Neustart am Chiemsee

Ich sehe wieder die Sterne

Am ersten Abend in Übersee bin ich vor die Tür getreten und habe nach oben geschaut. Da standen sie, dicht an dicht, ein Himmel, wie ich ihn lange nicht mehr gesehen habe. Mich hat der Anblick sehr berührt. Die Sterne begrüßten mich förmlich mit ihrem Funkeln

Am Morgen dann die Berge. Sie streicheln meine Seele, anders kann ich es dir nicht beschreiben. Sie stehen einfach da, ohne jede Eile, und etwas in mir wird ruhig, sobald ich sie ansehe.

In der Nachbarschaft wachsen drei Walnussbäume, und als Astrologin habe ich beim ersten Rundgang laut gelacht. Der botanische Name der Walnuss lautet Juglans und geht auf Jovis glans zurück, die Eichel des Jupiter. Die Römer haben diesen Baum dem Planeten der Weite, des Wachstums und des Vertrauens zugeordnet. Drei Jupiterbäume vor der Tür, an dem Ort, an dem ich noch einmal anfange.

Der Walnussbaum ist seit jeher ein Schutzbaum. Man hat ihn vor die Häuser gepflanzt, damit er bewahrt, was drinnen lebt. Seine Energie führt nach innen, sie stärkt die eigenen Grenzen und hilft dabei, bei sich zu bleiben und alte Lasten als das zu erkennen, was sie sind. Seine Frucht sitzt in einer Schale, die aufgebrochen werden will, bevor das Nährende darin erreichbar ist. In der alten Signaturenlehre hat man den Kern wegen seiner Form dem menschlichen Gehirn zugeordnet und darin ein Zeichen für geistige Wachheit gesehen, für ein Denken, das sich selbst betrachten kann.

Dazu kommt seine Geduld. Ein Walnussbaum trägt erst nach vielen Jahren richtig, dafür trägt er dann über Jahrzehnte. Was spät kommt, kommt oft am reichsten. Ein besseres Bild für die zweite Lebenshälfte hätte ich mir nicht ausdenken können.

Auf der Weide nebenan grasen Schafe. Vom Kindergarten her höre ich Kinder lachen. Der Anfang des Lebens und die Geduld der alten Bäume liegen hier ein paar Schritte auseinander, und ich stehe mit meinen sechzig Jahren mittendrin.

Von der Waterkant in die Berge

Flensburg war sieben Jahre lang mein Ort. Das Wasser, der Wind, dieses helle, weite Licht, das es dort oben gibt und sonst kaum irgendwo. Ich habe dort gearbeitet, geschrieben, Menschen begleitet, und ich bin dankbar für jedes Jahr.

Trotzdem stehe ich jetzt hier, zwischen Chiemsee und Bergen, und atme anders. Der Norden hat mich weit gemacht. Der Süden gibt mir etwas zurück, das ich lange vermisst habe, ohne es benennen zu können.

Der Moment, in dem ich es wusste

Der Umzug ist das Letzte, was geschieht. Er ist das Sichtbare, das, worüber alle sprechen, weil man Kartons zählen und Termine eintragen kann. Das Eigentliche liegt weit davor, in einem Moment, den niemand mitbekommt.

Ich wusste schon länger, dass ich aus Flensburg fortmusste. Länger heißt in meinem Fall Jahre, in denen ich es gewusst und trotzdem weitergemacht habe wie bisher. Im Frühjahr war dann kein Halten mehr. In dem Augenblick, in dem ich innerlich wirklich zugestimmt habe, gingen Türen auf, wo vorher keine gewesen waren. Diese Erfahrung mache ich immer wieder, bei mir selbst und bei den Frauen, die ich begleite. Die Welt beginnt sich erst dann zu bewegen, wenn du dich bewegt hast.

Im Frühsommer bin ich heruntergefahren, um mir die ersten Wohnungen anzusehen. Ich bin ausgestiegen, und in der Luft lag dieser würzige Mix aus Fichtennadeln und frischem Heu. Da wusste ich, dass dieser Weg richtig ist. Es sind ein paar Tränen gekullert, und ich habe sie kullern lassen.

Zwischen dem ersten leisen Wissen und diesem Augenblick lagen Jahre. So geht es den meisten von uns. Wir wissen es früher, als wir es zugeben.

Dann kamen die Kisten

Damit du kein falsches Bild bekommst: Ein Neuanfang mit sechzig ist eine Zumutung. Kartons, in denen ein halbes Leben steckt und die alle gleichzeitig ausgepackt werden wollen. Behörden. Handwerker. Wochen, in denen nichts an seinem Platz ist und du selbst am wenigsten.

Dazu kommen die Stunden, in denen die Frage auftaucht, ob das alles richtig war. Sie kommt meistens abends, sie ist völlig normal, und sie geht wieder. Ich habe gelernt, sie nicht für ein Urteil zu halten. Sie ist der Preis dafür, dass man wirklich etwas verändert hat.

Ich begleite seit Jahren Frauen in der zweiten Lebenshälfte, und ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt. Ihr wisst, wann der Hund eurer Tochter zur Impfung muss. Ihr bekommt den Facharzttermin für eure Mutter, an dem drei andere gescheitert sind. Ihr richtet der Nachbarin zweimal im Jahr das WLAN neu ein und kennt ihr Passwort inzwischen auswendig. Wäre Familienlogistik ein Studienfach, hättet ihr längst den Lehrstuhl.

Schauen wir gemeinam in deinen Kalender, dann steht alles drin. Nur ihr steht nicht drin.

Wenn ich frage, was du eigentlich willst, kommt erstaunlich oft eine Gegenfrage zurück. Manchmal auch dieses freundliche “ach, mir geht es doch gut”, bei dem wir beide wissen, dass es die Antwort auf eine andere Frage ist.

Das hat sich über Jahrzehnte eingeschliffen, weil es lange genau richtig war. Wer Kinder großzieht und Eltern begleitet, stellt sich hinten an, weil es anders schlicht nicht geht. Irgendwann sind die Kinder groß, die Eltern versorgt, und die Gewohnheit bleibt sitzen wie ein Möbelstück, das keiner mehr braucht und trotzdem niemand hinausträgt.

Also wartest du. Auf mehr Ruhe, auf den passenderen Moment, auf ein Gefühl von Sicherheit. Du stehst an einer Kreuzung und wartest auf Grün, dabei hat dort nie jemand eine Ampel aufgestellt.

Du darfst fahren. Es hat dir nur noch niemand gesagt.

Was gerade am Himmel geschieht

Es ist kein Zufall, dass ich ausgerechnet jetzt, inmitten meiner Kartons, diese Gedanken niederschreibe.

Am 10. September wird Uranus rückläufig. Uranus ist der Planet, der aufbricht, der stört, der das Gewohnte in Frage stellt. Rückläufig richtet er diese Kraft nach innen. Die Unruhe kommt dann nicht mehr von außen, sie sitzt in dir und stellt dir eine Frage, der du seit Jahren ausweichst.

Einen Tag später, am 11. September, steht der Neumond in der Jungfrau. Die Jungfrau räumt aus. Sie prüft, was noch gebraucht wird und was seit langem nur Platz besetzt. Sie fragt nicht nach großen Visionen, sie fragt nach dem nächsten wirklichen Schritt. Ich habe dazu auch ein eigenens Video gemacht…

Ich lebe diese Konstellation gerade sehr wörtlich, mit Kartons in jedem Zimmer. Du lebst sie vielleicht innerlich, an einem Ort, den außer dir niemand sieht. Der Auftrag ist derselbe.

Ich bin wieder am Start

Der Schreibtisch steht, das Licht hier ist gut, und ich bin zurück in der Arbeit, der Hebst klopft an und es gibt viel zu tun.

Wer wissen möchte, an welcher Stelle des eigenen Horoskops das gerade geschieht, findet im Astrologischen Herbstkompass eine persönliche Antwort darauf. Diese Impulsanalyse ist auf das Herbstäquinoktium am 23. September gerechnetund gibt dir wertvolle Hinweise, was du nach dem hektischen Sommer alles erden, umsetzen und machen darfst.

Und für die unter euch, bei denen die Frage längst gestellt ist und nur die Umsetzung fehlt, öffne ich zum Äquinoktium eine neue Runde meiner Begleitung über zwölf Wochen. Wenn die Langsanläufer rückwärts laufen, Chiron im Rückwärtsgang zurück in den Widder geht, ist es ein wundervolles Zeitfenster, dem eigenen Leben nicht nur seine Aufmerksamkeit zu schenke, sondern ein bisschen Seelen-Hausputz zu betreiben, damit im Frühjahr dein Lebensbaum kräftig austreiben kann, um deine Krone weiter zu veredeln. Bist du dafür bereit? Oder verharrst du lieber in all den bekannten Seelenräumen, in denen sich viel Staub und Frust angesammelt hat.

Eine Frage zum Schluss

Es hat mich einiges gekostet, hierher zu kommen. Ich würde es sofort wieder tun.

Jetzt du: Welche Entscheidung schiebst du seit Jahren vor dir her? Sag es dir laut, denn manchmal beginnt mit diesem Wort ein wundervoller Anfang und dem wohnt bekanntlich viel Zauber inne. 

Meine Coachingformate für Krisenzeiten

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Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

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