Die Maske fällt
Der kommende Neumond im Wassermann fällt auf den 17. Februar – ausgerechnet auf Faschingsdienstag. Doch er trägt keine Narrenkappe. Er bringt eine ringförmige Sonnenfinsternis mit sich und damit eine symbolische Verdichtung, die kaum deutlicher sein könnte: Masken verlieren ihre Haftung.
Es geht um Rollen. Um Zugehörigkeiten. Um Loyalitäten, die wir uns selbst auferlegt haben. Und um jene Masken, die wir längst mit unserem Gesicht verwechselt haben. Was jetzt sichtbar wird, erzeugt zunächst Widerstand. „Das kann doch nicht wahr sein“ ist eine typische Reaktion. Doch genau hier beginnt der eigentliche Prozess: Wenn das Außen bröckelt, zeigt sich, worauf wir innerlich gebaut haben.
Idee trifft Substanz
Der Neumond im Wassermann bildet ein Quadrat zu Uranus im Stier. Astrologisch betrachtet ist das eine Spannung innerhalb desselben geistigen Prinzips. Uranus gilt als Herrscher des Wassermanns – hier fordert sich das eigene Ideal selbst heraus. Wassermann entwirft Zukunft. Netzwerke, Reformbewegungen, technologische Visionen, gesellschaftliche Konzepte. Doch Zukunft ist zunächst ein Gedanke. Uranus im Stier zwingt diesen Gedanken, sich an der Realität zu messen.
Der Stier steht für Substanz: Ressourcen, Eigentum, Energie, wirtschaftliche Stabilität. Wenn Uranus hier wirkt, geraten genau diese Bereiche in Bewegung. Märkte verlieren ihre Selbstverständlichkeit, Sicherheiten bekommen Risse. Das Quadrat beschreibt eine Kollision zwischen Idee und Materie. Gesellschaftliche Konzepte stehen unter dem Druck wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Technologische Visionen treffen auf Ressourcenfragen. Diese Spannung ist spürbar – in politischen Debatten, wirtschaftlichen Prognosen, in der Gereiztheit sozialer Diskussionen. Sie entsteht aus einem inneren Konflikt: dem Wunsch nach Veränderung und der Angst vor Instabilität.
Macht organisiert sich neu
Pluto im Wassermann verschärft diese Dynamik. Macht verlagert sich. Sie entsteht weniger durch sichtbare Hierarchien als durch Zugriff, Steuerung und Informationshoheit. Netzwerke, Datenströme, digitale Infrastruktur – hier entstehen neue Hebel.
Während im Außen von Fortschritt und Transparenz gesprochen wird, reorganisieren sich im Hintergrund Machtstrukturen. Das zeigt sich exemplarisch im Getöse um die Aktensichtung in der Causa Epstein. Natürlich sind die Inhalte erschütternd. Doch die entscheidende Frage lautet: Welche strukturellen Konsequenzen folgen wirklich? Wem nützt die aktuelle Dramatisierung? Warum genau jetzt?
Der Neumond fragt nicht nach Empörung. Er fragt nach Bewusstsein. Wird Veränderung strukturell gedacht – oder lediglich sprachlich modernisiert? Systemwechsel zeigt sich nicht in neuen Begriffen, sondern in neuen Verantwortlichkeiten.
Selbstbetrug beginnt dort, wo moralische Gewissheit strukturelle Analyse ersetzt. Wo Zugehörigkeit wichtiger wird als kritisches Denken. Wo man sich im Gefühl der Aufklärung einrichtet, ohne die eigenen Abhängigkeiten zu prüfen.
Der Spiegel liegt im Inneren
Diese Konstellation kündigt keinen spektakulären Umsturz an. Sie markiert eine Verdichtung. Fortschritt muss sich bewähren. Freiheit braucht Verantwortung. Ideale müssen tragfähig sein. Der entscheidende Ort dieser Prüfung liegt nicht in Parteitagen, sondern im individuellen Denken. Dort, wo jemand bereit ist, auch unbequeme Zusammenhänge zu erkennen. Dort, wo jemand beginnt, eigene Loyalitäten zu hinterfragen. Vielleicht liegt die eigentliche Umwälzung dieses Neumondes nicht im äußeren System. Vielleicht beginnt sie in der Bereitschaft, das eigene Denken radikal ehrlich zu überprüfen.
Vision und Nüchternheit
Merkur in den Fischen im Trigon zu Jupiter im Krebs öffnet den Blick für große Zusammenhänge. Worte werden vom Gefühl getragen, Visionen weiten sich. Man erkennt plötzlich Linien, die zuvor unsichtbar schienen. Das ist schöpferisch. Und zugleich riskant.
Der rückläufige Jupiter verstärkt das, was innerlich bereits vorhanden ist. Hoffnung kann schnell zur Gewissheit werden. Intuition zur Überzeugung. Diese Konstellation schenkt Inspiration – verlangt jedoch innere Nüchternheit. Wo erzählst du dir gerade eine Geschichte, die sich gut anfühlt? Wo ersetzt Hoffnung eine Analyse? Wo wird ein Gefühl mit Fakt verwechselt? Gefühl und geistige Struktur gehören zusammen. Erst dann entsteht eine Vision, die sich im Leben bewährt.
Liebe, Loyalität und Würde
Venus in Konjunktion mit dem aufsteigenden Mondknoten in den Fischen wirkt weich, beinahe schicksalhaft. Beziehungen erscheinen bedeutungsvoll. Man möchte vertrauen. Man möchte glauben, dass Liebe heilt. Doch das Quadrat zu Lilith im Schützen bringt eine klare Kante hinein. Lilith fordert Würde. Sie duldet keine Selbstverkleinerung.
Gerade Frauen tragen oft Loyalitäten in sich, die älter sind als jede bewusste Entscheidung: gegenüber Herkunft, Partnern, Kindern, Rollenbildern. Man hält daran fest, weil es sich richtig anfühlt – oder weil Loslassen Schuld auslösen würde.
Diese Konstellation beginnt, alte Fäden sichtbar zu machen. Wo gibst du mehr als du empfängst? Wo hast du dich angepasst, um den Frieden zu wahren? Wo ist Treue wichtiger geworden als Lebendigkeit? Der aufsteigende Mondknoten zeigt Entwicklung. Lilith verlangt Selbstachtung. Zwischen beiden entsteht ein Spannungsfeld, das Haltung fordert.
Reifeprüfung
Saturn und Neptun stehen gemeinsam im Widder. Ihre exakte Konjunktion am 20. Februar 2026 markiert einen neuen Zyklus. Vision trifft Verantwortung. Traum trifft Initiative. Saturn duldet keine Unverbindlichkeit. Neptun löst Illusionen auf. Im Widder geht es um Eigenverantwortung. Lebst du deine Ideale – oder konsumierst du sie? Diese Verbindung wirkt wie eine geistige Reifeprüfung. Wunschdenken führt zu Ernüchterung. Gelebte Werte führen zu innerer Stärkung.
Vom Wissen zur Handlung
Mars im Wassermann bringt Bewegung ins System. Erkenntnis ohne Handlung bleibt folgenlos. Haltung gewinnt Gewicht erst durch Umsetzung. Viele Menschen analysieren, kommentieren, teilen. Doch zwischen Erkenntnis und Handlung klafft oft eine Lücke. Mars fordert Konsequenz. Nicht heroische Gesten – sondern konkrete Schritte. Das Sextil zu Chiron im Widder eröffnet Heilung durch Selbstbehauptung. Eine Entscheidung, die lange vermieden wurde, kann jetzt befreiend wirken. Eine Grenze, die klar gezogen wird, schafft Stabilität.
Zwischen Aufbruch und Zusammenbruch
Diese ringförmige Sonnenfinsternis wirkt leise. Das Licht verschwindet nicht vollständig – es sammelt sich am Rand. Die Kräfte konzentrieren sich im Inneren. Wir stehen an einer Schwelle. Alte Konzepte tragen weniger. Neue sind noch nicht ausgereift. Zwischen Aufbruch und Zusammenbruch liegt ein schmaler Grat.
Ich spüre das in meinem eigenen Leben. Vieles verschiebt sich. Sicherheiten verlieren ihre Selbstverständlichkeit. Und zugleich entsteht eine merkwürdige Freude – als würde ein Gatter aufgehen, das ich mir selbst gebaut hatte. Vielleicht ist das die eigentliche Signatur dieser Zeit: Freiheit beginnt dort, wo wir aufhören, uns selbst festzuhalten. Diese Epoche braucht keine perfekten Menschen. Sie braucht wache. Mutige. Verantwortliche. Der Neumond erinnert daran, dass Bewusstsein kein abstrakter Zustand ist. Es ist eine Entscheidung. Und vielleicht beginnt deine stille Revolution genau dort, wo du deine Maske ablegst – nicht vor der Welt, sondern vor dir selbst.
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