Warum jetzt die Zeit ist, dein Lebensmodell in Revision zu schicken
Seit gut zwei Wochen wache ich am Chiemsee auf. Die Tage sind spätsommerlich warm, der Wind spielt mit den noch kräftigen Blättern und ich ahne, dass es solche Stimmungen gewesen sein müssen, die den Pinsel von Paul Klee geführt hat, wenn er seine Gärten malte. Ich spüre, wie diese Landschaft mich trägt. Zwischen den Gipfeln und den Ufern des Sees ist eine Kraft in mir aufgewacht, die mich selbst überrascht, und mit dieser Kraft starte ich in den Herbst.
Hier in den Bergen ist mir schob vor Jahren etwas begegnet, das mir als Astrologin sofort ins Herz gefallen ist. Die Bergbahnen gehen im Herbst in Revision. Wenn die Wandersaison vorüber ist und bevor der erste Schnee die Skifahrer bringt, stehen die Kabinen still. Techniker steigen in die Masten, prüfen jedes Seil auf feinste Risse, tauschen die Rollen aus, die zu laut geworden sind, und ziehen nach, was sich im Laufe des Jahres gelockert hat. Kein Mensch käme auf die Idee, diesen Stillstand für ein Scheitern zu halten. Jeder weiß, dass eine Bahn, die im Winter Tausende Menschen sicher hinaufbringen soll, diese Phase braucht.
Wann hast du dein Lebensmodell zum letzten Mal in Revision geschickt?
Viele Frauen, die ich begleite, fahren seit Jahrzehnten und das ohne Pause. Die Seile, an denen ihr Alltag hängt, wurden irgendwann zwischen zwanzig und dreißig gespannt, aus Vorstellungen darüber, was eine gute Mutter, eine verlässliche Kollegin oder eine liebevolle Partnerin zu tun hat. Manches davon trägt bis heute. Anderes quietscht längst bei jeder Umdrehung, und wir haben uns so sehr an das Geräusch gewöhnt, dass wir es für die Melodie unseres Lebens halten.
Ernte und neue Saat
Am 23. September ist Tag-und-Nacht-Gleiche. Die Sonne tritt in die Waage, und für einen kostbaren Moment halten sich Licht und Dunkel das Gleichgewicht, bevor die Nächte länger werden. In der Natur ist das die Zeit der Ernte. Die Äpfel hängen schwer an den Zweigen, auf den Wiesen rund um den See wird das Grummet, das letzte Heu eingebracht. Gleichzeitig beginnt im Verborgenen bereits das Nächste, denn wer im kommenden Jahr ernten will, muss jetzt entscheiden, welches Saatgut er aufbewahrt und wovon er sich trennt.
Diese Frage stellt uns der Herbst jedes Jahr, doch in diesem Jahr formuliert der Himmel sie besonders deutlich. Drei Tage nach dem Äquinoktium, am 26. September, steht der Vollmond im Widder. Die Sonne in der Waage, dem Zeichen der Beziehung und der Rücksicht, blickt dem Mond im Widder direkt ins Gesicht, und der Widder spricht den ältesten und einfachsten Satz der Seele: Ich will.
Auf dieser Achse zwischen Rücksicht und Wille bleiben so viele Frauen in der zweiten Lebenshälfte hängen. Für die Menschen um sie herum haben sie Kraft ohne Ende. Geht es jedoch um die eigene Entscheidung, wird es plötzlich still in ihnen. Chiron, der verwundete Heiler, wird am 18. September noch einmal in den Widder zurückgekehren, als wolle er sichergehen, dass die alte Wunde rund um den eigenen Willen in diesen Wochen gehört wird.
Michaeli und der Drache in uns
Am 29. September feiern wir Michaeli. Seit Jahrhunderten zeigen Kirchenfenster und Altarbilder den Erzengel Michael, wie er den Drachen bezwingt. Rudolf Steiner hat dieses Bild aus den Kirchen in die menschliche Seele geholt: Der Drache lebt in uns, und die Michaelizeit lädt uns ein, ihm ins Auge zu schauen. Steiner beschreibt, wie die Sternschnuppen, die im Spätsommer vom Himmel fallen, Eisen auf die Erde bringen. Aus diesem kosmischen Eisen schmiedet Michael sein Schwert, und in uns lebt dasselbe Eisen im Blut, wo es zu Mut und Willenskraft werden kann. Seit alters gehört das Eisen zum Mars, dem Planeten des Widders, und so reichen sich Vollmond und Michaeli in diesen Tagen die Hand.
Das Böse, dem dieses Schwert gilt, sieht selten aus wie ein Gruselmonster. Viel lieber zieht es sich ein Gewand an, das wir für eine Tugend halten. Es kleidet sich in eine Selbstverleugnung, die sich als Bescheidenheit ausgibt, oder in ein Verständnis für alle anderen, das am Ende keinen Raum mehr für das eigene Leben lässt.
Am liebsten jedoch erscheint es als Geduld. Geduld ist eine wunderbare Kraft, solange sie wartet, bis etwas reif geworden ist. Zum Drachen wird sie dort, wo sie wartet, obwohl längst eine Entscheidung fällig wäre. Wie viele Jahre haben wir uns schon gesagt, dass der richtige Moment noch kommen wird, wenn erst die Kinder aus dem Haus sind oder der Partner in Rente geht? Diese Geduld fühlt sich edel an. In Wahrheit hält sie uns davon ab, das zu leben, wofür wir auf diese Erde gekommen sind.
Revision statt Stillstand
Die Zeitqualität dieses Herbstes lädt uns ein, in Revision zu gehen. Das heißt, für einen Moment anzuhalten und mit wachem Blick zu prüfen, welche Seile dein Leben noch sicher tragen und welche über die Jahre rau geworden sind. Wo schleift es? Welche Rolle, die du einmal gern gespielt hast, läuft inzwischen so laut, dass du dich selbst kaum noch hörst? Wo hat sich etwas gelockert, das dir eigentlich festen Halt geben sollte, deine Freude vielleicht oder das Vertrauen in deine eigene Wahrnehmung?
Mit Selbstkritik hat diese Prüfung wenig zu tun. Die Techniker in den Masten verurteilen keine Bahn, deren Seil nach einem Sommer voller Fahrten Spuren zeigt. Sie schauen hin, weil ihnen daran liegt, dass die Bahn im Winter trägt. Mit genau dieser Haltung dürfen wir auf unsere Biografie blicken, und wo wir erkennen, dass unser Lebensmodell uns daran hindert, unseren Seelenplan zu erfüllen, dürfen wir korrigieren.
Das Horoskop ist dabei eine große Hilfe, weil es zeigt, welche Zyklen gerade an welcher Stelle deines Lebens arbeiten und welche Saat in dir auf ihre Zeit wartet. Wenn du wissen möchtest, in welchem Lebensbereich die Konstellationen dieses Herbstes bei dir persönlich ankommen, schreibe ich dir das in meinem Astrologischen Herbstkompass auf.
Mein eigener Herbst
Ich habe meine eigene Revision in diesem Jahr ziemlich gründlich erledigt. Mit sechzig habe ich den Norden verlassen und noch einmal ganz neu angefangen, hier zwischen Bergen und See. Sieben Jahre habe ich im Norden gelebt, und schon früh hat mir eine leise Stimme gesagt: “Nett hier, aber nicht für immer.” Und doch bin ich noch ein paar Jahre geblieben. Bei meiner eigenen Revision habe ich in dieser Stimme genau das erkannt, worüber ich hier schreibe: eine Geduld, die sich vernünftig anfühlte und doch nur ein Seil festhielt, das längst ausgedient hatte. Meine Kinder sind jetzt auf eigenen Füßen, meine Arbeit trage ich in mir und nehme sie überallhin mit, und so blieb am Ende nur die Frage, was ich eigentlich will. Die Antwort lag im Süden, und ein wenig fühlt es sich an wie eine Heimkehr, denn geboren bin ich in Zürich, mit den Alpen am Horizont und vor Flensburg war ich viele Jahre bereits im bayerischen Oberland daheim. Heute kann ich dir sagen: Meine Bahn fährt wieder, und sie fährt mit einer Leichtigkeit, die ich lange nicht mehr erlebt habe.
Aus dieser Kraft heraus öffne ich jetzt meinen neuen Videokurs „Astrologie und Lebensart der zweiten Lebenshälfte”. In 19 Kapiteln mit über acht Stunden Videomaterial gehen wir gemeinsam durch die großen Zyklen, die in der zweiten Lebenshälfte an unsere Tür klopfen, von der Uranus-Opposition über den Chiron-Return bis zu Saturn und den Mondknoten, verbunden mit Steiners Jahrsiebten und den Einsichten von Jung und Lievegoed. Der Kurs startet am 26. September, am Vollmond im Widder, und du kannst ihn ab sofort zum Einführungspreis buchen – das geht nach meinem Eingreifen jetzt auch technisch… Betrachte ihn als deine persönliche Revisionsanleitung, mit der du selbst prüfen lernst, was trägt und was erneuert werden will.
Manche Frauen gehen diesen Weg lieber mit jemandem an ihrer Seite, gerade wenn eine konkrete Entscheidung ansteht, die sie schon zu lange vor sich herschieben. Für sie gibt es meine zwölfwöchige Begleitung „Deine Entscheidung”, in der wir dein Horoskop und deine Biografie gemeinsam lesen und Schritt für Schritt ins Tun kommen. Starten wir einfach mit einem Erstgespräch, damit für beide Seiten klar wird, dass dieser Plan Sinn macht.
Wenn im Winter der erste Schnee auf den Gipfeln liegt, werden die Bahnen hier wieder fahren, frisch geprüft und sicher. Ich wünsche dir, dass du diesen Herbst nutzt, um deinem eigenen Leben dieselbe Sorgfalt zu schenken. Michael reicht dir das Schwert. Ob du es in die Hand nimmst, entscheidest du.
Meine Coachingformate für Krisenzeiten
Anliegen erfassen, Weg klären
Eine Einzelstunde bietet dir gezielte Impulse und Klarheit für eine aktuelle Herausforderung und ermöglicht dir erste Schritte in Richtung deines Potenzials zu gehen. Der Weg ist erkennbar.
Stärken entdecken
Das vierwöchige Coachingprogramm vertieft deine Selbstreflexion und unterstützt dich dabei, deine Stärken und Ressourcen zu erkennen, um konkrete Veränderungen in deinem Leben umzusetzen.
Du weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?
Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“
Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.
In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.






