Chiron kehrt zurück in den Widder

Chiron kehrt zurück in den Widder

Chiron im Widder

Der Mut, wieder Ich zu sagen

Manchmal ist eine Lebensphase eigentlich schon vorbei, und dennoch müssen wir noch einmal zurück. Nicht, weil wir versagt hätten oder etwas von vorn beginnen müssten. Vielmehr gleicht diese Rückkehr dem letzten Gang durch Räume, die lange zu unserem Leben gehört haben. Die Möbel sind fort, die Schränke leer, an den Wänden zeichnen sich noch die Stellen ab, an denen Bilder hingen. Bevor wir den Schlüssel abgeben, gehen wir ein letztes Mal hindurch und schauen genauer hin: Ist wirklich alles mitgenommen? Liegt irgendwo noch etwas, das zu uns gehört?

Ein solches Bild passt erstaunlich gut zu Chiron, der am 18. September 2026 rückläufig aus dem Stier in den Widder zurückkehrt. Seit Juni hatte er bereits einen ersten Schritt in das neue Tierkreiszeichen getan. Nun führt ihn seine rückläufige Bewegung noch einmal zurück auf die letzten Grade des Widders. Erst am 14. April 2027 wird er dieses Zeichen endgültig verlassen. Damit beginnt keine neue Geschichte. Eine alte möchte zu Ende erzählt werden.

Chiron bewegt sich seit 2018, mit einer kurzen Unterbrechung durch seine damalige Rückläufigkeit, durch den Widder. Fast neun Jahre liegen zwischen seinem ersten Eintritt und seinem endgültigen Abschied. Das ist eine lange Zeit in einem Menschenleben. Wer heute fünfzig ist, war Anfang vierzig, als dieser Zyklus begann. Wer sechzig ist, stand damals am Beginn seiner Fünfziger. Beziehungen haben sich verändert, Kinder sind erwachsen geworden, berufliche Sicherheiten verschwunden oder neu entstanden. Manche Menschen haben Abschiede erlebt, andere einen Neubeginn gewagt. Fast alle sind älter geworden mit der Erfahrung, dass Lebenszeit kostbarer wird, je deutlicher wir ihre Begrenztheit wahrnehmen.

Chirons letzte Monate im Widder stellen deshalb eine bemerkenswert einfache und zugleich unbequeme Frage:

Lebst du das Leben, das du heute wirklich willst?

Die Wunde, die nicht einfach verschwindet

In der griechischen Mythologie gehört Chiron zu den ungewöhnlichsten Gestalten. Obwohl er zu den Kentauren zählt, unterscheidet er sich grundlegend von deren wilder und triebhafter Natur. Chiron ist Lehrer, Arzt, Erzieher und Eingeweihter. Zu seinen Schülern gehören bedeutende Helden der griechischen Sagenwelt. Er kennt die Heilkunst und versteht es, andere zu begleiten, doch ausgerechnet seine eigene Wunde kann er nicht heilen.

Herakles trifft ihn versehentlich mit einem Pfeil, dessen Spitze mit dem Gift der Hydra getränkt ist. Für einen Sterblichen wäre die Verletzung tödlich. Chiron jedoch ist unsterblich. So entsteht das eigentliche Drama seiner Geschichte: Er kann weder gesund werden noch sterben. Erst später findet sich ein Ausweg. Chiron verzichtet auf seine Unsterblichkeit und ermöglicht damit die Befreiung des Prometheus.

Vielleicht liegt gerade darin der tiefere Sinn dieses Mythos. Nicht jede Verletzung unseres Lebens verschwindet. Manche Erfahrungen lassen sich nicht rückgängig machen, manche Verluste nicht ersetzen, manche Versäumnisse nicht nachholen. Heilung bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, wieder der Mensch zu werden, der wir vor einer Verletzung waren. Reife Heilung stellt eine andere Frage: Was ist durch diese Erfahrung aus mir geworden?

Gerade in der zweiten Lebenshälfte verändert sich damit der Blick auf die eigene Biografie. Mit zwanzig möchten wir vieles überwinden. Mit dreißig wollen wir verstehen, warum wir so geworden sind. Später kann etwas anderes wichtiger werden: die Fähigkeit, das Erlebte in die eigene Geschichte aufzunehmen, ohne ihm weiterhin die Macht über die Zukunft zu überlassen. Chiron symbolisiert genau diesen Übergang. Die Wunde bleibt Teil der Biografie, aber sie muss nicht länger deren Regisseur sein.

Acht Jahre Chiron im Widder: die Frage nach dem Ich

Der Widder ist das erste Zeichen des Tierkreises. In ihm liegt die ursprüngliche Bewegung des Lebens nach vorn, noch bevor lange darüber nachgedacht wird, ob dieser Schritt vernünftig, bequem oder gesellschaftlich erwünscht ist. Sein elementarer Satz lautet nicht: „Was sollte ich tun?“ Er lautet: Ich will. Genau dort bewegt sich Chiron seit 2018.

Die Jahre seines Widdertransits waren gesellschaftlich von außergewöhnlichen Spannungen begleitet. Die Pandemie stellte das Verhältnis zwischen individueller Freiheit und gemeinschaftlicher Verantwortung auf eine Weise zur Diskussion, die tiefe Spuren hinterlassen hat. Der Krieg in Europa konfrontierte eine Generation, die Frieden lange für selbstverständlich hielt, erneut mit Gewalt, Macht und territorialer Selbstbehauptung. Gleichzeitig verschärften sich gesellschaftliche Auseinandersetzungen darüber, wie viel Individualität eine Gemeinschaft aushalten kann und wie viel Anpassung sie verlangen darf.

Astrologie erklärt solche Ereignisse nicht und verursacht sie schon gar nicht. Sie kann jedoch Bilder anbieten, in denen sich die Fragen einer Zeit spiegeln. Unter Chiron im Widder wurde die Frage nach Selbstbestimmung auf vielen Ebenen schmerzhaft sichtbar.

Wo endet mein Recht und wo beginnt das des anderen? Wann ist Anpassung soziale Verantwortung, wann wird sie Selbstverleugnung? Wann bedeutet Durchsetzung Mut, wann ist sie lediglich Aggression? Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn Menschen das Gefühl entwickeln, nicht mehr gehört oder gesehen zu werden? Hinter all diesen Fragen steht ein verletzliches Ich.

Nun läuft Chiron noch einmal durch die letzten Grade dieses Zeichens. Seine Rückkehr wirkt weniger wie eine neue Prüfung als wie eine Nachlese. Was wurde in diesen Jahren tatsächlich verstanden, und was haben wir lediglich notdürftig verbunden, damit wir weiterfunktionieren konnten?

Die Wunde des eigenen Wollens

Auf der persönlichen Ebene wird diese Frage noch interessanter.

Viele Menschen kennen erstaunlich genau die Wünsche anderer. Sie wissen, was ihre Kinder brauchen, was der Partner erwartet, was Kunden verlangen, was Kollegen voraussetzen und was eine Familie zusammenhält. Sie können Verantwortung tragen, Krisen organisieren, Probleme lösen und Entscheidungen treffen, wenn es um andere geht. Schwieriger wird es manchmal bei einer scheinbar einfachen Frage:

Was will ich selbst?

Besonders Frauen in der zweiten Lebenshälfte erleben an dieser Stelle eine eigenartige Diskrepanz. Nach außen sind sie häufig ausgesprochen handlungsfähig. Sie haben Familien getragen, Berufe ausgeübt, Unternehmen aufgebaut, Beziehungen durch schwierige Zeiten geführt, Angehörige begleitet oder immer wieder neu angefangen. Von mangelnder Stärke kann kaum die Rede sein. Trotzdem kann der eigene Wille erstaunlich leise geworden sein.

Das geschieht selten plötzlich. Meist wird er über Jahre von vernünftigen Gründen überlagert. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Die Kinder brauchen mich noch. Das Haus muss bezahlt werden. Im Beruf kann ich nicht einfach alles hinschmeißen. Meine Eltern werden älter. Eine Trennung wäre zu kompliziert. Für einen beruflichen Neubeginn bin ich vielleicht schon zu alt. Noch einmal eine Partnerschaft zu suchen erscheint anstrengend. Eigentlich geht es doch auch so.

Jeder einzelne Satz kann vollkommen nachvollziehbar sein. Zusammengenommen können solche Sätze jedoch irgendwann ein Leben ergeben, das zwar funktioniert, aber nicht mehr wirklich bewegt. Chiron im Widder berührt genau diese Stelle.

Dabei geht es keineswegs darum, plötzlich alles hinzuschmeißen, Beziehungen zu beenden oder mit sechzig das Motorrad zu kaufen, das man mit zwanzig nicht haben durfte. Selbstbestimmung ist nicht dasselbe wie Impulsivität. Ein gereifter Wille erkennt Konsequenzen und übernimmt Verantwortung für sie.

Gerade deshalb ist die Frage nach dem eigenen Wollen so anspruchsvoll. Wer sagt „Ich will“, muss irgendwann auch sagen können: Dafür entscheide ich mich. Dafür stehe ich ein. Dafür lasse ich möglicherweise etwas anderes zurück. Vielleicht liegt die tiefste Widderwunde deshalb gar nicht in mangelnder Durchsetzungskraft. Sie kann ebenso dort liegen, wo wir uns nicht mehr erlauben, etwas wirklich zu wollen.

Was ist aus deiner Wunde geworden?

Mit zunehmendem Alter verändert sich noch etwas anderes. Die Frage lautet nicht mehr ausschließlich, was uns verletzt hat, sondern was wir aus unseren Verletzungen gemacht haben.

Ein Mensch, der verlassen wurde, kann lernen, sich selbst treu zu bleiben. Er kann jedoch ebenso beschließen, niemanden mehr wirklich an sich heranzulassen. Wer beruflich gescheitert ist, kann daraus Erfahrung und Urteilskraft entwickeln oder jede neue Möglichkeit so lange prüfen, bis kein Risiko mehr besteht und damit auch keine Entwicklung. Wer über Jahre für andere verantwortlich war, kann daraus eine große soziale Kompetenz gewinnen oder unmerklich die Überzeugung entwickeln, nur dann wertvoll zu sein, wenn er gebraucht wird.

Unsere Wunden formen Fähigkeiten und Schutzmechanismen zugleich. Das Schwierige besteht darin, beide voneinander zu unterscheiden. Was uns einmal geschützt hat, kann Jahre später zum Gefängnis werden. Vielleicht brauchten wir nach einer Enttäuschung Kontrolle. Vielleicht war Anpassung in einer bestimmten Lebensphase tatsächlich notwendig. Vielleicht mussten wir hart werden, um eine Krise zu überstehen. Vielleicht war es klug, einen Traum zurückzustellen, weil andere Aufgaben wichtiger waren. Das alles darf wahr sein. Trotzdem bleibt die Frage, ob diese Strategie heute noch gebraucht wird.

Die rückläufige Bewegung Chirons durch die letzten Widdergrade lädt weniger dazu ein, alte Wunden wieder aufzureißen, als ihre Folgen zu betrachten. Welche Entscheidungen treffe ich heute noch aus einer Erfahrung heraus, die längst Vergangenheit ist? Wo verteidige ich mich gegen eine Gefahr, die gar nicht mehr existiert? Welche Version meiner selbst halte ich am Leben, obwohl ich längst über sie hinausgewachsen bin?

Um fünfzig begegnet Chiron sich selbst

Für Menschen um das fünfzigste Lebensjahr erhält dieser Transit eine zusätzliche Bedeutung. Chiron benötigt ungefähr fünfzig Jahre für seinen Weg durch den Tierkreis. In dieser Lebensphase kehrt er deshalb an die Position zurück, die er bei der Geburt innehatte. Astrologisch sprechen wir von der Chiron-WiederkehrSie fällt in eine ohnehin bemerkenswerte biografische Schwelle.

Die erste Hälfte des Lebens ist nicht mehr theoretisch vorbei. Man spürt es. Der Körper verändert sich, die Zeit bekommt ein anderes Gewicht, Eltern werden alt oder sterben, Kinder lösen sich aus der Familie. Berufliche Entscheidungen erscheinen plötzlich unter einem anderen Horizont. Ein Satz wie „Das mache ich irgendwann“ verliert seine frühere Selbstverständlichkeit. Gerade darin liegt nicht nur Begrenzung, sondern eine große Freiheit.

Die zweite Lebenshälfte muss nicht mehr denselben Gesetzen folgen wie die erste. Vieles, was früher wichtig war, verliert seine Macht. Anerkennung kann unwichtiger werden, Status ebenso. Die Frage, wie etwas von außen aussieht, tritt zurück hinter die Frage, ob es sich von innen noch wahr anfühlt.

In der anthroposophischen Biografiearbeit umfasst die Zeit zwischen 49 und 56 Jahren ein eigenes Jahrsiebt. Nach Jahrzehnten, in denen der Mensch stark mit Aufbau, Familie, Beruf und gesellschaftlicher Wirksamkeit beschäftigt war, kann die innere Entwicklung stärker in den Vordergrund treten. Die Frage verschiebt sich vom bloßen Gestalten der äußeren Lebensumstände hin zur bewussteren Gestaltung der eigenen Persönlichkeit. Chirons Rückkehr passt erstaunlich gut an diese Schwelle. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Die Zukunft dagegen ist noch nicht geschrieben.

Der letzte Gang durch die Räume

Bis zum 14. April 2027 bleibt Chiron im Widder. Danach beginnt sein langer Weg durch den Stier. Die Themen werden sich verschieben. Werte, Selbstwert, Geld und Besitz, der Körper, unsere Beziehung zur materiellen Welt und die Frage nach dem, was tatsächlich trägt, werden stärker in den Vordergrund rücken.

Doch noch ist es nicht so weit. Noch stehen wir in den alten Räumen. Vielleicht gibt es dort nichts Dramatisches mehr zu entdecken. Manchmal liegt nur eine Kleinigkeit auf der Fensterbank, die wir beinahe vergessen hätten. Ein Wunsch, den wir irgendwann für unrealistisch erklärt haben. Eine Entscheidung, die wir seit Jahren vertagen. Eine Grenze, die wir längst hätten ziehen wollen. Eine Fähigkeit, die wir nicht leben. Ein Teil unserer Persönlichkeit, der irgendwann leiser geworden ist, weil das Leben andere Anforderungen stellte.

Wo Chiron diese Nachlese in deinem persönlichen Leben anstößt, zeigt sein Weg durch dein Geburtshoroskop. Entscheidend ist das Haus, in dem die letzten Widdergrade liegen, ebenso wie die Aspekte, die Chiron zu deinen persönlichen Radixpositionen bildet. Genau hier setzt meine individuelle Impulsanalyse zu Chiron an: Sie zeigt dir, auf welchem Lebensgebiet diese letzte Widderphase wirksam wird und welche persönliche Entwicklungsfrage damit verbunden ist.

Für Menschen um fünfzig kann diese Zeit noch tiefer reichen, weil sie mit der Chiron-Wiederkehr eine der großen Schwellen der Lebensmitte berührt. Mein Kurs „Die zweite Hälfte gehört dir“ begleitet genau diesen Übergang: weg von der Vorstellung, die kommenden Jahre seien lediglich die Fortsetzung dessen, was bisher war, hin zu der Frage, was aus dem eigenen Leben noch werden möchte. Im April wird Chiron den Schlüssel schließlich abgeben.

Vielleicht müssen wir bis dahin nicht alle Wunden geheilt, alle Fragen beantwortet und alle alten Geschichten abgeschlossen haben. Vielleicht genügt etwas anderes: dass wir aufhören, unser heutiges Leben von Entscheidungen bestimmen zu lassen, die zu einem Menschen gehörten, der wir längst nicht mehr sind. Dann bleibt für diese letzten Monate im Widder nur eine Frage:

Wenn du im April 2027 die Tür hinter diesen Chiron-Jahren schließt: Was möchtest du dann nicht länger nur verstanden, sondern endlich entschieden haben?

du darfst

Vielleicht geht es in der zweiten Lebenshälfte nicht darum, möglichst lange die Frau zu bleiben, die du einmal warst. Vielleicht geht es darum, die Frau zu werden, die du heute sein kannst.

Aktuell hat der Online-Kurs einen attraktiven Early-Bird-Rabatt. Zum Reinschnuppern gibt es zudem ein kostenloses Magazin u.a. mit acht “Erlaubnissen” die du dir, wenn du jenseits der 40 bist, geben solltest.

NEUER ONLINEKURS

Astrologie der zweiten Lebenshälfte

Die zweite Lebenshälfte beginnt mit einer Frage: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr die sein muss, die ich einmal geworden bin?

Irgendwann verändert sich etwas. Was früher wichtig war, verliert an Bedeutung. Beziehungen und Rollen wandeln sich, die Kinder gehen ihre eigenen Wege, der Körper spricht deutlicher und vielleicht wächst eine Sehnsucht nach Freiheit und einem Leben, das heute wirklich zu dir passt.

Die Astrologie kennt diese Lebensphase erstaunlich genau. Uranus fragt nach deiner Freiheit, Chiron führt zu alten Wunden und verborgenen Gaben, Saturn prüft, was Bestand hat. Diese großen Zyklen können dir helfen zu verstehen, warum sich dein Leben gerade verändert und welche Entwicklung darin liegt.

In meinem Onlinekurs „Astrologie und Lebensart der zweiten Lebenshälfte“ verbinde ich Astrologie mit Biografiearbeit, Psychologie und den großen Fragen des Älterwerdens: Partnerschaft, Menopause, erwachsene Kinder, alt werdende Eltern, Freundschaft, Alleinsein, Freiheit und die Frage, was aus deinem Leben noch werden möchte.

Du brauchst keine astrologischen Vorkenntnisse und arbeitest in deinem eigenen Tempo.

Meine Textanalysen

Seelenplan
Jahreshoroskop
Partnerschaft
Beruf
Kinderhoroskop

Fühlst du dich überfordert und weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

Das Böse im Gewand der Geduld

Das Böse im Gewand der Geduld

Geduld und das Böse

Warum jetzt die Zeit ist, dein Lebensmodell in Revision zu schicken

Seit gut zwei Wochen wache ich am Chiemsee auf. Die Tage sind spätsommerlich warm, der Wind spielt mit den noch kräftigen Blättern und ich ahne, dass es solche Stimmungen gewesen sein müssen, die den Pinsel von Paul Klee geführt hat, wenn er seine Gärten malte. Ich spüre, wie diese Landschaft mich trägt. Zwischen den Gipfeln und den Ufern des Sees ist eine Kraft in mir aufgewacht, die mich selbst überrascht, und mit dieser Kraft starte ich in den Herbst.

Hier in den Bergen ist mir schob vor Jahren etwas begegnet, das mir als Astrologin sofort ins Herz gefallen ist. Die Bergbahnen gehen im Herbst in Revision. Wenn die Wandersaison vorüber ist und bevor der erste Schnee die Skifahrer bringt, stehen die Kabinen still. Techniker steigen in die Masten, prüfen jedes Seil auf feinste Risse, tauschen die Rollen aus, die zu laut geworden sind, und ziehen nach, was sich im Laufe des Jahres gelockert hat. Kein Mensch käme auf die Idee, diesen Stillstand für ein Scheitern zu halten. Jeder weiß, dass eine Bahn, die im Winter Tausende Menschen sicher hinaufbringen soll, diese Phase braucht.

Wann hast du dein Lebensmodell zum letzten Mal in Revision geschickt?

Viele Frauen, die ich begleite, fahren seit Jahrzehnten und das ohne Pause. Die Seile, an denen ihr Alltag hängt, wurden irgendwann zwischen zwanzig und dreißig gespannt, aus Vorstellungen darüber, was eine gute Mutter, eine verlässliche Kollegin oder eine liebevolle Partnerin zu tun hat. Manches davon trägt bis heute. Anderes quietscht längst bei jeder Umdrehung, und wir haben uns so sehr an das Geräusch gewöhnt, dass wir es für die Melodie unseres Lebens halten.

Ernte und neue Saat

Am 23. September ist Tag-und-Nacht-Gleiche. Die Sonne tritt in die Waage, und für einen kostbaren Moment halten sich Licht und Dunkel das Gleichgewicht, bevor die Nächte länger werden. In der Natur ist das die Zeit der Ernte. Die Äpfel hängen schwer an den Zweigen, auf den Wiesen rund um den See wird das Grummet, das letzte Heu eingebracht. Gleichzeitig beginnt im Verborgenen bereits das Nächste, denn wer im kommenden Jahr ernten will, muss jetzt entscheiden, welches Saatgut er aufbewahrt und wovon er sich trennt.

Diese Frage stellt uns der Herbst jedes Jahr, doch in diesem Jahr formuliert der Himmel sie besonders deutlich. Drei Tage nach dem Äquinoktium, am 26. September, steht der Vollmond im Widder. Die Sonne in der Waage, dem Zeichen der Beziehung und der Rücksicht, blickt dem Mond im Widder direkt ins Gesicht, und der Widder spricht den ältesten und einfachsten Satz der Seele: Ich will.

Auf dieser Achse zwischen Rücksicht und Wille bleiben so viele Frauen in der zweiten Lebenshälfte hängen. Für die Menschen um sie herum haben sie Kraft ohne Ende. Geht es jedoch um die eigene Entscheidung, wird es plötzlich still in ihnen. Chiron, der verwundete Heiler, wird am 18. September noch einmal in den Widder zurückgekehren, als wolle er sichergehen, dass die alte Wunde rund um den eigenen Willen in diesen Wochen gehört wird.

Michaeli und der Drache in uns

Am 29. September feiern wir Michaeli. Seit Jahrhunderten zeigen Kirchenfenster und Altarbilder den Erzengel Michael, wie er den Drachen bezwingt. Rudolf Steiner hat dieses Bild aus den Kirchen in die menschliche Seele geholt: Der Drache lebt in uns, und die Michaelizeit lädt uns ein, ihm ins Auge zu schauen. Steiner beschreibt, wie die Sternschnuppen, die im Spätsommer vom Himmel fallen, Eisen auf die Erde bringen. Aus diesem kosmischen Eisen schmiedet Michael sein Schwert, und in uns lebt dasselbe Eisen im Blut, wo es zu Mut und Willenskraft werden kann. Seit alters gehört das Eisen zum Mars, dem Planeten des Widders, und so reichen sich Vollmond und Michaeli in diesen Tagen die Hand.

Das Böse, dem dieses Schwert gilt, sieht selten aus wie ein Gruselmonster. Viel lieber zieht es sich ein Gewand an, das wir für eine Tugend halten. Es kleidet sich in eine Selbstverleugnung, die sich als Bescheidenheit ausgibt, oder in ein Verständnis für alle anderen, das am Ende keinen Raum mehr für das eigene Leben lässt.

Am liebsten jedoch erscheint es als Geduld. Geduld ist eine wunderbare Kraft, solange sie wartet, bis etwas reif geworden ist. Zum Drachen wird sie dort, wo sie wartet, obwohl längst eine Entscheidung fällig wäre. Wie viele Jahre haben wir uns schon gesagt, dass der richtige Moment noch kommen wird, wenn erst die Kinder aus dem Haus sind oder der Partner in Rente geht? Diese Geduld fühlt sich edel an. In Wahrheit hält sie uns davon ab, das zu leben, wofür wir auf diese Erde gekommen sind.

Revision statt Stillstand

Die Zeitqualität dieses Herbstes lädt uns ein, in Revision zu gehen. Das heißt, für einen Moment anzuhalten und mit wachem Blick zu prüfen, welche Seile dein Leben noch sicher tragen und welche über die Jahre rau geworden sind. Wo schleift es? Welche Rolle, die du einmal gern gespielt hast, läuft inzwischen so laut, dass du dich selbst kaum noch hörst? Wo hat sich etwas gelockert, das dir eigentlich festen Halt geben sollte, deine Freude vielleicht oder das Vertrauen in deine eigene Wahrnehmung?

Mit Selbstkritik hat diese Prüfung wenig zu tun. Die Techniker in den Masten verurteilen keine Bahn, deren Seil nach einem Sommer voller Fahrten Spuren zeigt. Sie schauen hin, weil ihnen daran liegt, dass die Bahn im Winter trägt. Mit genau dieser Haltung dürfen wir auf unsere Biografie blicken, und wo wir erkennen, dass unser Lebensmodell uns daran hindert, unseren Seelenplan zu erfüllen, dürfen wir korrigieren.

Das Horoskop ist dabei eine große Hilfe, weil es zeigt, welche Zyklen gerade an welcher Stelle deines Lebens arbeiten und welche Saat in dir auf ihre Zeit wartet. Wenn du wissen möchtest, in welchem Lebensbereich die Konstellationen dieses Herbstes bei dir persönlich ankommen, schreibe ich dir das in meinem Astrologischen Herbstkompass auf.

Mein eigener Herbst

Ich habe meine eigene Revision in diesem Jahr ziemlich gründlich erledigt. Mit sechzig habe ich den Norden verlassen und noch einmal ganz neu angefangen, hier zwischen Bergen und See. Sieben Jahre habe ich im Norden gelebt, und schon früh hat mir eine leise Stimme gesagt: “Nett hier, aber nicht für immer.” Und doch bin ich noch ein paar Jahre geblieben. Bei meiner eigenen Revision habe ich in dieser Stimme genau das erkannt, worüber ich hier schreibe: eine Geduld, die sich vernünftig anfühlte und doch nur ein Seil festhielt, das längst ausgedient hatte. Meine Kinder sind jetzt auf eigenen Füßen, meine Arbeit trage ich in mir und nehme sie überallhin mit, und so blieb am Ende nur die Frage, was ich eigentlich will. Die Antwort lag im Süden, und ein wenig fühlt es sich an wie eine Heimkehr, denn geboren bin ich in Zürich, mit den Alpen am Horizont und vor Flensburg war ich viele Jahre bereits im bayerischen Oberland daheim. Heute kann ich dir sagen: Meine Bahn fährt wieder, und sie fährt mit einer Leichtigkeit, die ich lange nicht mehr erlebt habe.

Aus dieser Kraft heraus öffne ich jetzt meinen neuen Videokurs „Astrologie und Lebensart der zweiten Lebenshälfte”. In 19 Kapiteln mit über acht Stunden Videomaterial gehen wir gemeinsam durch die großen Zyklen, die in der zweiten Lebenshälfte an unsere Tür klopfen, von der Uranus-Opposition über den Chiron-Return bis zu Saturn und den Mondknoten, verbunden mit Steiners Jahrsiebten und den Einsichten von Jung und Lievegoed. Der Kurs startet am 26. September, am Vollmond im Widder, und du kannst ihn ab sofort zum Einführungspreis buchen – das geht nach meinem Eingreifen jetzt auch technisch… Betrachte ihn als deine persönliche Revisionsanleitung, mit der du selbst prüfen lernst, was trägt und was erneuert werden will.

Manche Frauen gehen diesen Weg lieber mit jemandem an ihrer Seite, gerade wenn eine konkrete Entscheidung ansteht, die sie schon zu lange vor sich herschieben. Für sie gibt es meine zwölfwöchige Begleitung „Deine Entscheidung”, in der wir dein Horoskop und deine Biografie gemeinsam lesen und Schritt für Schritt ins Tun kommen. Starten wir einfach mit einem Erstgespräch, damit für beide Seiten klar wird, dass dieser Plan Sinn macht. 

Wenn im Winter der erste Schnee auf den Gipfeln liegt, werden die Bahnen hier wieder fahren, frisch geprüft und sicher. Ich wünsche dir, dass du diesen Herbst nutzt, um deinem eigenen Leben dieselbe Sorgfalt zu schenken. Michael reicht dir das Schwert. Ob du es in die Hand nimmst, entscheidest du.

Meine Coachingformate für Krisenzeiten

Coaching Erstgespräch

Anliegen erfassen, Weg klären

Eine Einzelstunde bietet dir gezielte Impulse und Klarheit für eine aktuelle Herausforderung und ermöglicht dir erste Schritte in Richtung deines Potenzials zu gehen. Der Weg ist erkennbar.

Vier Wochen Coaching

Stärken entdecken

Das vierwöchige Coachingprogramm vertieft deine Selbstreflexion und unterstützt dich dabei, deine Stärken und Ressourcen zu erkennen, um konkrete Veränderungen in deinem Leben umzusetzen.

12 Wochen Coaching

Erfüllung finden

Im intensiven zwölfwöchigen Coaching ‘Deine Entscheidung’ tauchen wir tief in deine persönlichen Ziele ein und begleiten dich Schritt für Schritt auf deinem Weg zu nachhaltiger Transformation und innerer Erfüllung.

Meine Textanalysen

Seelenplan
Jahreshoroskop
Partnerschaft
Beruf
Kinderhoroskop

Du weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

Ilona Krämer

Uranus rückläufig in den Zwillingen

Uranus rückläufig in den Zwillingen

Uranus rückläufig

Der Aufbruch, den niemand

von außen sieht

Am 13. März 1781 richtete Wilhelm Herschel sein selbstgebautes Teleskop auf einen unscheinbaren Lichtpunkt am Frühlingshimmel und hielt ihn zunächst für einen Kometen. Was er gefunden hatte, war ein Planet, der erste in der Geschichte der Menschheit, den vor ihm niemand je mit bloßem Auge gesehen hatte. Über Nacht wurde das bekannte Sonnensystem doppelt so groß, und eine ganze Generation musste ihr Weltbild erweitern um etwas, das die ganze Zeit über da gewesen war.

Ich finde, das ist ein außerordentlich schönes Bild für den heutigen Tag. Es gibt Veränderungen, die sich dem bloßen Blick entziehen und trotzdem alles verschieben. Man braucht ein Instrument, um sie zu sehen.

Was heute am Himmel geschieht

Am 10. September 2026 kommt Uranus bei etwa fünf Grad und zweiundvierzig Minuten in den Zwillingen scheinbar zum Stehen und beginnt seinen Weg zurück. Er läuft “rückwärts” bis zum 8. Februar 2027, wo er bei knapp zwei Grad Zwillinge wieder umkehrt und vorwärts weiterzieht. Das Fenster umfasst also knapp fünf Monate, rund einhundertzweiundfünfzig Tage, und das Zeichen der Zwillinge verlässt er dabei zu keinem Zeitpunkt.

Astronomisch geschieht bei alldem etwas erstaunlich Unspektakuläres. Uranus bremst nicht, er dreht nicht um, er zieht mit nahezu gleicher Geschwindigkeit in derselben Richtung weiter wie zuvor. Was sich ändert, ist unser Standpunkt. Die Erde braucht ein Jahr für ihren Umlauf, Uranus braucht vierundachtzig, und wenn wir ihn auf der schnelleren Innenbahn überholen, verschiebt sich seine scheinbare Position vor dem Sternenhintergrund für einige Monate gegen die gewohnte Richtung. Wenn du auf einer langen Landstraße einen langsameren Wagen überholst, scheint er für ein paar Augenblicke zurückzufallen, obwohl er unverändert vorwärtsfährt. Bewegt hat sich dein eigener Ort.

Das nimmt allen Warnmeldungen, die dir in diesen Tagen begegnen werden, ziemlich zuverlässig die Spitze. Uranus ist in jedem Jahr rund fünf Monate lang scheinbar rückläufig, gut vierzig Prozent der Zeit. Eine solche Phase ist ein Rhythmus und kein Ausnahmezustand, und wer dir erzählt, du dürftest jetzt keine Verträge schließen, keine Geräte kaufen und schon gar nicht umziehen, verkauft dir Angst.

Warum dieses Fenster dennoch besonders ist

Uranus ist am 26. April 2026 dauerhaft in die Zwillinge eingezogen und bleibt dort bis 2033. Eine kurze Vorschau gab es bereits im Sommer und Herbst 2025, bevor er noch einmal in den Stier zurücklief. Damit ist die Phase, die heute beginnt, die erste vollständige Uranus-Rückläufigkeit in den Zwillingen seit den 1940er Jahren.

Bei einem Umlauf von vierundachtzig Jahren berührt Uranus jedes Tierkreiszeichen etwa alle acht Jahrzehnte einmal. Kaum ein Mensch, der heute lebt, hat eine Uranus-Zwillinge-Passage als Erwachsener bewusst erlebt. Wir sind hier also gemeinsam zum ersten Mal unterwegs.

Der Aufbruch, der nach innen geht

Uranus steht in der psychologischen Astrologie für den Bruch. Für den Einfall, der aus dem Nichts kommt, für die Abweichung von der Norm, für die Freiheit, die man sich nimmt, statt auf ihre Gewährung zu warten. In den Zwillingen bekommt dieses Prinzip die Werkzeuge der Sprache. Es geht darum, wie geredet, gelernt, gelesen und weitergegeben wird.

Rückwärts gewendet richtet sich dieses Prinzip nach innen. Aus der Frage, wovon du weg willst, wird die Frage, wohin du eigentlich gehst und in welchen Worten du das sagen kannst. Was zwischen Mai und September Fahrt aufgenommen hat, zeigt in diesen Monaten seine Lücken, und genau darin liegt die Freundlichkeit dieser Zeit.

In meiner Arbeit begegnet mir das fast täglich. Die Frauen, die zu mir kommen, handeln kraftvoll, wenn es um andere geht. Sie organisieren Pflege, sie halten Familien zusammen, sie tragen Betriebe und Kollegien. Für die eigene Person fehlt dann oft die Kraft oder der Mut zur Entscheidung, obwohl längst klar ist, was ansteht. Bewusstwerdung ist der Kipppunkt, damit ist allerdings noch nichts getan. Es braucht danach den Gedanken, der die Sache klärt, und das Gefühl, das den Gedanken trägt. Beides sind aktive Prozesse, und für die eigene Person sind sie ungewohnt.

Diese fünf Monate sind für genau diese Arbeit gemacht.

Das Gewordene und das Werdende

Rudolf Steiner macht hier eine Unterscheidung, denn er trennt das Werdende vom Gewordenen. Das Gewordene ist alles, was fertig vor uns liegt, greifbar, messbar und abgeschlossen. Das Werdende hat noch keine sichtbare Gestalt, es kommt uns aus der Zukunft entgegen, und trotzdem liegt in ihm die eigentliche gestaltende Kraft.

In einem Vortrag aus dem Jahr 1917 sagt er es sehr unmissverständlich: “Das Werden ist lebendig, das Sein ist immer tot.” Jedes fertige Sein, so führt er weiter aus, ist der zurückgelassene Leichnam eines Werdens, das einmal in Bewegung war. Schon Heraklit hatte diesen Gedanken in das Bild vom Fluss gefasst, in den wir kein zweites Mal steigen können, weil er ein anderer geworden ist und wir es auch sind.

Nimm dieses Bild einmal mit auf dein eigenes Leben. Es gibt darin Bereiche, die noch atmen, in denen du morgens nicht weißt, wie der Abend aussieht. Es gibt andere, die vollständig eingerichtet sind. Der Ablauf steht, die Rollen sind verteilt, die Sätze fallen seit Jahren in derselben Reihenfolge. Solche Bereiche funktionieren tadellos, gerade darin liegt ihre Gefahr, denn Funktionieren und Lebendigsein sind zwei verschiedene Dinge.

Steiner geht so weit zu sagen, dass jedes Stehenbleiben beim Menschen eine Unvollkommenheit bedeutet, und dass kein Tag vergehen sollte, an dem wir nicht wenigstens einen Gedanken aufnehmen, der unser Wesen ein wenig verändert. Er spricht ausdrücklich von Nuancen. Es geht hier um keinen Umsturz, es geht um die Wiederbelebung von etwas, das erstarrt ist.

Damit sind wir wieder bei Uranus, denn das Rückläufige beschreibt keinen Rückschritt. Es beschreibt den Moment, in dem Gewordenes noch einmal flüssig wird.

Die vier Grad, um die es geht

Astrologisch arbeitet man bei rückläufigen Phasen mit dem Schattenbereich, also mit der Gradstrecke, die ein Planet insgesamt dreimal durchläuft, vorwärts, rückwärts und noch einmal vorwärts. Bei dieser Phase liegt sie zwischen etwa zwei und knapp sechs Grad Zwillinge. Uranus hat sie am 25. Mai 2026 zum ersten Mal betreten und lässt sie erst am 25. Mai 2027 endgültig hinter sich. Ein volles Jahr also, in dem dieselben vier Grad dreimal berührt werden.

Wenn du dein Geburtshoroskop kennst, kannst du hier sehr konkret werden. Wer Planeten oder Achsen zwischen einem und sechs Grad in Zwillingen, Schützen, Jungfrau oder Fischen stehen hat, bekommt die harte, fordernde Berührung. Wer sie zwischen einem und sechs Grad in Widder, Löwe, Waage oder Wassermann stehen hat, bekommt den fließenden Kontakt, die offene Tür. In welchem Haus deines Horoskops diese vier Grad liegen, entscheidet darüber, welcher Lebensbereich in diesen Monaten zur Sprache kommt.

Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Es steht in deinem Horoskop, und es steht dort ziemlich genau.

Wenn du um 1963 geboren bist

Ein Hinweis für die Jahrgänge um 1962 bis 1964. Uranus braucht vierundachtzig Jahre für seinen Umlauf, und dieser Zyklus gliedert eine Biografie an sehr bestimmten Stellen. Um das zweiundvierzigste Lebensjahr steht er dem Uranus deines Geburtshoroskops gegenüber, das ist die klassische Lebensmitte mit ihrem Aufbegehren. Um das dreiundsechzigste bildet er das abnehmende Quadrat, und dieses Quadrat stellt eine andere Frage. Es fragt nicht mehr, ob du ausbrechen willst. Es fragt, was du von dem, was du damals begonnen hast, wirklich zu Ende bringen möchtest.

Ob dich das gerade betrifft, hängt vom genauen Grad ab, an dem Uranus in deinem Horoskop steht.

Fünf Monate, die sich strukturieren lassen

Fünf Monate lassen sich schwer durchhalten, sie lassen sich aber gut ordnen. Ich empfehle dir dafür drei Schritte, die keinerlei Vorkenntnisse verlangen.

Nimm dir in den nächsten Tagen eine halbe Stunde und schreibe drei Sätze auf, die im Frühsommer dieses Jahres neu für dich waren. Eine Entscheidung, eine Meinung, ein Vorhaben. Datiere das Blatt und leg es weg. Mehr braucht es zunächst nicht.

Nutze die Zeit bis in den Winter hinein zum Abziehen statt zum Hinzufügen. Ein halb angefangenes Projekt bewusst beenden statt es weiter liegen zu lassen, eine Verpflichtung zurückgeben, eine Gewohnheit prüfen, die du seit Jahren mitschleppst. Wenn dich in diesen Monaten etwas Neues ruft, beginne es klein und umkehrbar.

Hol das Blatt um den 8. Februar 2027 wieder hervor und lies deine drei Sätze noch einmal. Was davon gilt noch wörtlich, was gilt anders formuliert, was ist weggefallen? Diese drei Antworten sind mehr wert als jede Deutung, die du im Netz findest, weil sie von dir stammen.

Eine Bemerkung dazu, weil mich diese Frage regelmäßig erreicht. Du darfst in dieser Zeit kündigen, ausziehen, dich trennen und unterschreiben. Die Phase ist ein Prüfstein und keine Ampel. Was am Montag noch stimmt, stimmt auch im rückläufigen Uranus.

Der Kurswechsel, der von innen kommt

Am Ende steht dasselbe Bild wie am Anfang. Uranus ändert seine Richtung nicht, wir ändern unseren Standpunkt, und von diesem neuen Standpunkt aus sieht dieselbe Bewegung anders aus. Genauso funktioniert ein innerer Kurswechsel. Dein Leben muss nicht umgeworfen werden, damit sich etwas grundlegend verschiebt. Es genügt, dass du dich an eine andere Stelle stellst und noch einmal hinschaust.

Wie das bloße Auge Uranus am Himmel übersieht, so übersehen wir die eigenen erstarrten Bereiche mit großer Zuverlässigkeit, weil sie ja funktionieren. Dafür gibt es ein Instrument. Dein Horoskop zeigt dir, wo diese vier Grad in den Zwillingen dein Leben berühren, welches Thema in den kommenden Monaten zur Revision ansteht und welcher Bereich bei dir gerade vom Werden ins Gewordene gekippt ist.

Wenn du dort genauer hinschauen möchtest, begleite ich dich gern in einer persönlichen astrologischen Beratung. Wir nehmen uns dein Geburtshoroskop vor, wir schauen, wo dieses Fenster bei dir liegt, und wir formulieren gemeinsam die Frage, mit der du in den Winter gehst.

Carpe diem!

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Meine Textanalysen

Seelenplan
Jahreshoroskop
Partnerschaft
Beruf
Kinderhoroskop

Fühlst du dich überfordert und weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

Partielle Mondfinsternis

Partielle Mondfinsternis

Partielle Mondfinsternis

Der Spiegel verdunkelt sich

Diesen Moment kennen die meisten Frauen, mit denen ich arbeite. Man sitzt am Tisch, jemand fragt, ob man das übernehmen könne, und noch bevor irgendjemand darüber nachgedacht hat, hört man sich Ja sagen. Das Ja war schneller. Es kam aus einer Ecke, in der man selbst gar nicht gesessen hat. Den ganzen Abend sucht man dann nach der Stelle, an der man es hätte aufhalten können, und findet sie nicht, weil es sie nicht gibt.

Am Freitagmorgen, dem 28. August, zeigt der Himmel genau davon ein Bild.

Zwischen halb fünf und Viertel nach sechs schiebt sich die Erde zwischen Sonne und Mond. Der Kernschatten erreicht die Mondscheibe um 4:34 Uhr, um 6:13 Uhr ist die Verfinsterung am größten, dreiundneunzig Prozent stehen dann im Dunkeln. Exakt wird der Vollmond um 6:19 Uhr, wenn er bei uns im Norden längst unter dem Horizont steht. Der Höhepunkt findet also statt, ohne dass irgendjemand ihn sehen kann.

Drei Dinge an diesem Morgen sind bemerkenswert, und alle drei haben mit dir zu tun.

  • Der Mond besitzt kein eigenes Licht. Er ist ein Spiegel, nichts weiter, und alles, was uns an ihm rührt, ist geliehene Sonne.
  • Der Schatten, der ihn auslöscht, kommt nicht aus dem Weltall. Ihn wirft die Erde, jener Planet also, auf dem du gerade stehst.
  • Ein schmaler Rand bleibt trotzdem hell, denn diese Finsternis wird keine totale. Etwas an diesem Mond erreicht der Schatten schlicht nicht.

Was am Himmel steht

Sonne in der Jungfrau, Mond in den Fischen, dazwischen jene Opposition, die jeden Vollmond ausmacht. Merkur steht dicht bei der Sonne, das nüchterne Prüfen mischt sich also ein und da sind natürlich auch noch die Mondknoten. Was diesen Vollmond von anderen unterscheidet, sind drei Strukturen.

Uranus in den Zwillingen im Quadrat zu Sonne und Mond. Damit steht der Störer an der Spitze eines T-Quadrats. Uranus in den Zwillingen schickt schnelle Einsichten, Unruhe und tausend Impulse, die alle klug klingen und von denen keiner bleibt. An ihm entlädt sich die Spannung dieser Finsternis.

Chiron rückläufig im Stier im Trigon zur Sonne und im Sextil zum Mond. An der Oppositionsachse hängt damit ein Auslösungsdreieck, dessen Auslösepunkt ausgerechnet die alte Verletzung im Leiblichen ist. Der Weg aus der Spannung führt über den Körper, über das also, was sich zeigt, statt sich zu erklären.

Mond in Konjunktion zum aufsteigenden Mondknoten. Der Knoten läuft im Wassermann, der Mond steht in den Fischen. Wohin es gehen soll, ist damit wassermännisch beschrieben: Freiheit, Eigenständigkeit, auf eigenen Füßen stehen. Der Mond bringt die Fische mit, also Durchlässigkeit, Mitgefühl und die Fähigkeit, die Grenze zwischen sich und einem anderen für einen Moment aufzuheben.

Der Himmel stellt an diesem Morgen eine ausgesprochen präzise Frage. Wie wirst du selbstbestimmt, ohne dabei hart zu werden?

Die Stelle, an der es weh tut

Nun zu jenem Aspekt, der in diesem Horoskop die eigentliche Arbeit macht. Mars im Krebs im Quadrat zu Saturn rückläufig im Widder. Mars ist der Wille, und er steht im Zeichen der Zugehörigkeit. Ein Mars im Krebs kämpft selten offen. Er faltet sich nach innen und fragt zuerst, was die anderen brauchen. Die eigenen Bedürfnisse stellt er hintan, oft so lange, bis er sie selbst nicht mehr findet.

Saturn läuft rückläufig durch den Widder, das Zeichen der Selbstbehauptung und des ersten Schritts. Rückläufig bedeutet, dass dieses Thema zurückkommt und sich nicht abhaken lässt.

Damit beschreibt dieses Quadrat sehr genau, was viele von euch erleben: Ausgerechnet dort, wo dein Wille sich für dich selbst zeigen müsste, steht eine alte Grenze im Weg. Ob dich das betrifft, prüfst du am schnellsten an diesen drei Situationen.

Du hast dir am Sonntagabend fest vorgenommen, am Montag dieses eine Gespräch zu führen. Die Sätze hast du dir zurechtgelegt, unter der Dusche hast du sie geprobt. Der Montag kommt, deine Hand greift nicht zum Telefon. Entschieden hast du das nicht. Es passiert einfach nicht.

Du hörst dich Ja sagen, während in dir alles Nein ruft, so wie eingangs beschrieben.

Morgens stehst du problemlos auf, teilst dir den Tag problemlos ein, entscheidest problemlos, was du kochst. Sobald jedoch ein anderer Mensch im Raum steht, und sei es nur in deiner Vorstellung, setzt etwas aus.

Hinterher sagen wir uns meistens denselben Satz: Ich habe mich mal wieder nicht durchgesetzt. Dieser Satz ist falsch, und er ist teuer. Er unterstellt nämlich, dass da jemand war, der sich hätte durchsetzen können und zu feige dafür war. So verhält es sich nicht. Da war etwas schneller als du.

Warum gute Vorsätze hier nichts ausrichten

Ein Vorsatz ist ein Gedanke. Er setzt beim Denken an, während wir aus einer ganz anderen Schicht heraus handeln. Du kannst dir zwanzig Jahre lang vornehmen, dich abzugrenzen. Du kannst Bücher darüber lesen, du kannst es in einer Therapie durcharbeiten, du kannst es dir an den Kühlschrank heften. Dann sitzt du am Tisch, jemand fragt, und du hörst dich Ja sagen.

Rudolf Steiner hat das in aller Deutlichkeit beschrieben. Der Mensch könne sich durch eine ganz leichte Selbstbesinnung davon überzeugen, wie wenig er in seinem Wollen drinstehe. Das Wollen nehme sich so aus, als ob es uns treibe. Ein Wille verändert sich durch wiederholtes, bewusstes Handeln in eine neue Richtung. Durch Einsicht verändert er sich nicht. Deshalb kannst du seit Jahren wissen, was dran wäre, und es trotzdem lassen. Das ist keine Charakterschwäche, sondern die Bauart der Sache.

Die gute Nachricht steht ebenfalls im Horoskop

Derselbe Mars steht im Sextil zur Sonne und im Trigon zum Mond, also in zwei offenen, freundlichen Verbindungen. Dein Wille ist erreichbar. Er ist weder kaputt noch erloschen noch abwesend. Er blockiert an genau einer Stelle, dort nämlich, wo Saturn steht. Das entlastet erheblich, denn es bedeutet: Du hast kein grundsätzliches Willensproblem. Du hast eine Stelle. Eine einzige.

Diese eine Stelle ist allerdings ausgerechnet jene, die du selbst am schlechtesten sehen kannst. Mit Intelligenz oder Ernsthaftigkeit hat das nichts zu tun. Wer im Labyrinth steht, sieht den Ausgang deshalb nicht, weil er drinsteht.

Der Herbst hält ein Fenster offen

Saturn läuft seit dem Sommer rückläufig durch den Widder und wird am 11. Dezember wieder direktläufig. Rückläufige Phasen bringen keine Abschlüsse, sie bringen Wiedervorlagen. Alles, was mit Selbstbehauptung zu tun hat, mit dem eigenen Anfang und mit der Frage, was ein Neuanfang kostet, liegt in diesen Wochen noch einmal auf dem Tisch. Ausweichen gibt es nicht, weil Saturn den ganzen Herbst über im Widder bleibt.

Dazu kommt Jupiter im Löwen im Trigon zu diesem Saturn. Jupiter schenkt Vertrauen und Wachstum, Saturn gibt Struktur und Form. Vertrauen allein verpufft, Struktur allein wird zur Pflichtübung. Zusammen ergeben beide etwas, das trägt. Wer in diesem Herbst an seiner Stelle arbeitet, arbeitet also mit der Zeit statt gegen sie.

Zwei Wege, damit weiterzugehen und dein Herbstkompass

Der Vollmond vom 28. August berührt jedes Horoskop woanders und somit klingt auch der Hernstbegonn für jeden anders. Bei der einen trifft die Achse Jungfrau/Fische die Partnerschaft, bei der nächsten den Beruf, bei der dritten den eigenen Körper. Für Saturn im Widder und den Mondknoten im Wassermann gilt dasselbe.

Genau dafür gibt es den Herbstkompass. In dieser schriftlichen Impulsanalyse sehe ich mir dein Geburtshoroskop an und schreibe dir auf, wo die Konstellationen dieses Herbstes, genau gesagt am Tag des Herbstäquinoktiums , bei dir konkret ankommen: welche Lebensbereiche berührt sind, wann die Themen sich zuspitzen und worauf du deine Aufmerksamkeit legen solltest.

Dein Horoskop ist übrigens das einzige Dokument über dich, an dem niemand mitgeschrieben hat. Keine Erwartung deiner Mutter steht darin, kein Urteil deines Chefs, keine Geschichte, die du dir über dich selbst erzählst, seit du siebzehn bist.

Das zwölfwöchige Coaching

Für die eine Stelle, an der dein Wille blockiert, reicht eine Analyse nicht aus. Dafür braucht es Zeit und Form, und beides lässt sich nicht abkürzen. Es braucht Zeit, weil ein Wille sich durch einen Vorsatz nicht umprogrammieren lässt. Das erfahren wir jedes Jahre wenige Tage nach Silvester, wenn wir trotz bester Vorsätze in unsere alten Gewohnheiten zurückfallen.

Neben Zeit braucht es eine Form, weil das Neue anfangs nichts hat, woran es sich halten kann, und andernfalls im Alltag zerläuft. Der Raum, den wir in diesem Coaching halten ist eine solche Form, die dich dabei unterstützt, wirklich ins Tun zu kommen. Zwölf Wochen entsprechen genau dem Zeitraum, den Saturn in diesem Herbst offenhält. Wer Anfang September beginnt, ist zum Richtungswechsel im Dezember durch. Wir schauen gemeinsam auf dein Geburtshoroskop, auf jene Situationen in deinem Leben, die sich nicht bewegen, und darauf, was dich festhält. Schritt für Schritt bringen wir das, was du längst erkannt hast, in eine Form, die im Alltag trägt.

Falls du unsicher bist, was von beidem zu dir passt, schreib mir – per Mail oder Whatsapp. Sollte ich der Meinung sein, dass du etwas anderes brauchst, sage ich dir das auch.

Fazit

Am 28. August wandert der Erdschatten über den Mond, während die meisten von uns schlafen. Exakt wird der Vollmond um 6:19 Uhr, ob jemand hinsieht oder nicht. Darin liegt der Trost dieses Morgens. Was dich trägt, arbeitet weiter, auch wenn du schläfst. Dreiundneunzig Prozent Schatten bedeuten außerdem, dass ein Streifen hell bleibt. Er war während der ganzen Verfinsterung da. Er war da, als du funktioniert hast, und er war da, als du dich klein gemacht hast. Tu an diesem Freitag etwas, das du dir schon lange schuldig bist. Groß muss es nicht sein. Ein Anruf. Ein Satz, den du seit Monaten nicht sagst. Ein Nein. All das hat an diesem Tag eine besondere Magie… 

Meine Coachingformate für Krisenzeiten

Coaching Erstgespräch

Anliegen erfassen, Weg klären

Eine Einzelstunde bietet dir gezielte Impulse und Klarheit für eine aktuelle Herausforderung und ermöglicht dir erste Schritte in Richtung deines Potenzials zu gehen. Der Weg ist erkennbar.

Vier Wochen Coaching

Stärken entdecken

Das vierwöchige Coachingprogramm vertieft deine Selbstreflexion und unterstützt dich dabei, deine Stärken und Ressourcen zu erkennen, um konkrete Veränderungen in deinem Leben umzusetzen.

12 Wochen Coaching

Erfüllung finden

Im intensiven zwölfwöchigen Coaching ‘Deine Entscheidung’ tauchen wir tief in deine persönlichen Ziele ein und begleiten dich Schritt für Schritt auf deinem Weg zu nachhaltiger Transformation und innerer Erfüllung.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Fühlst du dich überfordert und weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

Chiron rückläufig

Chiron rückläufig

Chiron rückläufig

Dein Wille schläft, und genau
da sitzt die Wunde

Chiron kehrt in den Widder zurück und stellt uns eine Frage, die viele von uns seit Jahren vor sich herschieben.

Es gibt diesen Moment, den fast jede von uns kennt. Die Hand liegt schon auf der Türklinke, der Mantel ist zu, der Schlüssel steckt in der Tasche, und dann geht man noch einmal einen Schritt zurück in den Raum. Etwas ist offen geblieben. Meistens ließe sich gar nicht sagen, was genau, es ist eher ein Ziehen als ein Gedanke. Man prüft den Herd, prüft das Fenster, findet nichts und geht dann doch. Das Ziehen bleibt.

Genau diese Bewegung vollzieht Chiron in diesen Wochen am Himmel.

Was gerade geschieht

Am 3. August 2026 ist Chiron im Stier rückläufig geworden. Am 18. September verlässt er den Stier wieder und kehrt in den Widder zurück, in das Zeichen, in dem er seit 2018 unterwegs war. Am 6. Januar 2027 wendet er ein zweites Mal und läuft wieder vorwärts. Erst am 6. Mai 2027 betritt er den Stier endgültig, und dann bleibt er dort für Jahre.

Ein Zeichenwechsel mit anschließendem Rücklauf verläuft immer in drei Schritten. Der erste Durchgang zeigt das neue Thema an, so wie ein Blick durch die halb geöffnete Tür einen Raum zeigt, den man noch nicht betreten hat. Der Rücklauf holt anschließend nach, was im alten Zeichen unerledigt geblieben ist. Und der dritte Durchgang ist die eigentliche Ankunft.

Wir stehen also in einer Nachfrist. Neun Monate lang wird abgerechnet, was der Widder in acht Jahren angefangen und offen gelassen hat. Erst danach bekommt das Neue Boden.

Chiron im Stier, oder: die Wunde findet endlich ihren Ort

Chiron ist die eigenartigste Figur der griechischen Mythologie. Halb Mensch, halb Tier, Sohn eines Titanen, Lehrer der Helden, ein großer Heiler, der ausgerechnet die eigene Verletzung nicht heilen kann. Seine Tragik liegt tiefer, als es die üblichen Deutungen fassen. Chiron wollte ein Gott sein und konnte es nicht, weil er einen Leib hat. Seine Wunde ist die Wunde der Verkörperung selbst, und deshalb schließt sie sich nie. Am Ende seiner Geschichte gibt er die Unsterblichkeit freiwillig ab.

Für mich ist das die genaueste Beschreibung dessen, was ein Mensch ist. Wir sind geistige Wesen, die sich für einen Körper entschieden haben, mit allem, was daran hängt: Schwere, Grenzen, Hunger, Alter, Zeit. Diese Entscheidung war eine bewusste, auch wenn wir uns im Alltag nur an ihre Folgen erinnern und an ihre Kosten.

Im Widder zeigte sich diese Wunde als Aufbegehren. Als Frage nach dem Ich, als Zorn darüber, sich nie ganz durchsetzen zu können, als der ewige Anlauf, der irgendwo unterwegs verpufft. Im Stier trifft dieselbe Wunde das Material. Den Leib, den Besitz, das Geld, den Selbstwert, das Bett, in dem man schläft, den Boden, auf dem man steht. Der Widder fragt: Wer bin ich, wenn ich will? Der Stier fragt: Worauf stehe ich, wenn ich müde bin? Die zweite Frage ist die unangenehmere.

Der Wille schläft

Rudolf Steiner hat immer wieder darauf hingewiesen, dass unsere drei Seelenkräfte in völlig verschiedenen Bewusstseinszuständen leben. Im Denken sind wir wach. Im Fühlen träumen wir, weshalb Gefühle sich so schwer erklären und so leicht verwechseln lassen. Im Wollen aber schlafen wir.

Das ist eine ungeheure Aussage, wenn man sie ernst nimmt. Wir kennen unsere Absichten, und wir kennen unsere Ergebnisse. Die Stelle dazwischen, an der aus einem Gedanken eine Bewegung wird, bekommen wir niemals zu Gesicht. Ich hebe den Arm und weiß, dass ich es getan habe. Wie ich es getan habe, entzieht sich mir vollständig.

Deshalb ist der Wille der wundeste Punkt unseres Menschseins. Er ist die Stelle, an der wir uns selbst am wenigsten kennen, und ausgerechnet an ihr entscheidet sich, ob ein Leben Gestalt annimmt.

In meiner Arbeit begegnet mir dieses Schlafen fast täglich in einer bestimmten Gestalt. Frauen, die für andere mühelos handeln, die Krisen tragen, Familien halten, Betriebe führen, in der Nacht Fieber messen und am Morgen die Rechnung schreiben. Dieselben Frauen sitzen mir gegenüber und sagen, sie könnten sich einfach nicht entscheiden, ob sie umziehen, ob sie aufhören, ob sie anfangen, ob sie gehen. Der Wille ist bei ihnen da, er ist sogar außergewöhnlich stark. Er schläft nur an der eigenen Person vorbei.

Chiron im Stier legt den Finger genau dorthin.

Der Stier sitzt im Kehlkopf

In der anthroposophischen Betrachtung entspricht jedem Tierkreiszeichen ein Bereich des menschlichen Leibes. Der Widder gehört zum Haupt, der Stier zum Kehlkopf.

Das ist eine der schönsten Zuordnungen, die ich kenne, denn der Kehlkopf ist die Stelle, an der aus Atem Sprache wird. Etwas Innerliches tritt heraus, wird hörbar, bewegt Luft und damit Materie, und plötzlich ist es in der Welt. Steiner spricht davon, dass dieses Organ einmal schöpferisch hervorbringen wird, was es heute erst ausspricht. Das Wort als Werkzeug der Verkörperung, der Kehlkopf als der Ort, an dem Geist Substanz bekommt.

Damit ist auch gesagt, worum es in den kommenden Monaten geht. Ein Gedanke, den ich denke, gehört mir allein und verpflichtet mich zu nichts. Ein Satz, den ich ausspreche, steht im Raum und lässt sich nicht mehr einsammeln. Genau deshalb schweigen wir bei den wichtigen Dingen so ausdauernd. Wir ahnen, dass das Aussprechen bereits der Anfang der Verwirklichung ist.

Was ausgesprochen ist, hat Boden. Was ungesagt bleibt, bleibt eine Idee, und Ideen haben keine Statik.

Rückwärtsgehen ist eine Übung, keine Panne

Wir empfinden Rückläufigkeit gern als Störung. Dabei tut Chiron in diesen Monaten am Himmel etwas, das Rudolf Steiner den Menschen als tägliche Übung ans Herz gelegt hat: die abendliche Rückschau, bei der man den vergangenen Tag rückwärts durchgeht, vom Abend zum Morgen, Bild um Bild.

Rückwärts, weil es dem gewohnten Ablauf widerspricht. Solange wir im Strom mitschwimmen, bleiben wir in ihm. Erst die Gegenbewegung schafft jenen kleinen Abstand, aus dem heraus wir uns selbst überhaupt anschauen können.

Im Ersten Spruch der Grundstein-Meditation wendet sich Steiner an die Seele, die in den Gliedern lebt, und ruft ihr zu: Übe Geist-Erinnern in Seelentiefen. Die Glieder sind der Ort des Willens, das Erinnern der Weg zu ihm. Wille und Erinnerung stehen dort in einem einzigen Satz beieinander, und das hat seinen Grund. An den schlafenden Willen kommen wir im Voraus schwer heran, im Rückblick jedoch erkennen wir ihn an seinen Spuren. Wir sehen, wofür wir tatsächlich aufgestanden sind, und wofür eben auch nicht.

Bis Januar 2027 macht Chiron das mit unserer Biografie. Er geht die letzten acht Jahre noch einmal ab und zeigt uns, wo wir gewollt haben und wo wir es nur gedacht haben.

Wo der wunde Punkt im Alltag sitzt

Die Stiersprache ist eine sehr konkrete, und deshalb wird auch die Wunde konkret.

Sie zeigt sich als Selbstwert, der an Leistung hängt und deshalb bei jeder Pause einbricht, sodass Erholung zur Bedrohung wird. Sie zeigt sich in einem Verhältnis zum Geld, in dem mehr Sicherheit erstaunlicherweise mehr Angst erzeugt. Sie zeigt sich in einem Körper, der jetzt andere Bedingungen stellt als vor zwanzig Jahren, und in der Kränkung, die darin liegt. Und sie zeigt sich in einem Zuhause, in einem Besitz, in einer Ordnung, die irgendwann anfing, eher festzuhalten als zu tragen.

Die Frage, die Chiron dahinter stellt, ist schlicht und schwer zugleich. Steht mein Fundament auf dem, was ich habe, oder auf dem, was ich bin?

Warum die Rückkehr in den Widder ein Geschenk ist

Bevor der Wille Boden bekommt, prüft er noch einmal, ob er überhaupt der eigene ist. Das ist die Aufgabe der kommenden Monate.

Mir fällt dabei etwas auf, das ich in Beratungen immer wieder erlebe. Viele Frauen jenseits der fünfzig haben Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sorgfältig ausgefüllt, beglaubigen lassen, abgeheftet, den Kindern eine Kopie gegeben. Sie haben mit großer Klarheit geregelt, wie ihr Leben enden soll. Die Formblätter für die Gestaltung, für die nächsten zwanzig, dreißig Jahre, liegen daneben und sind leer.

Beides entspringt derselben Kraft. Im einen Fall darf sie sich zeigen, weil sie den anderen dient und Fürsorge heißt. Im anderen Fall müsste sie sagen: Ich will. Und genau da schweigt der Kehlkopf.

Der Widder-Durchgang bis Januar fragt nach diesem Ich. Der Stier fragt anschließend, worauf du es stellst. In dieser Reihenfolge ist es sinnvoll, umgekehrt funktioniert es nie. Ich empfehle dir hier mein jüngstes Video, in dem ich ausführlich darauf eingehe.

Drei Übungen bis zum Mai 2027

Die Rückschau am Abend. Fünf Minuten genügen. Gehe den Tag rückwärts durch, ohne ihn zu bewerten. Nach einigen Wochen wirst du erkennen, an welchen Stellen dein Wille wach war und an welchen er dich hat treiben lassen.

Eine freie Handlung zur gleichen Zeit. Wähle etwas völlig Zweckloses, etwa jeden Tag um 14 Uhr eine Kerze anzuzünden oder einen Satz aufzuschreiben. Der geringe Nutzen ist der ganze Sinn der Sache, denn dadurch handelst du aus keinem anderen Grund als deinem eigenen Entschluss. Das ist Willensschulung im ursprünglichen Sinne, und sie wirkt tiefer, als ihre Schlichtheit vermuten lässt.

Die Wochenfrage. Einmal in der Woche, am besten schriftlich: Was habe ich in diesen sieben Tagen für mich selbst entschieden? Wer die Frage ein Vierteljahr lang durchhält, hat mehr über sich erfahren als in manchem Jahr davor.

Die Wegmarken

    1. August 2026: Chiron wird im Stier rückläufig
    1. September 2026: Chiron kehrt in den Widder zurück
    1. Januar 2027: Chiron wird wieder direktläufig
    1. Mai 2027: Chiron erreicht den Stier endgültig

Und wo steht dein Chiron?

Alles, was hier steht, beschreibt die Zeitqualität, also den Rahmen, in dem wir uns alle gemeinsam bewegen. Deine eigene Geschichte steht daneben und ist ungleich genauer. Dein Chiron hat ein Zeichen, ein Haus und Verbindungen zu deinen Planeten, die niemand sonst in dieser Form besitzt. Er beschreibt die Stelle, an der dein Menschsein weh tut, und zugleich die Kraft, mit der du andere heilst, ohne es zu bemerken.

In meiner Impulsanalyse Chiron im Stier schaue ich auf beides. Auf deinen Chiron im Geburtshoroskop mit all seinen Aspekten, also auf die Geschichte deiner Verwundung und deiner Heilkraft. Und zusätzlich auf das Ingress-Horoskop für Chiron, berechnet auf deine individuellen Geburtsdaten, damit sichtbar wird, an welcher Stelle deines Lebens dieser lange Zyklus tatsächlich ansetzt.

Du erfährst darin, in welchem Lebensbereich sich dein Fundament neu ordnen will, welche deiner Anlagen dabei berührt werden und woran dein Wille seit Jahren zerrt, ohne dass du es benennen konntest.

Die Tür steht halb offen. Bis zum Mai 2027 hast du Zeit, dich zu entscheiden, ob du hindurchgehst.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Fühlst du dich überfordert und weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

Vollmond am 29. Juli 2026

Vollmond am 29. Juli 2026

Vollmond am 29. Juli 2026

Wer sitzt eigentlich

auf deinem Thron?

Stell dir vor, in deinem Inneren gibt es einen Thronsaal. Ganz vorn steht der Thron, und darauf sitzt jemand und trifft die Entscheidungen deines Lebens. Wie du deine Tage verbringst, wem du deine Kraft schenkst, wovor du zurückweichst und wofür du aufstehst. Und weiter hinten, im großen Saal, drängt sich das Volk. Alle Anteile deiner Seele sind dort versammelt. Die mutigen und die müden, die neugierigen und die verletzten, die lauten und jene, die schon lange keiner mehr gefragt hat.

Am 29. Juli öffnet sich die Tür dieses Saales. Der Vollmond im Wassermann bringt Sonne und Jupiter im Löwen auf der einen Seite und Mond und Pluto im Wassermann auf der anderen zusammen, den König und das Volk, das Herz und die Vielen. Und Pluto, der große Aufdecker, hat nur ein einziges Anliegen: Er will wissen, ob dort vorn noch die Richtige sitzt.

Der König, der nie gekrönt wurde

Beginnen wir beim Thron. Die Sonne im Löwen, umarmt von Jupiter, beschreibt in dir jene Instanz, die aus Herzensklarheit führt. Sie kennt deine Wahrheit ohne Umweg. Sie weiß in Sekunden, was stimmig ist und was nicht, lange bevor der Verstand seine Argumente sortiert hat. Und Jupiter macht sie in diesen Tagen groß, warm und großzügig. Er flüstert dir zu, dass du mehr Raum einnehmen darfst, als du dir zugestehst.

Nun die unbequeme Frage: Wann hast du dieser Instanz zuletzt wirklich das Wort erteilt?

Bei den meisten Menschen ist der Thron besetzt, aber selten von der Herzensklarheit. Dort sitzt die Angst und regiert mit ruhiger Hand, indem sie jede Entscheidung nach dem Risiko sortiert. Dort sitzt die Gewohnheit, die alles beim Alten lässt, weil das Alte wenigstens bekannt ist. Dort sitzen fremde Stimmen, Sätze aus der Kindheit, Erwartungen von Menschen, die längst gar nicht mehr in deinem Leben sind. Dort sitzt manchmal auch die Erschöpfung und verwaltet nur noch, was ohnehin läuft.

Diese Regenten sind keine Bösewichte. Sie haben den Thron irgendwann übernommen, weil er leer stand und weil jemand regieren musste. Meist war das in einer Zeit, in der du dich schützen musstest, und damals war es klug. Der Vollmond fragt allein, ob dieser Schutz heute noch dein Leben verdient.

Das Volk, das nie gehört wurde

Und nun schau in den Saal hinein. Der Mond im Wassermann mit Pluto an seiner Seite zeigt dir, was sich dort über die Jahre angesammelt hat.

Der Wassermann kennt keine Hierarchie. In seinem Reich hat jeder Anteil dasselbe Recht, gehört zu werden, auch der ungeliebte. Und Pluto sorgt dafür, dass sich die Übergangenen jetzt bemerkbar machen. Das ist der Grund, warum viele Menschen in diesen Tagen etwas spüren, das sich schwer benennen lässt. Eine Unruhe, die sich nachts meldet. Eine Gereiztheit, die aus dem Nichts kommt. Eine Traurigkeit mitten in einem eigentlich guten Leben. Ein Körper, der plötzlich streikt, obwohl du doch funktionieren musst.

All das ist Bewegung im Saal. Das sind die Anteile, die keine Stimme haben und deshalb an die Tür klopfen. Vielleicht die Frau in dir, die seit Jahren keine Zeit für sich bekommt. Vielleicht das Kind, das einmal etwas geliebt hat, das längst aus deinem Kalender verschwunden ist. Vielleicht die Wilde, die du dir in deiner Jugend abgewöhnt hast, um erträglich zu sein.

Pluto arbeitet dabei mit einer bemerkenswerten Konsequenz. Wer nicht angehört wird, wird lauter. Wer lange genug nicht gehört wird, macht Ärger. Und wenn auch das nichts hilft, dann bricht er das Leben auf, von außen, durch Ereignisse, die man Schicksal nennt. Hier liegt die eigentliche Botschaft dieses Vollmonds, und sie ist ein Angebot: Du kannst Pluto zuvorkommen. Alles, was du jetzt freiwillig anhörst, muss dir später kein Zusammenbruch mehr beibringen.

Die Wunde an der Schwelle

Sonne und Mond stehen beide im Quadrat zu Chiron im Widder, und dieser Aspekt beschreibt genau den Moment, in dem du zögerst, bevor du den Thron besteigst.

Fast jeder Mensch trägt eine Erinnerung an eine Situation, in der er seinen Platz einnahm und dafür bestraft wurde. Das Kind, das begeistert erzählte und ausgelacht wurde. Die Jugendliche, die widersprach und dafür die Zuneigung entzogen bekam. Die Frau, die in einer Runde etwas Wahres aussprach und plötzlich im leeren Raum stand. Solche Momente hinterlassen einen Satz, den man nie wieder überprüft: Wenn ich mich zeige, wird es teuer.

Dieser Satz ist der Grund, warum der Thron leer blieb. Und jetzt kommt das Erstaunliche an diesem Himmel: Der Mondknoten, der gestern, am 27. Juli, in den Wassermann gewechselt ist, bildet ein Sextil zu genau diesem Chiron. Damit ist die Lernaufgabe der kommenden achtzehn Monate ausgesprochen. Die Heilung geschieht durch das Sich-Zeigen, und sie geschieht ausgerechnet dort, wo es wehtut.

Jedes Mal, wenn du in dieser Zeit deine Stimme erhebst, obwohl das alte Ziehen in der Magengrube da ist, überprüfst du den alten Satz an der heutigen Wirklichkeit. Und du wirst erleben, dass die Welt von heute anders antwortet als die Welt von damals. Deine empfindlichste Stelle ist zugleich der Ort, an dem deine Krone auf dich wartet.

Die Sprache, die den Saal befriedet

Der Himmel bleibt nicht bei der Diagnose, er gibt eine Anleitung mit.

Merkur steht im Krebs, im Quadrat zu Saturn im Widder. Das ist die Erfahrung, mit einem echten Anliegen an eine Mauer zu geraten, und im Inneren klingt das so: Du weißt genau, was dir fehlt, und im selben Moment meldet sich die Instanz, die alles abbügelt. Dafür ist keine Zeit. Andere haben es schwerer. Stell dich nicht so an.

Zugleich steht Merkur im Sextil zu Venus in der Jungfrau, und damit zeigt sich der Weg durch die Mauer. Die Tür öffnet sich dem präzisen, freundlichen, sorgfältigen Wort. Das gilt nach außen, und es gilt vor allem für die Art, wie du mit dir selbst sprichst. Sei in diesen Tagen genau und liebevoll zugleich. Statt eines pauschalen Urteils über dich lohnt sich die genaue Beobachtung: Was genau fehlt mir? Seit wann? Was wäre der kleinste Schritt?

Und dann ist da noch die Opposition von Mars in den Zwillingen zu Lilith im Schützen, das Ringen zwischen der gezähmten Rede und der wilden Wahrheit. In deinem Thronsaal ist Lilith die Anteilnehmerin, die aufsteht und ausspricht, was alle denken und niemand sagt. Sie ist unbequem, sie hat keine Manieren, und sie hat fast immer recht. Ihr in diesen Tagen einmal zuzuhören, ist eine Übung von großer Kraft. Man muss ihr das Zepter nicht überlassen. Man sollte sie nur nicht länger hinausschicken.

Der offene Himmel

Bei alldem bist du erstaunlich gut begleitet. Sonne und Mond stehen harmonisch mit Uranus im Wassermann und Neptun im Widder in Verbindung, mit jenen beiden Kräften, die für geistige Erneuerung und für die Verbindung nach oben stehen. Die Tür zur geistigen Welt steht bei diesem Vollmond weit offen.

Ich formuliere es einmal so: Der Himmel hat in diesen Tagen eine Ausschüttung von Mut beschlossen, und du darfst dich anstellen. Was würdest du wagen, wenn du wüsstest, dass du getragen wirst? Welchen Impuls schiebst du seit Monaten vor dir her? Das Gespräch, das geführt werden will. Der Anruf, der Ja sagt. Das Nein, das seit Jahren überfällig ist. Der Löwe in dir wartet auf sein Stichwort, und Jupiter flüstert: Jetzt.

Eine Inventur für die Vollmondtage

Nimm dir an einem der Abende um den 29. Juli eine Stunde, ein Heft und eine Kerze. Und dann halte in deinem Thronsaal Hof.

Erste Frage: Wer sitzt gerade auf meinem Thron? Gib dieser Instanz einen Namen. Die Angst, die Pflicht, die Erschöpfung, die Stimme meiner Mutter, das Bild, das andere von mir haben. Namen nehmen Macht.

Zweite Frage: Welcher Anteil in mir klopft seit Monaten an die Tür, und was hätte er zu sagen, wenn ich ihn ausreden ließe? Schreib es auf, in seiner Sprache, ungefiltert.

Dritte Frage: Welche eine Verantwortung habe ich abgegeben, die mir gehört? Meine Gesundheit, meine Zeit, meine Finanzen, meine Meinung, meine Freude? Und was ist der kleinste Schritt, mit dem ich sie mir diese Woche zurückhole?

Und zuletzt: Welchen Herzensimpuls setze ich bis zum 12. August um, und wem erzähle ich davon, damit er verbindlich wird?

Der Vollmond ist ein Kulminationspunkt. Was du ihm anvertraust, bekommt Kraft.

Warum ausgerechnet der 12. August?

Weil an diesem Tag der Neumond sich vor die Sonne schiebt und es mitten am Tag dämmert. Eine totale Sonnenfinsternis im Löwen, bei uns als partielle Verfinsterung zu sehen.

Rudolf Steiner hat über die Sonnenfinsternis Dinge gesagt, die aufhorchen lassen. Vom Menschen strömen beständig Willenskräfte hinaus in den Kosmos, alles, was wir an Absichten und Impulsen in uns tragen, wirkt über uns hinaus. Im gewöhnlichen Lauf verbrennen die entgegenkommenden Sonnenkräfte gewissermaßen, was der ungezügelte Wille hinausstrahlt, sodass es allein dem Menschen selbst zu schaffen macht. Während einer Finsternis ist dieser Schutz für kurze Zeit aufgehoben, dann strömt das Willenhafte der Erde in einem Strahlenkegel ungehindert in den Weltenraum. Die alten Eingeweihten wussten darum, und für sie waren Finsternisse niemals Schauspiele, sie waren Stunden höchster innerer Sammlung.

Damit bekommen die zwei Wochen zwischen Vollmond und Finsternis eine besondere Würde. Alles, was du in dieser Zeit in dir ordnest, jede Unwahrhaftigkeit, die du bereinigst, jeder Groll, den du wandelst, jeder wilde Impuls, den du in Klarheit überführst, ist ein Beitrag, der weit über dein persönliches Leben hinausreicht.

Und Steiner gibt einen zweiten Gedanken mit, der von großer Schönheit ist. Die Finsternis ist zugleich ein Sinnbild für die Verdunkelung der Seele in unserer Zeit, für ein Denken, das im bloßen Verstand erkaltet ist. Gerade in der größtmöglichen äußeren Verfinsterung aber kann das innere Licht am stärksten erwachen, wenn der Mensch die geistigen Kräfte seines Herzens rege macht, denn das Herz ist das Sonnenorgan im Menschen.

Wenn es draußen dunkel wird, ist die Stunde des inneren Lichtes. Ein Thron, auf dem die Herzensklarheit sitzt, leuchtet auch dann noch.

Wenn du tiefer schauen möchtest

Deine Impulsanalyse zum Mondknotenwechsel. Der aufsteigende Mondknoten ist am 27. Juli in den Wassermann gewechselt und setzt für die kommenden achtzehn Monate den Ton. Wo genau dieser Wechsel in deinem Horoskop stattfindet, welchen Lebensbereich er berührt und welche deiner Planeten er anspricht, entscheidet darüber, wie sich diese Zeit für dich anfühlen wird. Genau das schaue ich mir für dich an: deine persönliche Lernaufgabe, deine Chancen und die Fallen, um die du wissen solltest.

Deine Impulsanalyse zur Sonnenfinsternis am 12. August. Finsternisse setzen Schicksalsimpulse, die über Monate nachwirken. Es macht einen großen Unterschied, ob du einen solchen Impuls verschläfst oder ihn bewusst ergreifst.

Sommeraktion bis zum 15. August. Wenn du beim Lesen gespürt hast, dass bei dir mehr ansteht als eine Analyse, dass da eine Entscheidung wartet, die endlich getroffen werden will, dann habe ich etwas für dich: Bis zum 15. August erhältst du 100 Euro Rabatt auf mein zwölfwöchiges Coaching “Deine Entscheidung”. Zwölf Wochen, in denen wir gemeinsam hinschauen, sortieren und ins Handeln kommen. Das ist etwas für Menschen, die es ernst meinen und wirklich etwas verändern wollen.

Ich wünsche dir einen kraftvollen, wahrhaftigen Vollmond. Geh in deinen Thronsaal, hör dir an, was dort verhandelt wird, und setz dich dann selbst auf deinen Platz. Er hat lange genug auf dich gewartet.

Die drei Fragen zum Ausdrucken: Frage Dich

Fühlst du dich überfordert und weißt nicht, was das Leben gerade von dir will?

Fragst du dich: „Warum wiederholt sich dieses Problem immer wieder?“, „Was ist meine Aufgabe?“, “Wie soll ich mich nur entscheiden?” oder „Wie finde ich meinen Weg?“

Dein Horoskop ist mehr als nur ein Blick in die Sterne – es ist ein Schlüssel zu deinem inneren Kompass. Es zeigt dir nicht nur, wo du gerade stehst, sondern auch, wie du deine Stärken entfalten und Herausforderungen meistern kannst.

In einer individuellen astrologischen Beratung unterstütze ich dich mit einem professionellen Blick in dein Horoskop, die Antworten zu finden und mit Klarheit und Selbstvertrauen deinen Weg zu gehen. Lass uns gemeinsam herausfinden, was die Sterne dir sagen – und wie du ihr Potenzial in deinem Leben verwirklichst.

Layer 1
Anmeldung Kategorien
×