Mars im Löwen

Mars im Löwen

Mars im Löwen

Strandkorb im Kanzleramt trifft auf Wut auf der Straße 

Heute ist Mars in den Löwen gewandert, und wer in diesen Tagen die Nachrichten verfolgt, spürt sofort, dass dieser Wechsel in ein Land fällt, in dem es ohnehin überall brodelt. Auf den Straßen, an den Küchentischen, in den Kommentarspalten und vielleicht auch ganz still in dir selbst wächst ein Gefühl, das sich in einem einzigen Satz zusammenfassen lässt: Es reicht.

Was sich da oben gerade zusammenbraut

Der Löwe sagt „Ich bin“. Wenn Mars, der Planet des Willens und der Durchsetzung, durch dieses Zeichen wandert, bekommt unser Tatendrang ein Herz und eine Würde. Menschen wollen gesehen werden, sie wollen mit erhobenem Kopf für das eintreten, was ihnen wichtig ist, und sie reagieren empfindlich, wenn man sie übergeht. Mars im Löwen macht aus stillem Unmut sichtbaren Stolz.

Dieses Feuer trifft gleich zu Beginn auf den großen Gegenspieler: Mars bildet eine Opposition zu Pluto im Wassermann, die am 3. Oktober gradgenau wird und schon jetzt deutlich spürbar ist. Pluto steht für Macht, für das, was unter der Oberfläche gärt, und im Wassermann für das Kollektiv, für die Vielen, für die Systeme, in denen wir leben. Wo Mars und Pluto sich gegenüberstehen, stellt sich unausweichlich die Frage, wer hier über wen bestimmt. Ohnmacht und Macht prallen aufeinander, und was lange geschluckt wurde, kommt mit Wucht an die Oberfläche.

Zugleich steht Mars im Quadrat zu Chiron, der sich rückläufig wieder in den Widder zurückgezogen hat. Der Widder sagt „Ich will“, und Chiron legt dort den Finger in eine alte Wunde: in die Erfahrung, dass der eigene Wille nichts zählt, dass andere über den eigenen Körper, die eigene Zeit, das eigene Leben verfügen. Das zweite Quadrat bildet Mars zu Merkur in der Waage. Hier geht es um Sprache, um Takt, um das Gespür dafür, wie Worte und Gesten beim Gegenüber ankommen. Da Chiron und Merkur einander gegenüberstehen, sitzt Mars genau im Brennpunkt dieser Spannung, und das erklärt eine Menge von dem, was wir gerade erleben.

Die Jungen stehen auf

Am vergangenen Freitag sind beim vierten bundesweiten Schulstreik nach Angaben der Veranstalter mehr als 45.000 Jugendliche in rund 100 Städten auf die Straße gegangen. Sie wehren sich gegen die verpflichtende Musterung, die seit Jahresbeginn gilt und nun Schritt für Schritt ganze Jahrgänge erfassen soll, und gegen eine Wehrpflicht, die viele von ihnen schon am Horizont sehen.

Astrologisch ist das die Chiron-Wunde in Reinform. Junge Menschen, die gerade erst lernen, „Ich will“ zu sagen, erleben, dass der Staat ihnen einen Fragebogen schickt und über ihre Tauglichkeit befinden möchte. Mars im Löwen antwortet darauf mit dem ganzen Stolz der Jugend: Ich bin da, und ich lasse mich nicht einfach verplanen. Auch die Demonstrationen gegen soziale Einschnitte und gegen das, was viele als Kriegstreiberei empfinden, nehmen spürbar zu. Die Menschen haben genug davon, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird.

Der Strandkorb auf dem Balkon

In genau diese aufgeheizte Stimmung platzt eine Szene aus der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“. Philipp Amthor, seit Juli Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im Bundeskanzleramt, lässt sich einen Strandkorb auf den Balkon vor seinem Büro rollen und kommentiert das mit einem zufriedenen „Ja, das sieht doch super aus.“ In den sozialen Medien hagelt es Spott, und das völlig zu Recht.

Während Achtzehnjährige Post von der Bundeswehr bekommen und Familien jeden Euro zweimal umdrehen, richtet sich ein Mitglied der Bundesregierung vor laufender Kamera sein Ostseegefühl im Kanzleramt ein. Hier zeigt sich der Schatten des Löwen ganz unverhüllt: Selbstinszenierung ohne Herz, ein „Ich bin“, das sich um sich selbst dreht und vergessen hat, wem es eigentlich dient. Das Quadrat von Mars zu Merkur in der Waage beschreibt präzise, was fehlt, nämlich jedes Fingerspitzengefühl für die Frage, wie so ein Bild draußen im Land ankommt.

Pluto im Wassermann aber sieht alles. Das Kollektiv schaut genauer hin denn je, und Macht, die sich selbst feiert, wird in diesen Wochen gnadenlos an dem gemessen, was sie für die Vielen tut. Die Opposition von Mars zu Pluto sorgt dafür, dass solche Momente nicht mehr einfach verpuffen.

Was das mit dir zu tun hat

Vielleicht kennst du diese Hitze gerade auch von dir selbst. Eine Bemerkung, die dich mehr trifft als sonst, ein Konflikt, der plötzlich hochkocht, oder dieses dumpfe Gefühl, dass du dich viel zu lange angepasst hast. Viele Frauen meiner Generation haben früh gelernt, ihr „Ich will“ herunterzuschlucken, um des lieben Friedens willen. Chiron im Widder rührt jetzt genau an dieser Stelle, und Mars im Löwen fragt dich unmissverständlich, wofür dein Herz eigentlich brennt.

Wut ist Lebenskraft. Sie zeigt dir, wo deine Grenzen verletzt werden und wo deine Würde auf dem Spiel steht. Die Kunst dieser Wochen liegt darin, dieses Feuer weder an dir selbst zu verbrennen noch es wieder in dir zu vergraben. Die Mars-Pluto-Opposition lädt dich ein, deine Kraft zu verwandeln, statt dich von ihr beherrschen zu lassen.

Die Venuswende: wohin mit dem Feuer?

Fast zeitgleich mit der gradgenauen Opposition wendet sich Anfang Oktober die Venus und läuft  rückwärts. Am 24. Oktober begegnet sie der Sonne, gegenüber steht Chiron und im Quadrat Pluto. Nach dem Feuer des Mars stellt die Venus die tiefere Frage: Was liebst du wirklich, und was ist es wert, dass du dafür einstehst? In der Venus liegt die Antwort darauf, wohin die ganze Glut dieser Tage fließen soll.

Genau dafür habe ich die Impulsanalyse zur Venuswende geschaffen. Ich berechne für dich, in welchem Bereich deines Lebens die Venus neu geboren wird, welche deiner Anlagen Chiron und Pluto jetzt berühren und was deine eigene Venus darüber erzählt, wie du liebst. Daraus entsteht ein persönlicher Text, der dir zeigt, wo in dir etwas heilen darf, mit fünf konkreten Impulsen für die Wochen der Venuswende. 

Wenn du spürst, dass dich die Spannung zwischen Mars, Pluto, Chiron und Merkur ganz persönlich erwischt hat, weil sie auf deine Sonne, deinen Mond oder deine Achsen fällt, dann lass uns gemeinsam hinschauen. In einer persönlichen astrologischen Beratung sehen wir, wo diese Konstellation in deinem Horoskop zündet, welche alte Geschichte sie berührt und wie du ihre Kraft so nutzt, dass du gestärkt aus diesem Herbst hervorgehst.

Mars im Löwen will dich aufrecht sehen. Die Venuswende zeigt dir, wofür.

du darfst

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Astrologie der zweiten Lebenshälfte

Die zweite Lebenshälfte beginnt mit einer Frage: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr die sein muss, die ich einmal geworden bin?

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Vollmond am 26. September 2026

Vollmond am 26. September 2026

Vollmond im Widder

Was weißt du längst und möchtest es noch nicht wahrhaben?

Am Abend des 26. September, um 18:49 Uhr, wird der Mond voll. Er leuchtet auf dem vierten Grad des Widders, und auf genau diesem Grad steht der rückläufige Neptun, nur achtunddreißig Bogenminuten entfernt. Enger geht es kaum.

Der Widder ist das Zeichen, das „Ich will” sagt. Er ist der erste Impuls, das Feuer, das sich nicht erklärt, bevor es brennt. An diesem Abend strahlt die Sonne aus der Waage dieses Feuer in voller Stärke an, und im selben Moment legt Neptun seinen Schleier darüber. Etwas ist hell und deutlich da, und wir können es trotzdem nicht scharf sehen.

Die Frage, die dieser Vollmond stellt, lautet: Was geschieht eigentlich, wenn eine Wirklichkeit nicht mehr zu der Geschichte passt, die wir uns über sie erzählen? Im Großen lässt sich das gerade an vielen Stellen beobachten, bei den Wahlen, beim Grönland-Abkommen, dessen Text niemand kennt, bei einer Wirtschaft, die ohne Wachstum ins Rutschen gerät. Darüber spreche ich ausführlich in meinem Video. Hier möchte ich mit dir bei der Stelle bleiben, an der dieselbe Frage dich ganz persönlich betrifft, denn sie stellt sich in jedem einzelnen Leben, nur ohne Wahltag und ohne Pressekonferenz.

Nebel und Aufbruch zur selben Stunde

Die Achse zwischen Waage und Widder stellt bei jedem Vollmond dieselbe Frage: Wie viel darf ich wollen, ohne die Verbindung zu gefährden, und wie lange kann ich die Verbindung halten, ohne mich selbst zu verlieren? Die Waage hält den Widder für rücksichtslos, der Widder hält die Waage für zögerlich, und beide brauchen einander.

Neptun steht in Opposition zur Sonne und auf dem Mond. Das ist der Aspekt, unter dem Wahrheit und Wunschdenken ihre Grenze verlieren. Wir glauben Dinge, weil wir sie glauben möchten, und übersehen andere, weil das Hinsehen etwas kosten würde.

Wer diesen Vollmond deshalb für weich und handlungsschwach hält, übersieht allerdings den Rest des Himmels. Uranus in den Zwillingen steht im Trigon zur Sonne und im Sextil zum Mond. Er bringt Bewegung in erstarrte Vorstellungen, oft innerhalb von Stunden, und er ist der Aspekt, unter dem jemand mitten im Satz innehält und merkt, dass er etwas seit Jahren sagt und schon länger nicht mehr glaubt. Pluto im Wassermann bildet fast gradgenau ein Trigon zur Sonne und ein Sextil zum Mond, und er verwandelt in diesen Tagen so, wie Wasser einen Stein verändert. Mars im Trigon zum Mond gibt die Kraft, das Erkannte auch zu tun. Das Alte verliert seine Kontur, das Neue ist noch unformuliert, und die Kraft zum Handeln liegt trotzdem bereit.

Das wandelnde Nö zieht in den Steinbock

Am 14. September ist Lilith in den Steinbock gewechselt, wo sie bis zum 11. Juni 2027 bleibt. Ich nenne Lilith in meinen Beratungen gern das wandelnde Nö in uns. Sie ist die Fähigkeit, nicht jeder Idee nachzurennen, nicht jeder Erwartung und nicht jeder guten Sache, die jemand anderes für richtig hält. Besonders Frauen lernen früh, dieses Nö zu verstecken oder in eine Entschuldigung zu verpacken.

Jetzt wandert diese Kraft durch das Zeichen, das für Ordnung, Pflicht, Leistung und Autorität steht. Sie stellt dort die Fragen, die höflich niemand stellt. An diesem Vollmond steht sie im Quadrat zu Sonne, Mond und Neptun. Das Nö meldet sich also deutlich, während sein Gegenstand noch im Nebel liegt, und genau in diesem Zustand explodieren Menschen gern an der falschen Stelle.

Einen Ausweg zeigt der Himmel ebenfalls. Merkur in der Waage steht im Sextil zu Lilith: Was jetzt in Worte gefasst wird, kann seinen Gegenstand finden, statt als diffuse Gereiztheit im Raum zu hängen. Lilith bildet außerdem ein Trigon zu Chiron auf dem letzten Grad des Widders. Der alte Schmerz um das Nicht-Dazugehören und die Kraft, die sich nicht mehr unterwirft, können in diesen Wochen zusammenfinden. Aus der Wunde kann eine Haltung werden.

Vier Fragen für die Tage um den Vollmond

Manche davon beantworten sich beim Abwasch, andere brauchen zwei Wochen und eine schlaflose Nacht.

Täuschung oder Ahnung? Unter der Opposition von Sonne und Neptun lässt sich das am schlechtesten auseinanderhalten. Deshalb frage ich lieber andersherum: Was weißt du längst und möchtest es noch nicht wahrhaben? Ich wette, da ist gerade etwas hochgekommen, schneller, als dein Verstand es abwehren konnte. Vermutlich dasselbe wie beim letzten Mal. Das Wissen ist also da, was fehlt, ist die Erlaubnis, es zu wissen. Wir nennen das gern Unsicherheit, weil es so unschuldig klingt. Meistens ist es eher ein Trick, denn solange ich nichts genau weiß, muss ich auch nichts tun. Neptun ist der Nebel, den wir erleiden, und ebenso der Nebel, den wir selbst produzieren. Heute musst du nichts entscheiden. Nimm nur zur Kenntnis, wer sich da eben gemeldet hat.

Was willst du eigentlich? Hier liegt für mich das Herz dieses Vollmondes. Die Sonne in der Waage ist die Frau, die abwägt und sämtliche Bedürfnisse im Raum auf dem Schirm hat, einschließlich derer, die noch niemand ausgesprochen hat. Geht es um ihr Kind, ihre Mutter oder eine Freundin in Not, dann geht sie durch Wände. Fragst du dieselbe Frau, was sie am Samstag gern machen würde, sagt sie: Ach, mir ist das egal, was wollt ihr denn? Der Mond im Widder ist ihr eigenes „Ich will”, und an diesem Abend liegt Neptun genau darauf. Die Kraft fließt zuverlässig nach außen, und sobald es um die eigene Person geht, wird der Wille weich wie Butter in der Sonne.

Es gibt den Satz „Ich weiß nicht, was ich will”, und es gibt den Satz „Ich traue mich nicht, es zu wissen”. Der erste klingt bescheiden, der zweite tut weh, und Neptun macht aus dem zweiten zuverlässig den ersten. Wer jahrzehntelang erlebt hat, dass immer gerade jemand anderes dringender dran war, schaltet an dieser Stelle irgendwann das Licht aus. Das war damals eine kluge Anpassung an Verhältnisse, in denen wenig Platz war. Die Verhältnisse haben sich geändert, das Licht ist immer noch aus. Frag dich deshalb bitte gar nicht erst, was du willst, das ist eine Nummer zu groß. Frag dich lieber, was du wolltest, bevor du gelernt hast, was man so will.

Nach wessen Regeln lebst du? Welche Vorstellungen von Pflicht, Erfolg, Anstand und Sicherheit bestimmen dein Leben, und sind es deine? Die meisten davon haben wir mit vierzehn übernommen, von Eltern und aus einer Zeit mit ganz anderen Bedingungen. Eine Frau meines Jahrgangs hat Regeln mitbekommen, die für eine Welt gemacht waren, in der es sie so, wie sie heute lebt, gar nicht geben sollte. Wir tragen also Gebrauchsanweisungen für ein Gerät mit uns herum, das es längst nicht mehr gibt. Die schärfere Version lautet: Wo funktionierst du noch für eine Ordnung, an die du innerlich längst nicht mehr glaubst? Vielleicht im Beruf, in dem dich seit Jahren nichts mehr überrascht, in einer Beziehung, in der ihr beide sehr höflich geworden seid, oder in einer Familienrolle, die dir mit dreißig zugewiesen wurde und die niemand je überprüft hat. Eine Lebensordnung bricht selten zusammen, weil jemand sie angreift. Sie hört auf zu tragen, wenn du innerlich nicht mehr an sie glaubst und äußerlich noch eine Weile weitermachst. Genau da meldet sich dein Nö. Lass es reden, denn es ist eine Standortbestimmung und keine Undankbarkeit gegenüber deinem bisherigen Leben.

Wo sitzt die alte Verletzung zwischen Denken und Handeln? Merkur, Mars und Chiron liegen an diesem Vollmond miteinander im Clinch, Mars und Chiron sogar im Quadrat auf dem jeweils letzten Grad ihres Zeichens. Das zeigt sich zum einen im Gespräch, das du seit Jahren nicht führst. Du weißt sofort, welches ich meine, und du hast eine ausgezeichnete Begründung, warum der Zeitpunkt gerade ungünstig ist. Dieselbe Begründung hattest du vor drei Jahren auch schon, sie hat sich gut gehalten. Zum anderen zeigt es sich in der Wut, die sich im Familiären verheddert. Mars steht im Krebs, im Zeichen von Zuhause und Herkunft, und dort entlädt sich gerade einiges, das eigentlich woandershin gehört. Der Ärger aus dem Büro kommt beim Abendessen heraus, und die Kränkung von 1998 sitzt mit am Tisch.

Du musst nicht alles retten, was einmal richtig für dich war

Wenn du dir aus diesem Vollmond einen einzigen Satz mitnimmst, dann bitte diesen. Deine Entscheidung mit dreißig war kein Irrtum, nur weil sie heute nicht mehr passt. Sie war goldrichtig, sie hat dich hierher gebracht. Jetzt darf sie in Rente gehen, mit Dank und ohne schlechtes Gewissen auf beiden Seiten.

Bewusstwerdung ist dabei der Kipppunkt. Ohne sie geschieht gar nichts, mit ihr allein allerdings auch noch nichts. Zwischen Erkennen und Tun liegt eine Strecke, die viel länger ist, als wir annehmen. Es braucht den klaren Gedanken, der aus der Ahnung eine Formulierung macht, und das tragende Gefühl, das diesen Gedanken aushält, auch wenn er Folgen hat. Viele Frauen beherrschen beides hervorragend, solange es um andere geht. Für die eigene Person sind sie völlig ungeübt darin.

Genau diese Strecke gehe ich in meinem Zwölf-Wochen-Coaching „Deine Entscheidung” mit dir, von der ersten Ahnung bis zu der Entscheidung, die dann tatsächlich getroffen wird. Viele dieser Übergänge fallen übrigens mit großen Lebenszyklen zusammen, mit der Uranus-Opposition, dem Chiron-Return, den Saturn-Wiederkehren oder dem dritten Mondknoten-Return. Sie zeigen an, dass eine Lebensform ihre Aufgabe erfüllt hat, und aus „Mit mir stimmt etwas nicht” wird „Ich bin an einem bestimmten Punkt meines Weges”. Dieses Wissen steckt in meinem Onlinekurs „Astrologie und Lebensart der zweiten Lebenshälfte”, der genau an diesem Vollmondtag startet. Wer jetzt das Coaching bucht, bekommt den Kurs im Rahmen meiner Herbstaktion kostenlos dazu. Wer lieber in eigenem Tempo arbeitet, bucht den Kurs allein, bis Mitte Oktober zum Early-Bird-Preis. [Link Coaching] [Link Onlinekurs]

Vom „Ich will” zum „Ich bin”

Dieser Nebel ist ein Zustand und kein Urteil. Er sagt nichts über deinen Wert und nichts darüber, ob du dein Leben bisher richtig geführt hast. Er sagt lediglich, dass die Umrisse gerade fehlen. In einer solchen Lage findet kein Mensch die große Antwort, also hör bitte auf, sie von dir zu verlangen. Was Neptun dir aus den Händen nimmt, war ohnehin schon eine Weile brüchig, denn er kann nichts auflösen, was trägt. Uranus öffnet in diesen Wochen Türen, die die ganze Zeit in dieser Wand waren, du hast an dieser Stelle nur keine vermutet.

Zwei Tage nach dem Vollmond wechselt Mars in den Löwen. Damit schließt sich der Bogen auf berührende Weise: Wir beginnen bei einem Mond im Widder, der „Ich will” sagt und diese Worte kaum über die Lippen bringt, und wir enden bei einem Mars im Löwen, der sagt: „Ich bin.” Aus einer Absicht, die sich rechtfertigen muss, wird eine Gegenwart, die für sich selbst steht.

Chiron geht in diesen Monaten zum letzten Mal durch den Widder, bevor er ihn im April 2027 für fünfzig Jahre verlässt. Acht Jahre lang hat er dort an dem alten Schmerz gearbeitet, dass dein Wollen im Weg stand, dass du zu viel warst, zu laut, zu eigen. Wenn dich in diesen Tagen eine Wut überfällt, deren Alter dich selbst erschreckt, oder wenn du weinst, dann ist das kein Rückfall. Es ist die Ernte von acht Jahren, die an deine Tür klopft. Mach bitte auf.

Diese eine Entscheidung, die seit Monaten wartet. Dieses eine Gespräch. Dieses eine Nö, das du aussprichst, ohne dich anschließend dafür zu entschuldigen. Der Nebel hebt sich immer, das ist seine einzige verlässliche Eigenschaft. Die Frage ist nur, ob du bis dahin wartest oder ob du losgehst. Ich empfehle dir: Geh.

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Herbst-Äquinoktium

Herbst-Äquinoktium

Tag-und-Nachtgleiche, Widder-Vollmond und Michaeli

Du  hältst für alle die Balance.

Wer  hält deine?

Zwischen Tag-und-Nachtgleiche, Widder-Vollmond und Michaeli liegen sieben Tage, die dir eine sehr persönliche Frage stellen: Wie stehst du eigentlich in deinem eigenen Leben?

Heute Nacht um 2:05 Uhr, während die meisten von uns geschlafen haben, hat die Sonne den Himmelsäquator überschritten. Für einen kurzen Augenblick waren Tag und Nacht auf der ganzen Erde gleich lang. Ich stelle mir diesen Moment gern wie eine alte Balkenwaage vor, die einen Atemzug lang vollkommen ruhig steht, bevor sie sich zur anderen Seite neigt. Von nun an gewinnt die Dunkelheit jeden Tag ein paar Minuten hinzu, das äußere Licht zieht sich zurück, und damit rückt eine Frage näher, der wir im Sommer so wunderbar ausweichen konnten: Welches Licht bringst du selbst mit, wenn die Tage kürzer werden?

Sieben Tage mit einer einzigen Frage

In dieser Woche liegen drei Schwellen so dicht beieinander, dass sie sich wie ein zusammenhängender Weg lesen lassen. Heute die Tag-und-Nachtgleiche, am 26. September der Vollmond im Widder und am 29. September Michaeli, das Fest des Erzengels Michael. Wenn du magst, nimm diese Tage als einen Bogen, der beim stillen Innehalten beginnt, sich zum Vollmond hin spürbar auflädt und mit Michaeli in eine Haltung mündet, aus der heraus du handeln kannst. Der Himmel liefert dir die Gelegenheit, die Entscheidung darüber liegt ganz bei dir.

Die Sonne in der Waage: Wo bleibst eigentlich du?

Mit der Tag-und-Nachtgleiche wandert die Sonne ins Zeichen Waage. Psychologisch betrachtet richtet die Waage den Blick auf das Gegenüber, auf Beziehung, Ausgleich und die hohe Kunst, verschiedene Interessen in eine gute Form zu bringen. Das ist eine schöne Fähigkeit, und viele von uns beherrschen sie meisterhaft.

In meiner Arbeit begegnet mir immer wieder ein Muster, das dich vielleicht auch betrifft. Die Frauen, die zu mir kommen, handeln oft unglaublich kraftvoll, sobald es um andere geht. Sie organisieren die Familie, tragen Verantwortung im Beruf, begleiten alte Eltern, sind für Freundinnen da. Sobald es aber um das eigene Leben geht, um den eigenen Wunsch und die eigene Entscheidung, fehlt plötzlich die Kraft oder der Mut. Die Waage ist dann zwar im Gleichgewicht, allerdings nur deshalb, weil die eigene Schale leer geblieben ist.

Die Sonne in der Waage lädt dich ein, ehrlich hinzuschauen. Ist das Gleichgewicht in deinem Leben echt? Oder hältst du es für alle anderen aufrecht und hast dich selbst stillschweigend aus der Rechnung genommen?

Vollmond im Widder: Das „Ich will” meldet sich zu Wort

Drei Tage später, am 26. September, steht der Mond der Waage-Sonne genau gegenüber, im Zeichen Widder. Damit wird die ganze Achse zwischen Du und Ich hell ausgeleuchtet. Während die Waage abwägt und vermittelt, spricht der Widder eine ganz schlichte Sprache: Er sagt „Ich will”.

Für viele Frauen in der zweiten Lebenshälfte ist dieser Satz ungewohnt, manchmal fühlt er sich beinahe unanständig an. Wir haben gelernt, dass Wollen egoistisch sei und Rücksicht die höhere Tugend. Der Vollmond bringt nun ans Licht, was lange im Halbschatten liegen durfte. Vielleicht spürst du in diesen Tagen eine eigenartige Unruhe, eine Gereiztheit oder eine Sehnsucht, die du gar nicht so genau benennen kannst. Nimm sie ernst, denn oft verbirgt sich darin ein Wunsch, der schon sehr lange an deine Tür klopft.

Setz dich in den Tagen um den Vollmond einmal in Ruhe hin und frag dich, was in den letzten Jahren in dir reif geworden ist. Welcher Wunsch taucht immer wieder auf, obwohl du ihn regelmäßig vertagst? Wo sagst du Ja, obwohl ein deutliches Nein in dir wohnt? Die Antworten müssen noch keine Pläne sein. Es reicht vollkommen, wenn du sie zum ersten Mal ehrlich zu dir selbst sagst.

Bewusstsein ist der Kipppunkt

Rudolf Steiner beschreibt den Jahreslauf als ein großes Atmen der Erde. Im Sommer atmet sie aus, ihre Seelenkräfte strömen in den Umkreis, und auch wir Menschen leben in dieser Zeit ein wenig verträumt, hingegeben an Licht und Wärme. Im Herbst atmet die Erde wieder ein. Während draußen die Natur welkt und sich zurückzieht, wacht die menschliche Seele auf. Der Herbst ist deshalb die Jahreszeit des erwachenden Bewusstseins.

Genau darin liegt der Kipppunkt. Solange du etwas nur ahnst, kannst du es beiseiteschieben. Sobald du es klar erkennst, ist die Situation eine andere, denn du weißt nun Bescheid, und dieses Wissen lässt sich nicht mehr zurückgeben.

Allerdings ist mit dem Erkennen allein noch nichts getan. Viele von uns kennen das: Wir haben verstanden, was uns fehlt, wir könnten es sogar schön formulieren, und trotzdem ändert sich im Alltag erstaunlich wenig. Nach dem Bewusstwerden braucht es den klaren Gedanken, der dem Wunsch eine Richtung gibt, und dazu ein Gefühl, das dich trägt, wenn es unbequem wird. Beides sind aktive Prozesse, und gerade wenn sie der eigenen Person gelten, fühlen sie sich zunächst fremd an. Für andere denken und fühlen wir mit großer Selbstverständlichkeit. Für uns selbst müssen wir es oft erst lernen.

Wenn du spürst, dass du an genau dieser Stelle stehst, kann eine Begleitung hilfreich sein. In meinem 12-Wochen-Coaching „Deine Entscheidung” gehen wir diesen Weg vom Erkennen ins Tun gemeinsam, Schritt für Schritt und in deinem Tempo. Wer zuerst einmal wissen möchte, welche Themen in der eigenen Biografie gerade anklopfen, findet in einer persönlichen Impulsanalyse einen guten Ausgangspunkt.

Michaeli: Warum es jetzt auf dich ankommt

Am 29. September feiern wir Michaeli. In der anthroposophischen Anschauung gilt Michael als der Geist unserer Zeit, und er hat eine Eigenschaft, die mich immer wieder berührt: Er zwingt niemanden. Er wirkt nur dort, wo ein Mensch aus freiem Entschluss selbst tätig wird. Michael nimmt dir keinen Schritt ab, er wartet darauf, dass du ihn tust.

Deshalb kommt es jetzt auf dich an. Keine Konstellation und keine geistige Macht wird dein Leben für dich in Ordnung bringen. Was sie dir schenken können, ist Rückenwind für einen Weg, den du selbst beschreitest.

Das alte Bild zeigt Michael im Kampf mit dem Drachen. Ich lese dieses Bild ganz persönlich. Der Drache wohnt in uns selbst, als Bequemlichkeit, als Angst vor dem Urteil anderer, als die bequeme Gewohnheit, erst einmal abzuwarten. Viele Frauen jenseits der fünfzig haben die Formblätter für ihr Leben längst ausgefüllt, mit allen Häkchen an den erwarteten Stellen. Der Drache ist oft genau dieses Formular, das uns so vertraut ist, dass wir gar nicht mehr merken, wie eng es geworden ist.

Steiner verbindet Michael mit dem Eisen. Im Spätsommer fallen die Sternschnuppen, und mit ihnen gelangt Meteoreisen aus dem Kosmos auf die Erde. Dasselbe Eisen lebt in unserem Blut und gibt uns die Kraft, aufrecht zu stehen und mutig zu handeln. Wenn du in diesen Tagen spürst, dass sich in dir etwas strafft und aufrichtet, dann ist das vielleicht genau diese Kraft.

Was du ernten darfst und was du neu säst

Der Herbst ist Erntezeit, und auch in deinem Leben gibt es eine Ernte einzufahren. Gerade in der zweiten Lebenshälfte hast du etwas, das dir niemand nehmen kann: Lebenserfahrung, Menschenkenntnis, die Gewissheit, schon viele Stürme überstanden zu haben. Das ist reife Frucht. Erlaube dir, sie wahrzunehmen und wertzuschätzen, anstatt sie wie selbstverständlich weiterzuverschenken.

Zur Ernte gehört auch das Aufräumen. Manche Rollen und Pflichten hatten ihre Zeit und haben dir gut gedient. Heute dürfen sie auf den Kompost, wo sie zu fruchtbarer Erde werden für das, was als Nächstes wachsen will.

Das schönste Bild dieser Jahreszeit ist für mich die Wintersaat. Das Korn, das im Herbst in die Erde gelegt wird, keimt ganz im Verborgenen. Es überdauert den Winter unter der Oberfläche und braucht sogar die Kälte, um im Frühjahr kräftig aufzugehen. Genau so darf auch dein neuer Anfang sein. Er muss heute noch nicht sichtbar werden. Er braucht nur einen bewussten Entschluss, ihn in die Erde zu legen.

Such dir ein einziges Samenkorn aus. Einen Wunsch, eine Entscheidung, einen ersten kleinen Schritt, der ganz dir gehört. Eines reicht völlig, denn wer zehn Körner auf einmal sät, verliert schnell den Überblick, welches davon wirklich das eigene war.

Wie stehst du in deinem Leben?

Die Waage steht einen Augenblick ruhig, bevor sie sich neigt. Michael steht aufrecht vor dem Drachen. Beide Bilder erzählen von einer Haltung, die auch dir offensteht. Probier es ganz körperlich aus: Stell dich hin, spür deine Füße auf dem Boden, richte die Wirbelsäule auf und lass die Schultern sinken. So steht ein Mensch, der weiß, dass sein Leben ihm selbst gehört.

Für Michaeli möchte ich dir einen kleinen Impuls mitgeben. Nimm dir am 29. September einen ruhigen Moment, vielleicht mit einer Kerze, und schreib dein Samenkorn auf ein Blatt Papier. Formuliere es als Satz, der mit „Ich will” beginnt. Falte das Blatt, leg es an einen besonderen Ort und hüte es bis zum Frühjahr. Wenn die Tage wieder länger werden, holst du es hervor und schaust nach, was aus deiner Wintersaat gewachsen ist.

Das Licht draußen nimmt nun ab. Umso mehr zählt das Licht, das du selbst entzündest.

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Raunächte 2026/27

Deine Seele und die Zukunft

Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag öffnet sich ein Raum, den kein Kalender füllen kann. Dreizehn Nächte lang wird es still genug, um eine Frage zu hören, die im Lärm des Jahres untergeht: Wer möchte ich eigentlich sein in dieser Welt, die sich gerade so rasend verändert? In meinen Raunächten 2026/27 gehe ich dieser Frage mit dir nach, Tag für Tag, entlang der Erkenntnisse Rudolf Steiners über das Wesen der Seele und immer mit einem Fuß in unserer Gegenwart, bei künstlicher Intelligenz, bei der Flut an Meinungen und bei allem, was uns auseinandertreibt. Du erhältst vom 24. Dezember bis zum 5. Januar täglich eine liebevoll gestaltete Ausgabe im Magazinstil, mit drei Beiträgen, mit Übungen und mit Fragen, die du an deinem eigenen Leben prüfen kannst. Dazu erstelle ich dir dein persönliches Jahreshoroskop 2027 aus deinen Geburtsdaten, das allein 35 Euro wert ist. So beginnst du das neue Jahr ohne die übliche Liste guter Vorsätze, dafür mit einer inneren Instanz, der du vertrauen kannst. Für 89 Euro, mit Frühbucherrabatt bis [Datum]. Denn deine Zukunft beginnt nicht irgendwo da draußen. Sie beginnt in dir.

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Die Astrologie kennt diese Lebensphase erstaunlich genau. Uranus fragt nach deiner Freiheit, Chiron führt zu alten Wunden und verborgenen Gaben, Saturn prüft, was Bestand hat. Diese großen Zyklen können dir helfen zu verstehen, warum sich dein Leben gerade verändert und welche Entwicklung darin liegt.

In meinem Onlinekurs „Astrologie und Lebensart der zweiten Lebenshälfte“ verbinde ich Astrologie mit Biografiearbeit, Psychologie und den großen Fragen des Älterwerdens: Partnerschaft, Menopause, erwachsene Kinder, alt werdende Eltern, Freundschaft, Alleinsein, Freiheit und die Frage, was aus deinem Leben noch werden möchte.

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In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

Was die Venuswende 2026 über dein Herz erzählt

Was die Venuswende 2026 über dein Herz erzählt

Venuswende

Im Oktober verschwindet

die Liebe vom Himmel

Wenn ich einen neuen Monat vorbereite, lege ich mir die Ephemeriden zurecht und schaue, was sich am Himmel zusammenbraut. Meistens ist das solides Handwerk. Manchmal bleibe ich aber an einem Datum hängen und merke, wie mein Herz schneller schlägt. So ging es mir mit dem 22. Oktober.

An diesem Tag steht die Sonne auf dem letzten Grad der Waage, unmittelbar vor ihrem Eintritt in den Skorpion. Ganz nah bei ihr läuft die Venus rückwärts ihrer Begegnung mit der Sonne entgegen. Gegenüber, ebenfalls auf dem letzten Grad seines Zeichens, steht Chiron im Widder. Pluto hat Mitte Oktober seine Richtung gewechselt, steht noch beinahe still und blickt im Quadrat auf dieses Geschehen. Wer Horoskope liest, erkennt darin eine Aspektierung voller Spannung. Ich sehe darin vor allem eine Geschichte, und sie ist wunderschön.

Wenn die Venus unsichtbar wird

Seit Anfang Oktober bewegt sich die Venus scheinbar rückwärts. Am Abendhimmel, wo sie den ganzen Sommer über so strahlend stand, sinkt sie Tag für Tag tiefer, bis sie um den 23. Oktober ganz im Licht der Sonne verschwindet. Einige Tage lang bleibt der hellste Stern unseres Himmels unsichtbar. Danach taucht er am Morgenhimmel wieder auf, als hätte er über Nacht die Seite gewechselt. Etwa alle neunzehn Monate vollzieht die Venus diesen Übergang, und jedes Mal beginnt damit ein neuer Venuszyklus.

Die Menschen haben diesen Vorgang schon vor Jahrtausenden beobachtet und ihm eine Erzählung gegeben. In Sumer war es die Göttin Inanna, die in die Unterwelt hinabstieg und dort alles zurückließ, was sie nach außen ausgemacht hatte. Sie kehrte zurück als eine, die sich selbst begegnet war. Ich liebe diese Geschichte, weil sie etwas ausspricht, das wir aus dem eigenen Leben kennen: Manche Verwandlung geschieht im Verborgenen, dort, wo es eine Weile still und dunkel ist.

Die Liebe, von der ich spreche

In der psychologischen Astrologie steht die Venus für das, was wir lieben, und für das, was wir uns selbst wert sind. Beides hängt enger zusammen, als uns oft bewusst ist. In meinen Beratungen begegnen mir immer wieder Frauen, die mit großer Kraft für ihre Familien und für alle da sind, die sie brauchen. Sobald es um sie selbst geht, wird diese Kraft auf einmal leise. Mit einem Mangel an Liebe hat das wenig zu tun. Oft ist es eine alte Gewohnheit, das eigene Herz hintanzustellen, weil das irgendwann einmal klug oder notwendig war.

Genau hier setzt die Konstellation vom Oktober an. Chiron, der unsere empfindlichen Stellen kennt, steht Sonne und Venus gegenüber. Er steht im Widder, dem Zeichen, das sagt: Ich will. Sonne und Venus antworten von der Schwelle zwischen Waage und Skorpion mit der Frage nach dem Du und nach der Tiefe einer Verbindung. Zwischen dem eigenen Wollen und der Hingabe an andere liegt bei vielen von uns ein wunder Punkt, und dieser Punkt wird in diesen Tagen berührt. Pluto sorgt dafür, dass sich die Berührung schwer übergehen lässt. Er fragt ruhig und beharrlich, was echt ist und was nur Gewohnheit.

Als ich die Konstellation zum ersten Mal vor mir sah, dachte ich: Hier darf etwas heilen.

Warum mich das gerade jetzt bewegt

In der zweiten Lebenshälfte verändert sich die Liebe. Sie wird leiser und oft wahrhaftiger. Viele Frauen wissen inzwischen sehr genau, wen sie in ihrem Leben haben möchten und was sie bisher aus Pflicht getragen haben. Manche leben in einer langen Partnerschaft, die neue Nahrung braucht, andere sind allein und entdecken gerade, wie reich dieses Alleinsein sein kann. Für jede von ihnen stellt die Venuswende dieselbe Frage auf ihre eigene Weise: Was möchtest du ablegen, und was darf in deinem Herzen neu aufgehen?

Dein Liebeskompass

Wie diese Frage in deinem Leben klingt, zeigt dein Geburtshoroskop, denn die Konstellation vom Oktober berührt jede von uns an einer anderen Stelle. Deshalb habe ich spontan etwas ersonnen, das mir große Freude macht: eine Impulsanalyse zur Venuswende. Für diese persönliche Impulsanalyse berechne ich, in welchem Bereich deines Lebens die Venus neu geboren wird, welche deiner Anlagen Chiron und Pluto jetzt berühren und was deine eigene Venus darüber erzählt, wie du liebst. Daraus entsteht ein Text, der dir zeigt, wo in dir etwas heilen darf, mit fünf konkreten Impulsen für die Wochen der Venuswende.

Bis zum 10. Oktober, dem Neumond in der Waage, erhältst du den Liebeskompass zum Frühbucherpreis von 44 Euro, danach kostet er 49 Euro. Wenn die Venus Anfang November wieder am Morgenhimmel aufgeht, lohnt sich ein früher Blick nach Osten. Vielleicht erkennst du in ihrem Licht dann ein Stück von dir selbst.

du darfst

Vielleicht geht es in der zweiten Lebenshälfte nicht darum, möglichst lange die Frau zu bleiben, die du einmal warst. Vielleicht geht es darum, die Frau zu werden, die du heute sein kannst.

Aktuell hat der Online-Kurs einen attraktiven Early-Bird-Rabatt. Zum Reinschnuppern gibt es zudem ein kostenloses Magazin u.a. mit acht “Erlaubnissen” die du dir, wenn du jenseits der 40 bist, geben solltest.

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Astrologie der zweiten Lebenshälfte

Die zweite Lebenshälfte beginnt mit einer Frage: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr die sein muss, die ich einmal geworden bin?

Irgendwann verändert sich etwas. Was früher wichtig war, verliert an Bedeutung. Beziehungen und Rollen wandeln sich, die Kinder gehen ihre eigenen Wege, der Körper spricht deutlicher und vielleicht wächst eine Sehnsucht nach Freiheit und einem Leben, das heute wirklich zu dir passt.

Die Astrologie kennt diese Lebensphase erstaunlich genau. Uranus fragt nach deiner Freiheit, Chiron führt zu alten Wunden und verborgenen Gaben, Saturn prüft, was Bestand hat. Diese großen Zyklen können dir helfen zu verstehen, warum sich dein Leben gerade verändert und welche Entwicklung darin liegt.

In meinem Onlinekurs „Astrologie und Lebensart der zweiten Lebenshälfte“ verbinde ich Astrologie mit Biografiearbeit, Psychologie und den großen Fragen des Älterwerdens: Partnerschaft, Menopause, erwachsene Kinder, alt werdende Eltern, Freundschaft, Alleinsein, Freiheit und die Frage, was aus deinem Leben noch werden möchte.

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Meine Textanalysen

Seelenplan
Jahreshoroskop
Partnerschaft
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Kinderhoroskop

Fühlst du dich überfordert und weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

Chiron kehrt zurück in den Widder

Chiron kehrt zurück in den Widder

Chiron im Widder

Der Mut, wieder Ich zu sagen

Manchmal ist eine Lebensphase eigentlich schon vorbei, und dennoch müssen wir noch einmal zurück. Nicht, weil wir versagt hätten oder etwas von vorn beginnen müssten. Vielmehr gleicht diese Rückkehr dem letzten Gang durch Räume, die lange zu unserem Leben gehört haben. Die Möbel sind fort, die Schränke leer, an den Wänden zeichnen sich noch die Stellen ab, an denen Bilder hingen. Bevor wir den Schlüssel abgeben, gehen wir ein letztes Mal hindurch und schauen genauer hin: Ist wirklich alles mitgenommen? Liegt irgendwo noch etwas, das zu uns gehört?

Ein solches Bild passt erstaunlich gut zu Chiron, der am 18. September 2026 rückläufig aus dem Stier in den Widder zurückkehrt. Seit Juni hatte er bereits einen ersten Schritt in das neue Tierkreiszeichen getan. Nun führt ihn seine rückläufige Bewegung noch einmal zurück auf die letzten Grade des Widders. Erst am 14. April 2027 wird er dieses Zeichen endgültig verlassen. Damit beginnt keine neue Geschichte. Eine alte möchte zu Ende erzählt werden.

Chiron bewegt sich seit 2018, mit einer kurzen Unterbrechung durch seine damalige Rückläufigkeit, durch den Widder. Fast neun Jahre liegen zwischen seinem ersten Eintritt und seinem endgültigen Abschied. Das ist eine lange Zeit in einem Menschenleben. Wer heute fünfzig ist, war Anfang vierzig, als dieser Zyklus begann. Wer sechzig ist, stand damals am Beginn seiner Fünfziger. Beziehungen haben sich verändert, Kinder sind erwachsen geworden, berufliche Sicherheiten verschwunden oder neu entstanden. Manche Menschen haben Abschiede erlebt, andere einen Neubeginn gewagt. Fast alle sind älter geworden mit der Erfahrung, dass Lebenszeit kostbarer wird, je deutlicher wir ihre Begrenztheit wahrnehmen.

Chirons letzte Monate im Widder stellen deshalb eine bemerkenswert einfache und zugleich unbequeme Frage:

Lebst du das Leben, das du heute wirklich willst?

Die Wunde, die nicht einfach verschwindet

In der griechischen Mythologie gehört Chiron zu den ungewöhnlichsten Gestalten. Obwohl er zu den Kentauren zählt, unterscheidet er sich grundlegend von deren wilder und triebhafter Natur. Chiron ist Lehrer, Arzt, Erzieher und Eingeweihter. Zu seinen Schülern gehören bedeutende Helden der griechischen Sagenwelt. Er kennt die Heilkunst und versteht es, andere zu begleiten, doch ausgerechnet seine eigene Wunde kann er nicht heilen.

Herakles trifft ihn versehentlich mit einem Pfeil, dessen Spitze mit dem Gift der Hydra getränkt ist. Für einen Sterblichen wäre die Verletzung tödlich. Chiron jedoch ist unsterblich. So entsteht das eigentliche Drama seiner Geschichte: Er kann weder gesund werden noch sterben. Erst später findet sich ein Ausweg. Chiron verzichtet auf seine Unsterblichkeit und ermöglicht damit die Befreiung des Prometheus.

Vielleicht liegt gerade darin der tiefere Sinn dieses Mythos. Nicht jede Verletzung unseres Lebens verschwindet. Manche Erfahrungen lassen sich nicht rückgängig machen, manche Verluste nicht ersetzen, manche Versäumnisse nicht nachholen. Heilung bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, wieder der Mensch zu werden, der wir vor einer Verletzung waren. Reife Heilung stellt eine andere Frage: Was ist durch diese Erfahrung aus mir geworden?

Gerade in der zweiten Lebenshälfte verändert sich damit der Blick auf die eigene Biografie. Mit zwanzig möchten wir vieles überwinden. Mit dreißig wollen wir verstehen, warum wir so geworden sind. Später kann etwas anderes wichtiger werden: die Fähigkeit, das Erlebte in die eigene Geschichte aufzunehmen, ohne ihm weiterhin die Macht über die Zukunft zu überlassen. Chiron symbolisiert genau diesen Übergang. Die Wunde bleibt Teil der Biografie, aber sie muss nicht länger deren Regisseur sein.

Acht Jahre Chiron im Widder: die Frage nach dem Ich

Der Widder ist das erste Zeichen des Tierkreises. In ihm liegt die ursprüngliche Bewegung des Lebens nach vorn, noch bevor lange darüber nachgedacht wird, ob dieser Schritt vernünftig, bequem oder gesellschaftlich erwünscht ist. Sein elementarer Satz lautet nicht: „Was sollte ich tun?“ Er lautet: Ich will. Genau dort bewegt sich Chiron seit 2018.

Die Jahre seines Widdertransits waren gesellschaftlich von außergewöhnlichen Spannungen begleitet. Die Pandemie stellte das Verhältnis zwischen individueller Freiheit und gemeinschaftlicher Verantwortung auf eine Weise zur Diskussion, die tiefe Spuren hinterlassen hat. Der Krieg in Europa konfrontierte eine Generation, die Frieden lange für selbstverständlich hielt, erneut mit Gewalt, Macht und territorialer Selbstbehauptung. Gleichzeitig verschärften sich gesellschaftliche Auseinandersetzungen darüber, wie viel Individualität eine Gemeinschaft aushalten kann und wie viel Anpassung sie verlangen darf.

Astrologie erklärt solche Ereignisse nicht und verursacht sie schon gar nicht. Sie kann jedoch Bilder anbieten, in denen sich die Fragen einer Zeit spiegeln. Unter Chiron im Widder wurde die Frage nach Selbstbestimmung auf vielen Ebenen schmerzhaft sichtbar.

Wo endet mein Recht und wo beginnt das des anderen? Wann ist Anpassung soziale Verantwortung, wann wird sie Selbstverleugnung? Wann bedeutet Durchsetzung Mut, wann ist sie lediglich Aggression? Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn Menschen das Gefühl entwickeln, nicht mehr gehört oder gesehen zu werden? Hinter all diesen Fragen steht ein verletzliches Ich.

Nun läuft Chiron noch einmal durch die letzten Grade dieses Zeichens. Seine Rückkehr wirkt weniger wie eine neue Prüfung als wie eine Nachlese. Was wurde in diesen Jahren tatsächlich verstanden, und was haben wir lediglich notdürftig verbunden, damit wir weiterfunktionieren konnten?

Die Wunde des eigenen Wollens

Auf der persönlichen Ebene wird diese Frage noch interessanter.

Viele Menschen kennen erstaunlich genau die Wünsche anderer. Sie wissen, was ihre Kinder brauchen, was der Partner erwartet, was Kunden verlangen, was Kollegen voraussetzen und was eine Familie zusammenhält. Sie können Verantwortung tragen, Krisen organisieren, Probleme lösen und Entscheidungen treffen, wenn es um andere geht. Schwieriger wird es manchmal bei einer scheinbar einfachen Frage:

Was will ich selbst?

Besonders Frauen in der zweiten Lebenshälfte erleben an dieser Stelle eine eigenartige Diskrepanz. Nach außen sind sie häufig ausgesprochen handlungsfähig. Sie haben Familien getragen, Berufe ausgeübt, Unternehmen aufgebaut, Beziehungen durch schwierige Zeiten geführt, Angehörige begleitet oder immer wieder neu angefangen. Von mangelnder Stärke kann kaum die Rede sein. Trotzdem kann der eigene Wille erstaunlich leise geworden sein.

Das geschieht selten plötzlich. Meist wird er über Jahre von vernünftigen Gründen überlagert. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Die Kinder brauchen mich noch. Das Haus muss bezahlt werden. Im Beruf kann ich nicht einfach alles hinschmeißen. Meine Eltern werden älter. Eine Trennung wäre zu kompliziert. Für einen beruflichen Neubeginn bin ich vielleicht schon zu alt. Noch einmal eine Partnerschaft zu suchen erscheint anstrengend. Eigentlich geht es doch auch so.

Jeder einzelne Satz kann vollkommen nachvollziehbar sein. Zusammengenommen können solche Sätze jedoch irgendwann ein Leben ergeben, das zwar funktioniert, aber nicht mehr wirklich bewegt. Chiron im Widder berührt genau diese Stelle.

Dabei geht es keineswegs darum, plötzlich alles hinzuschmeißen, Beziehungen zu beenden oder mit sechzig das Motorrad zu kaufen, das man mit zwanzig nicht haben durfte. Selbstbestimmung ist nicht dasselbe wie Impulsivität. Ein gereifter Wille erkennt Konsequenzen und übernimmt Verantwortung für sie.

Gerade deshalb ist die Frage nach dem eigenen Wollen so anspruchsvoll. Wer sagt „Ich will“, muss irgendwann auch sagen können: Dafür entscheide ich mich. Dafür stehe ich ein. Dafür lasse ich möglicherweise etwas anderes zurück. Vielleicht liegt die tiefste Widderwunde deshalb gar nicht in mangelnder Durchsetzungskraft. Sie kann ebenso dort liegen, wo wir uns nicht mehr erlauben, etwas wirklich zu wollen.

Was ist aus deiner Wunde geworden?

Mit zunehmendem Alter verändert sich noch etwas anderes. Die Frage lautet nicht mehr ausschließlich, was uns verletzt hat, sondern was wir aus unseren Verletzungen gemacht haben.

Ein Mensch, der verlassen wurde, kann lernen, sich selbst treu zu bleiben. Er kann jedoch ebenso beschließen, niemanden mehr wirklich an sich heranzulassen. Wer beruflich gescheitert ist, kann daraus Erfahrung und Urteilskraft entwickeln oder jede neue Möglichkeit so lange prüfen, bis kein Risiko mehr besteht und damit auch keine Entwicklung. Wer über Jahre für andere verantwortlich war, kann daraus eine große soziale Kompetenz gewinnen oder unmerklich die Überzeugung entwickeln, nur dann wertvoll zu sein, wenn er gebraucht wird.

Unsere Wunden formen Fähigkeiten und Schutzmechanismen zugleich. Das Schwierige besteht darin, beide voneinander zu unterscheiden. Was uns einmal geschützt hat, kann Jahre später zum Gefängnis werden. Vielleicht brauchten wir nach einer Enttäuschung Kontrolle. Vielleicht war Anpassung in einer bestimmten Lebensphase tatsächlich notwendig. Vielleicht mussten wir hart werden, um eine Krise zu überstehen. Vielleicht war es klug, einen Traum zurückzustellen, weil andere Aufgaben wichtiger waren. Das alles darf wahr sein. Trotzdem bleibt die Frage, ob diese Strategie heute noch gebraucht wird.

Die rückläufige Bewegung Chirons durch die letzten Widdergrade lädt weniger dazu ein, alte Wunden wieder aufzureißen, als ihre Folgen zu betrachten. Welche Entscheidungen treffe ich heute noch aus einer Erfahrung heraus, die längst Vergangenheit ist? Wo verteidige ich mich gegen eine Gefahr, die gar nicht mehr existiert? Welche Version meiner selbst halte ich am Leben, obwohl ich längst über sie hinausgewachsen bin?

Um fünfzig begegnet Chiron sich selbst

Für Menschen um das fünfzigste Lebensjahr erhält dieser Transit eine zusätzliche Bedeutung. Chiron benötigt ungefähr fünfzig Jahre für seinen Weg durch den Tierkreis. In dieser Lebensphase kehrt er deshalb an die Position zurück, die er bei der Geburt innehatte. Astrologisch sprechen wir von der Chiron-Wiederkehr. Sie fällt in eine ohnehin bemerkenswerte biografische Schwelle.

Die erste Hälfte des Lebens ist nicht mehr theoretisch vorbei. Man spürt es. Der Körper verändert sich, die Zeit bekommt ein anderes Gewicht, Eltern werden alt oder sterben, Kinder lösen sich aus der Familie. Berufliche Entscheidungen erscheinen plötzlich unter einem anderen Horizont. Ein Satz wie „Das mache ich irgendwann“ verliert seine frühere Selbstverständlichkeit. Gerade darin liegt nicht nur Begrenzung, sondern eine große Freiheit.

Die zweite Lebenshälfte muss nicht mehr denselben Gesetzen folgen wie die erste. Vieles, was früher wichtig war, verliert seine Macht. Anerkennung kann unwichtiger werden, Status ebenso. Die Frage, wie etwas von außen aussieht, tritt zurück hinter die Frage, ob es sich von innen noch wahr anfühlt.

In der anthroposophischen Biografiearbeit umfasst die Zeit zwischen 49 und 56 Jahren ein eigenes Jahrsiebt. Nach Jahrzehnten, in denen der Mensch stark mit Aufbau, Familie, Beruf und gesellschaftlicher Wirksamkeit beschäftigt war, kann die innere Entwicklung stärker in den Vordergrund treten. Die Frage verschiebt sich vom bloßen Gestalten der äußeren Lebensumstände hin zur bewussteren Gestaltung der eigenen Persönlichkeit. Chirons Rückkehr passt erstaunlich gut an diese Schwelle. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Die Zukunft dagegen ist noch nicht geschrieben.

Der letzte Gang durch die Räume

Bis zum 14. April 2027 bleibt Chiron im Widder. Danach beginnt sein langer Weg durch den Stier. Die Themen werden sich verschieben. Werte, Selbstwert, Geld und Besitz, der Körper, unsere Beziehung zur materiellen Welt und die Frage nach dem, was tatsächlich trägt, werden stärker in den Vordergrund rücken.

Doch noch ist es nicht so weit. Noch stehen wir in den alten Räumen. Vielleicht gibt es dort nichts Dramatisches mehr zu entdecken. Manchmal liegt nur eine Kleinigkeit auf der Fensterbank, die wir beinahe vergessen hätten. Ein Wunsch, den wir irgendwann für unrealistisch erklärt haben. Eine Entscheidung, die wir seit Jahren vertagen. Eine Grenze, die wir längst hätten ziehen wollen. Eine Fähigkeit, die wir nicht leben. Ein Teil unserer Persönlichkeit, der irgendwann leiser geworden ist, weil das Leben andere Anforderungen stellte.

Wo Chiron diese Nachlese in deinem persönlichen Leben anstößt, zeigt sein Weg durch dein Geburtshoroskop. Entscheidend ist das Haus, in dem die letzten Widdergrade liegen, ebenso wie die Aspekte, die Chiron zu deinen persönlichen Radixpositionen bildet. Genau hier setzt meine individuelle Impulsanalyse zu Chiron an: Sie zeigt dir, auf welchem Lebensgebiet diese letzte Widderphase wirksam wird und welche persönliche Entwicklungsfrage damit verbunden ist.

Für Menschen um fünfzig kann diese Zeit noch tiefer reichen, weil sie mit der Chiron-Wiederkehr eine der großen Schwellen der Lebensmitte berührt. Mein Kurs „Die zweite Hälfte gehört dir“ begleitet genau diesen Übergang: weg von der Vorstellung, die kommenden Jahre seien lediglich die Fortsetzung dessen, was bisher war, hin zu der Frage, was aus dem eigenen Leben noch werden möchte. Im April wird Chiron den Schlüssel schließlich abgeben.

Vielleicht müssen wir bis dahin nicht alle Wunden geheilt, alle Fragen beantwortet und alle alten Geschichten abgeschlossen haben. Vielleicht genügt etwas anderes: dass wir aufhören, unser heutiges Leben von Entscheidungen bestimmen zu lassen, die zu einem Menschen gehörten, der wir längst nicht mehr sind. Dann bleibt für diese letzten Monate im Widder nur eine Frage:

Wenn du im April 2027 die Tür hinter diesen Chiron-Jahren schließt: Was möchtest du dann nicht länger nur verstanden, sondern endlich entschieden haben?

du darfst

Vielleicht geht es in der zweiten Lebenshälfte nicht darum, möglichst lange die Frau zu bleiben, die du einmal warst. Vielleicht geht es darum, die Frau zu werden, die du heute sein kannst.

Aktuell hat der Online-Kurs einen attraktiven Early-Bird-Rabatt. Zum Reinschnuppern gibt es zudem ein kostenloses Magazin u.a. mit acht “Erlaubnissen” die du dir, wenn du jenseits der 40 bist, geben solltest.

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Astrologie der zweiten Lebenshälfte

Die zweite Lebenshälfte beginnt mit einer Frage: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr die sein muss, die ich einmal geworden bin?

Irgendwann verändert sich etwas. Was früher wichtig war, verliert an Bedeutung. Beziehungen und Rollen wandeln sich, die Kinder gehen ihre eigenen Wege, der Körper spricht deutlicher und vielleicht wächst eine Sehnsucht nach Freiheit und einem Leben, das heute wirklich zu dir passt.

Die Astrologie kennt diese Lebensphase erstaunlich genau. Uranus fragt nach deiner Freiheit, Chiron führt zu alten Wunden und verborgenen Gaben, Saturn prüft, was Bestand hat. Diese großen Zyklen können dir helfen zu verstehen, warum sich dein Leben gerade verändert und welche Entwicklung darin liegt.

In meinem Onlinekurs „Astrologie und Lebensart der zweiten Lebenshälfte“ verbinde ich Astrologie mit Biografiearbeit, Psychologie und den großen Fragen des Älterwerdens: Partnerschaft, Menopause, erwachsene Kinder, alt werdende Eltern, Freundschaft, Alleinsein, Freiheit und die Frage, was aus deinem Leben noch werden möchte.

Du brauchst keine astrologischen Vorkenntnisse und arbeitest in deinem eigenen Tempo.

Meine Textanalysen

Seelenplan
Jahreshoroskop
Partnerschaft
Beruf
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Fühlst du dich überfordert und weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

Das Böse im Gewand der Geduld

Das Böse im Gewand der Geduld

Geduld und das Böse

Warum jetzt die Zeit ist, dein Lebensmodell in Revision zu schicken

Seit gut zwei Wochen wache ich am Chiemsee auf. Die Tage sind spätsommerlich warm, der Wind spielt mit den noch kräftigen Blättern und ich ahne, dass es solche Stimmungen gewesen sein müssen, die den Pinsel von Paul Klee geführt hat, wenn er seine Gärten malte. Ich spüre, wie diese Landschaft mich trägt. Zwischen den Gipfeln und den Ufern des Sees ist eine Kraft in mir aufgewacht, die mich selbst überrascht, und mit dieser Kraft starte ich in den Herbst.

Hier in den Bergen ist mir schob vor Jahren etwas begegnet, das mir als Astrologin sofort ins Herz gefallen ist. Die Bergbahnen gehen im Herbst in Revision. Wenn die Wandersaison vorüber ist und bevor der erste Schnee die Skifahrer bringt, stehen die Kabinen still. Techniker steigen in die Masten, prüfen jedes Seil auf feinste Risse, tauschen die Rollen aus, die zu laut geworden sind, und ziehen nach, was sich im Laufe des Jahres gelockert hat. Kein Mensch käme auf die Idee, diesen Stillstand für ein Scheitern zu halten. Jeder weiß, dass eine Bahn, die im Winter Tausende Menschen sicher hinaufbringen soll, diese Phase braucht.

Wann hast du dein Lebensmodell zum letzten Mal in Revision geschickt?

Viele Frauen, die ich begleite, fahren seit Jahrzehnten und das ohne Pause. Die Seile, an denen ihr Alltag hängt, wurden irgendwann zwischen zwanzig und dreißig gespannt, aus Vorstellungen darüber, was eine gute Mutter, eine verlässliche Kollegin oder eine liebevolle Partnerin zu tun hat. Manches davon trägt bis heute. Anderes quietscht längst bei jeder Umdrehung, und wir haben uns so sehr an das Geräusch gewöhnt, dass wir es für die Melodie unseres Lebens halten.

Ernte und neue Saat

Am 23. September ist Tag-und-Nacht-Gleiche. Die Sonne tritt in die Waage, und für einen kostbaren Moment halten sich Licht und Dunkel das Gleichgewicht, bevor die Nächte länger werden. In der Natur ist das die Zeit der Ernte. Die Äpfel hängen schwer an den Zweigen, auf den Wiesen rund um den See wird das Grummet, das letzte Heu eingebracht. Gleichzeitig beginnt im Verborgenen bereits das Nächste, denn wer im kommenden Jahr ernten will, muss jetzt entscheiden, welches Saatgut er aufbewahrt und wovon er sich trennt.

Diese Frage stellt uns der Herbst jedes Jahr, doch in diesem Jahr formuliert der Himmel sie besonders deutlich. Drei Tage nach dem Äquinoktium, am 26. September, steht der Vollmond im Widder. Die Sonne in der Waage, dem Zeichen der Beziehung und der Rücksicht, blickt dem Mond im Widder direkt ins Gesicht, und der Widder spricht den ältesten und einfachsten Satz der Seele: Ich will.

Auf dieser Achse zwischen Rücksicht und Wille bleiben so viele Frauen in der zweiten Lebenshälfte hängen. Für die Menschen um sie herum haben sie Kraft ohne Ende. Geht es jedoch um die eigene Entscheidung, wird es plötzlich still in ihnen. Chiron, der verwundete Heiler, wird am 18. September noch einmal in den Widder zurückgekehren, als wolle er sichergehen, dass die alte Wunde rund um den eigenen Willen in diesen Wochen gehört wird.

Michaeli und der Drache in uns

Am 29. September feiern wir Michaeli. Seit Jahrhunderten zeigen Kirchenfenster und Altarbilder den Erzengel Michael, wie er den Drachen bezwingt. Rudolf Steiner hat dieses Bild aus den Kirchen in die menschliche Seele geholt: Der Drache lebt in uns, und die Michaelizeit lädt uns ein, ihm ins Auge zu schauen. Steiner beschreibt, wie die Sternschnuppen, die im Spätsommer vom Himmel fallen, Eisen auf die Erde bringen. Aus diesem kosmischen Eisen schmiedet Michael sein Schwert, und in uns lebt dasselbe Eisen im Blut, wo es zu Mut und Willenskraft werden kann. Seit alters gehört das Eisen zum Mars, dem Planeten des Widders, und so reichen sich Vollmond und Michaeli in diesen Tagen die Hand.

Das Böse, dem dieses Schwert gilt, sieht selten aus wie ein Gruselmonster. Viel lieber zieht es sich ein Gewand an, das wir für eine Tugend halten. Es kleidet sich in eine Selbstverleugnung, die sich als Bescheidenheit ausgibt, oder in ein Verständnis für alle anderen, das am Ende keinen Raum mehr für das eigene Leben lässt.

Am liebsten jedoch erscheint es als Geduld. Geduld ist eine wunderbare Kraft, solange sie wartet, bis etwas reif geworden ist. Zum Drachen wird sie dort, wo sie wartet, obwohl längst eine Entscheidung fällig wäre. Wie viele Jahre haben wir uns schon gesagt, dass der richtige Moment noch kommen wird, wenn erst die Kinder aus dem Haus sind oder der Partner in Rente geht? Diese Geduld fühlt sich edel an. In Wahrheit hält sie uns davon ab, das zu leben, wofür wir auf diese Erde gekommen sind.

Revision statt Stillstand

Die Zeitqualität dieses Herbstes lädt uns ein, in Revision zu gehen. Das heißt, für einen Moment anzuhalten und mit wachem Blick zu prüfen, welche Seile dein Leben noch sicher tragen und welche über die Jahre rau geworden sind. Wo schleift es? Welche Rolle, die du einmal gern gespielt hast, läuft inzwischen so laut, dass du dich selbst kaum noch hörst? Wo hat sich etwas gelockert, das dir eigentlich festen Halt geben sollte, deine Freude vielleicht oder das Vertrauen in deine eigene Wahrnehmung?

Mit Selbstkritik hat diese Prüfung wenig zu tun. Die Techniker in den Masten verurteilen keine Bahn, deren Seil nach einem Sommer voller Fahrten Spuren zeigt. Sie schauen hin, weil ihnen daran liegt, dass die Bahn im Winter trägt. Mit genau dieser Haltung dürfen wir auf unsere Biografie blicken, und wo wir erkennen, dass unser Lebensmodell uns daran hindert, unseren Seelenplan zu erfüllen, dürfen wir korrigieren.

Das Horoskop ist dabei eine große Hilfe, weil es zeigt, welche Zyklen gerade an welcher Stelle deines Lebens arbeiten und welche Saat in dir auf ihre Zeit wartet. Wenn du wissen möchtest, in welchem Lebensbereich die Konstellationen dieses Herbstes bei dir persönlich ankommen, schreibe ich dir das in meinem Astrologischen Herbstkompass auf.

Mein eigener Herbst

Ich habe meine eigene Revision in diesem Jahr ziemlich gründlich erledigt. Mit sechzig habe ich den Norden verlassen und noch einmal ganz neu angefangen, hier zwischen Bergen und See. Sieben Jahre habe ich im Norden gelebt, und schon früh hat mir eine leise Stimme gesagt: “Nett hier, aber nicht für immer.” Und doch bin ich noch ein paar Jahre geblieben. Bei meiner eigenen Revision habe ich in dieser Stimme genau das erkannt, worüber ich hier schreibe: eine Geduld, die sich vernünftig anfühlte und doch nur ein Seil festhielt, das längst ausgedient hatte. Meine Kinder sind jetzt auf eigenen Füßen, meine Arbeit trage ich in mir und nehme sie überallhin mit, und so blieb am Ende nur die Frage, was ich eigentlich will. Die Antwort lag im Süden, und ein wenig fühlt es sich an wie eine Heimkehr, denn geboren bin ich in Zürich, mit den Alpen am Horizont und vor Flensburg war ich viele Jahre bereits im bayerischen Oberland daheim. Heute kann ich dir sagen: Meine Bahn fährt wieder, und sie fährt mit einer Leichtigkeit, die ich lange nicht mehr erlebt habe.

Aus dieser Kraft heraus öffne ich jetzt meinen neuen Videokurs „Astrologie und Lebensart der zweiten Lebenshälfte”. In 19 Kapiteln mit über acht Stunden Videomaterial gehen wir gemeinsam durch die großen Zyklen, die in der zweiten Lebenshälfte an unsere Tür klopfen, von der Uranus-Opposition über den Chiron-Return bis zu Saturn und den Mondknoten, verbunden mit Steiners Jahrsiebten und den Einsichten von Jung und Lievegoed. Der Kurs startet am 26. September, am Vollmond im Widder, und du kannst ihn ab sofort zum Einführungspreis buchen – das geht nach meinem Eingreifen jetzt auch technisch… Betrachte ihn als deine persönliche Revisionsanleitung, mit der du selbst prüfen lernst, was trägt und was erneuert werden will.

Manche Frauen gehen diesen Weg lieber mit jemandem an ihrer Seite, gerade wenn eine konkrete Entscheidung ansteht, die sie schon zu lange vor sich herschieben. Für sie gibt es meine zwölfwöchige Begleitung „Deine Entscheidung”, in der wir dein Horoskop und deine Biografie gemeinsam lesen und Schritt für Schritt ins Tun kommen. Starten wir einfach mit einem Erstgespräch, damit für beide Seiten klar wird, dass dieser Plan Sinn macht. 

Wenn im Winter der erste Schnee auf den Gipfeln liegt, werden die Bahnen hier wieder fahren, frisch geprüft und sicher. Ich wünsche dir, dass du diesen Herbst nutzt, um deinem eigenen Leben dieselbe Sorgfalt zu schenken. Michael reicht dir das Schwert. Ob du es in die Hand nimmst, entscheidest du.

Meine Coachingformate für Krisenzeiten

Coaching Erstgespräch

Anliegen erfassen, Weg klären

Eine Einzelstunde bietet dir gezielte Impulse und Klarheit für eine aktuelle Herausforderung und ermöglicht dir erste Schritte in Richtung deines Potenzials zu gehen. Der Weg ist erkennbar.

Vier Wochen Coaching

Stärken entdecken

Das vierwöchige Coachingprogramm vertieft deine Selbstreflexion und unterstützt dich dabei, deine Stärken und Ressourcen zu erkennen, um konkrete Veränderungen in deinem Leben umzusetzen.

12 Wochen Coaching

Erfüllung finden

Im intensiven zwölfwöchigen Coaching ‘Deine Entscheidung’ tauchen wir tief in deine persönlichen Ziele ein und begleiten dich Schritt für Schritt auf deinem Weg zu nachhaltiger Transformation und innerer Erfüllung.

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Du weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

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Ilona Krämer

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