau, Mond in den Fischen, dazwischen jene Opposition, die jeden Vollmond ausmacht. Merkur steht dicht bei der Sonne, das nüchterne Prüfen mischt sich also ein und da sind natürlich auch noch die Mondknoten. Was diesen Vollmond von anderen unterscheidet, sind drei Strukturen.

Uranus in den Zwillingen im Quadrat zu Sonne und Mond. Damit steht der Störer an der Spitze eines T-Quadrats. Uranus in den Zwillingen schickt schnelle Einsichten, Unruhe und tausend Impulse, die alle klug klingen und von denen keiner bleibt. An ihm entlädt sich die Spannung dieser Finsternis.

Chiron rückläufig im Stier im Trigon zur Sonne und im Sextil zum Mond. An der Oppositionsachse hängt damit ein Auslösungsdreieck, dessen Auslösepunkt ausgerechnet die alte Verletzung im Leiblichen ist. Der Weg aus der Spannung führt über den Körper, über das also, was sich zeigt, statt sich zu erklären.

Mond in Konjunktion zum aufsteigenden Mondknoten. Der Knoten läuft im Wassermann, der Mond steht in den Fischen. Wohin es gehen soll, ist damit wassermännisch beschrieben: Freiheit, Eigenständigkeit, auf eigenen Füßen stehen. Der Mond bringt die Fische mit, also Durchlässigkeit, Mitgefühl und die Fähigkeit, die Grenze zwischen sich und einem anderen für einen Moment aufzuheben.

Der Himmel stellt an diesem Morgen eine ausgesprochen präzise Frage. Wie wirst du selbstbestimmt, ohne dabei hart zu werden?

Die Stelle, an der es weh tut

Nun zu jenem Aspekt, der in diesem Horoskop die eigentliche Arbeit macht. Mars im Krebs im Quadrat zu Saturn rückläufig im Widder. Mars ist der Wille, und er steht im Zeichen der Zugehörigkeit. Ein Mars im Krebs kämpft selten offen. Er faltet sich nach innen und fragt zuerst, was die anderen brauchen. Die eigenen Bedürfnisse stellt er hintan, oft so lange, bis er sie selbst nicht mehr findet.

Saturn läuft rückläufig durch den Widder, das Zeichen der Selbstbehauptung und des ersten Schritts. Rückläufig bedeutet, dass dieses Thema zurückkommt und sich nicht abhaken lässt.

Damit beschreibt dieses Quadrat sehr genau, was viele von euch erleben: Ausgerechnet dort, wo dein Wille sich für dich selbst zeigen müsste, steht eine alte Grenze im Weg. Ob dich das betrifft, prüfst du am schnellsten an diesen drei Situationen.

Du hast dir am Sonntagabend fest vorgenommen, am Montag dieses eine Gespräch zu führen. Die Sätze hast du dir zurechtgelegt, unter der Dusche hast du sie geprobt. Der Montag kommt, deine Hand greift nicht zum Telefon. Entschieden hast du das nicht. Es passiert einfach nicht.

Du hörst dich Ja sagen, während in dir alles Nein ruft, so wie eingangs beschrieben.

Morgens stehst du problemlos auf, teilst dir den Tag problemlos ein, entscheidest problemlos, was du kochst. Sobald jedoch ein anderer Mensch im Raum steht, und sei es nur in deiner Vorstellung, setzt etwas aus.

Hinterher sagen wir uns meistens denselben Satz: Ich habe mich mal wieder nicht durchgesetzt. Dieser Satz ist falsch, und er ist teuer. Er unterstellt nämlich, dass da jemand war, der sich hätte durchsetzen können und zu feige dafür war. So verhält es sich nicht. Da war etwas schneller als du.

Warum gute Vorsätze hier nichts ausrichten

Ein Vorsatz ist ein Gedanke. Er setzt beim Denken an, während wir aus einer ganz anderen Schicht heraus handeln. Du kannst dir zwanzig Jahre lang vornehmen, dich abzugrenzen. Du kannst Bücher darüber lesen, du kannst es in einer Therapie durcharbeiten, du kannst es dir an den Kühlschrank heften. Dann sitzt du am Tisch, jemand fragt, und du hörst dich Ja sagen.

Rudolf Steiner hat das in aller Deutlichkeit beschrieben. Der Mensch könne sich durch eine ganz leichte Selbstbesinnung davon überzeugen, wie wenig er in seinem Wollen drinstehe. Das Wollen nehme sich so aus, als ob es uns treibe. Ein Wille verändert sich durch wiederholtes, bewusstes Handeln in eine neue Richtung. Durch Einsicht verändert er sich nicht. Deshalb kannst du seit Jahren wissen, was dran wäre, und es trotzdem lassen. Das ist keine Charakterschwäche, sondern die Bauart der Sache.

Die gute Nachricht steht ebenfalls im Horoskop

Derselbe Mars steht im Sextil zur Sonne und im Trigon zum Mond, also in zwei offenen, freundlichen Verbindungen. Dein Wille ist erreichbar. Er ist weder kaputt noch erloschen noch abwesend. Er blockiert an genau einer Stelle, dort nämlich, wo Saturn steht. Das entlastet erheblich, denn es bedeutet: Du hast kein grundsätzliches Willensproblem. Du hast eine Stelle. Eine einzige.

Diese eine Stelle ist allerdings ausgerechnet jene, die du selbst am schlechtesten sehen kannst. Mit Intelligenz oder Ernsthaftigkeit hat das nichts zu tun. Wer im Labyrinth steht, sieht den Ausgang deshalb nicht, weil er drinsteht.

Der Herbst hält ein Fenster offen

Saturn läuft seit dem Sommer rückläufig durch den Widder und wird am 11. Dezember wieder direktläufig. Rückläufige Phasen bringen keine Abschlüsse, sie bringen Wiedervorlagen. Alles, was mit Selbstbehauptung zu tun hat, mit dem eigenen Anfang und mit der Frage, was ein Neuanfang kostet, liegt in diesen Wochen noch einmal auf dem Tisch. Ausweichen gibt es nicht, weil Saturn den ganzen Herbst über im Widder bleibt.

Dazu kommt Jupiter im Löwen im Trigon zu diesem Saturn. Jupiter schenkt Vertrauen und Wachstum, Saturn gibt Struktur und Form. Vertrauen allein verpufft, Struktur allein wird zur Pflichtübung. Zusammen ergeben beide etwas, das trägt. Wer in diesem Herbst an seiner Stelle arbeitet, arbeitet also mit der Zeit statt gegen sie.

Zwei Wege, damit weiterzugehen und dein Herbstkompass

Der Vollmond vom 28. August berührt jedes Horoskop woanders und somit klingt auch der Hernstbegonn für jeden anders. Bei der einen trifft die Achse Jungfrau/Fische die Partnerschaft, bei der nächsten den Beruf, bei der dritten den eigenen Körper. Für Saturn im Widder und den Mondknoten im Wassermann gilt dasselbe.

Genau dafür gibt es den Herbstkompass. In dieser schriftlichen Impulsanalyse sehe ich mir dein Geburtshoroskop an und schreibe dir auf, wo die Konstellationen dieses Herbstes, genau gesagt am Tag des Herbstäquinoktiums , bei dir konkret ankommen: welche Lebensbereiche berührt sind, wann die Themen sich zuspitzen und worauf du deine Aufmerksamkeit legen solltest.

Dein Horoskop ist übrigens das einzige Dokument über dich, an dem niemand mitgeschrieben hat. Keine Erwartung deiner Mutter steht darin, kein Urteil deines Chefs, keine Geschichte, die du dir über dich selbst erzählst, seit du siebzehn bist.

Das zwölfwöchige Coaching

Für die eine Stelle, an der dein Wille blockiert, reicht eine Analyse nicht aus. Dafür braucht es Zeit und Form, und beides lässt sich nicht abkürzen. Es braucht Zeit, weil ein Wille sich durch einen Vorsatz nicht umprogrammieren lässt. Das erfahren wir jedes Jahre wenige Tage nach Silvester, wenn wir trotz bester Vorsätze in unsere alten Gewohnheiten zurückfallen.

Neben Zeit braucht es eine Form, weil das Neue anfangs nichts hat, woran es sich halten kann, und andernfalls im Alltag zerläuft. Der Raum, den wir in diesem Coaching halten ist eine solche Form, die dich dabei unterstützt, wirklich ins Tun zu kommen. Zwölf Wochen entsprechen genau dem Zeitraum, den Saturn in diesem Herbst offenhält. Wer Anfang September beginnt, ist zum Richtungswechsel im Dezember durch. Wir schauen gemeinsam auf dein Geburtshoroskop, auf jene Situationen in deinem Leben, die sich nicht bewegen, und darauf, was dich festhält. Schritt für Schritt bringen wir das, was du längst erkannt hast, in eine Form, die im Alltag trägt.

Falls du unsicher bist, was von beidem zu dir passt, schreib mir – per Mail oder Whatsapp. Sollte ich der Meinung sein, dass du etwas anderes brauchst, sage ich dir das auch.

Fazit

Am 28. August wandert der Erdschatten über den Mond, während die meisten von uns schlafen. Exakt wird der Vollmond um 6:19 Uhr, ob jemand hinsieht oder nicht. Darin liegt der Trost dieses Morgens. Was dich trägt, arbeitet weiter, auch wenn du schläfst. Dreiundneunzig Prozent Schatten bedeuten außerdem, dass ein Streifen hell bleibt. Er war während der ganzen Verfinsterung da. Er war da, als du funktioniert hast, und er war da, als du dich klein gemacht hast. Tu an diesem Freitag etwas, das du dir schon lange schuldig bist. Groß muss es nicht sein. Ein Anruf. Ein Satz, den du seit Monaten nicht sagst. Ein Nein. All das hat an diesem Tag eine besondere Magie… 

Meine Coachingformate für Krisenzeiten

Coaching Erstgespräch

Anliegen erfassen, Weg klären

Eine Einzelstunde bietet dir gezielte Impulse und Klarheit für eine aktuelle Herausforderung und ermöglicht dir erste Schritte in Richtung deines Potenzials zu gehen. Der Weg ist erkennbar.

Vier Wochen Coaching

Stärken entdecken

Das vierwöchige Coachingprogramm vertieft deine Selbstreflexion und unterstützt dich dabei, deine Stärken und Ressourcen zu erkennen, um konkrete Veränderungen in deinem Leben umzusetzen.

12 Wochen Coaching

Erfüllung finden

Im intensiven zwölfwöchigen Coaching ‘Deine Entscheidung’ tauchen wir tief in deine persönlichen Ziele ein und begleiten dich Schritt für Schritt auf deinem Weg zu nachhaltiger Transformation und innerer Erfüllung.

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Fühlst du dich überfordert und weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

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