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Astrologie schaut in die Zeit

Was ist Zeitqualität?

Was ist eigentlich eine Zeitqualität?

Astrologie erfreut sich auch in diesen Krisenzeiten wachsender Beliebtheit. Das war schon immer so, denn immer, wenn die gesellschaftlichen Ordnungen ins Wanken geraten sind, haben die Menschen durch einen Blick in die Sterne, in die Zeitqualität, versucht, Orientierung zu finden. Astrologie erfreut sich auch heute einer großen Popularität. Mindestens so groß ist das Potenzial für Missverständnisse und Irrtümer. Was kann Astrologie wirklich leisten? An welcher Stelle kann sie tatsächlich helfen? Und was ist eigentlich Zeitqualität? Um das sinnstiftend zu beantworten, möchte ich zunächst an dieser Stelle auf etwas Altbekanntes hinweisen, dass gern vergessen wird: Astrologie ist nicht die Lehre vom Einfluss der Himmelskörper auf die irdischen Geschehnisse oder auf den Menschen. Die Astrologie ist die Lehre von Ur-Prinzipien, von den Archetypen des Universums.

Mars ist Lieschen Müller egal

Die Planeten, nach denen diese Archetypen benannt sind, beeinflussen das irdische Geschehen in keiner Weise. Der Mars beispielsweise, von dem in diesem Herbst soviel die Rede ist, kümmert es nicht die Bohne, was bei uns auf der Erde geschieht oder im Leben von Lieschen Müller. Ihm ist völlig schnuppe, ob wir im Stau stehen, Zoff mit dem Lebenspartner haben oder im Lotto gewinnen. Er nimmt auch in keiner Weise Einfluss darauf. Der Mars, als Protagonist der Astrologie repräsentiert lediglich eines von zwölf Prinzipien.

Die Astrologie ist so alt wie die Menschheit und hat stets auf die Beobachtung der Repräsentanten gesetzt. Aus dem Wechselspiel der unterschiedlichen Planeten schlossen und schließen die Astrologen auf die Zeitqualität. Eine aktive Wirkung hat diese im kausalen Sinne nicht. Vielmehr arbeitet die Astrologie mit Analogien, die zwar erstaunlich exakt funktionieren, aber eben keinen kausalen Wirkmechanismus in sich vereinen. Wenn Astrologen nun ein Horoskop errechnen, dann ist dieses Horoskop wie ein Messinstrument, dass etwas misst aber nichts tut.

Ein Thermometer macht keine Temperatur

Vergleichbar ist das mit einem Thermometer, das die Plus- und Minusgrade zwar misst, aber warm oder kalt nicht macht. Das Thermometer nimmt auch keinen Einfluss auf die Temperatur, sondern zeigt sie lediglich an. Das wird die Gegner der Astrologie beruhigen, die stets darauf hinweisen, dass Horoskope dem Glauben an eine Wirkung gleichkommt und wird die Anhänger der Sternenschau ernüchtern, die davon überzeugt sind, dass vom Mars, der Venus oder dem Mond eine Wirkung ausgeht, die ihr Leben beeinflusst.

Gemessen werden mit einem Horoskop die Prinzipienmuster der Wirklichkeit. Was genau beschreibt das? Zeitqualität. Was bedeutet das? Wenn du dir ein Horoskop erstellen lässt, dann wird der Astrologe von dir deinen Geburtstag, die exakte Uhrzeit und den Ort deiner Geburt wissen wollen. Zeit spielt also eine tragende Rolle. Auch die Zeit ist der Polarität unterworfen. Auf der einen Seite fragen wir, wie lange etwas dauert, wie lange etwas her ist oder wie lange man noch auf etwas warten muss. Wir kommen mit der Zeitquantität in Berührung, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft linear darstellt. Der Gegenpol der Zeitquantität ist die Zeitqualität.

Zeitqualität: Chronós und Kairós

Heute haben wir das Bewusstsein für diesen Zeitbegriff verloren. Das war nicht immer so, denn im alten Griechenland wusste man mit diesen beiden Begriffen noch etwas anzufangen. Dementsprechend hatten die Menschen damals für die Zeit auch zwei ganz unterschiedliche Begriffe: Chrónos war der Begriff für den quantitativen Aspekt der Zeit, kairós der für die Zeitqualität. Beides vereint umfasst die Zeit. Heute haben wir für kairós keinen passenden Begriff mehr und umschreiben diesen mit „der richtige Augenblick.“, „die rechte Zeit“ oder „der günstige Moment“. Was bedeutet das?

Die Zeitqualität ist jene Instanz, die dafür sorgt, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt nur jene Ereignisse in Erscheinung treten, die inhaltlich in Resonanz zur Zeit stehen. Dabei sollte man wissen: Wir haben ständig immer alle Möglichkeiten zur Verfügung. In der Wirklichkeit ist immer alles gleichzeitig vorhanden. Aber die Qualität der Zeit entscheidet darüber, welche dieser Möglichkeiten durch das Tor der Verwirklichung in die Sichtbarkeit hineintreten kann. Und was ist das nun für eine Qualität, die darüber entscheidet, welches Potenzial verwirklicht wird und welches nicht? Hier kommen die Urprinzipien, die Archetypen ins Spiel. Die Zeitqualität ist das Muster dieser Ur-Prinzipien, das zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zeitraum gebildet wird. Verwirklichen kann sich nur, was in Resonanz steht zu dem spezifisch vorherrschenden Muster.

Manifestation verstehen

Dieser Resonanzgedanke ist wichtig, wenn wir Manifestationen verstehen wollen. Das ist nichts anderes, als wenn in einem Raum als potenzielle Möglichkeit eine Unzahl von Radioprogrammen da ist, die sich aber in diesem Augenblick nicht verwirklichen. Wenn wir nun ein Radio aufstellen, dann können wir eine bestimmte Frequenz, d.h. ein bestimmtes Muster einstellen und wir werden von all den Radiosendern jenen empfangen können, der dem eingestellten Frequenzmuster entspricht. Alle anderen werden nicht empfangen. In der Astrologie ist das Prinzipien-Muster dasjenige, was darüber entscheidet, was sich verwirklichen kann und was nicht.

Eingeweihte, Priester und Priviligierte

Diese Zeitqualität zu messen war in den alten Zeiten den Eingeweihten, Weisen, Priestern und Privilegierten ein wichtiges Anliegen. Damals was das sogar noch viel wichtiger als das Messen der Zeitquantität, was in unserer Zeit dominiert. Das Messen der Zeitqualität erscheint vielen heute ebenso befremdlich wie die Tatsache, dass in jedem Anfang eines Ereignisses, einer Situation oder eines Prozesses das Ende bereits enthalten ist. Wir glauben heute daran, dass wir einen Prozess oder eine Situation nur managen müssen und wir entscheiden müssen, um den Verlauf einer Sache oder eines Ereignisses zu beeinflussen. Tun wir das, so der weitverbreitete Glaube, haben wir ein vorhersehbares Ergebnis. Daran wird deutlich: Das Bewusstsein über das Gesetz des Anfangs ist ebenfalls weitestgehend verloren gegangen

Dabei könnte es sehr hilfreich sein, das zu wissen, denn die moderne Vorstellung vom Eintreten von Ereignissen und deren Verlauf, entspricht keinesfalls der Wirklichkeit. Die Alten wussten noch, dass mit dem Anfang das Ende bereits beschlossen ist, wie im Samen die Frucht beschlossen ist. Alles ist immer eine Ganzheit und wird durch den Begriff der Zeit aufgefächert. Darum war es den Menschen früher wichtig zu wissen, welche Zeitqualität herrschte, wenn eine Sache beginnen sollte. Sie wussten, wann dafür die richtige Zeit ist und wann der Zeitpunkt für ein Vorhaben eher ungünstig erscheint. Astrologie ist eine Möglichkeit, diese Zeitqualität zu messen und in einem Horoskop darzustellen.

Das Muster der Repräsentanten macht die Zeitqualität

Das geschieht, indem der Astrologe zu einem bestimmten Zeitpunkt von einem bestimmten Ort aus in den Himmel schaut und analysiert, welches Muster die Repräsentanten der Ur-Prinzipien bilden. Heute gibt es auch dafür Computerprogramme. Ich messe also damit die Qualität der Zeit und weiß, welche Manifestationen in die Wirklichkeit treten können und welche nicht. Wenn wir ein Geburtshoroskop von einem Menschen erstellen, dann messen wir die Qualität der Zeit als er geboren wurde. In Wirklichkeit messen wir aber auch dessen Seelenmuster, dessen mitgebrachte Seelenqualität, über die der Moment der Geburt ebenfalls Aufschluss gibt. Wir erhalten also im Grunde nichts anderes, als die grafische Darstellung, wie sich die einzelnen Himmelskörper, die wir von der Erde aus betrachten, zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten Ort gruppieren. Wir haben die grafische Darstellung der Zeitqualität. Das Horoskop stellt in der Sprache der Astrologen die Gesetzmäßigkeiten dar, unter denen ein Mensch, ein Tier, eine Nation, eine Firma oder ein Ereignis „geboren“ wurde.

Das Wort Horoskop kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Begriffen „hora“ – die Stunde – und „skopein“ – schauen – zusammen. Horoskop heißt demnach „Stundenschau“. Daher sagten die Menschen früher auch dazu „In die Zeit schauen“. Im Grunde kann man für alles, für das ein exaktes Anfangsdatum bekannt ist, ein Horoskop erstellen. Aus dem Verhältnis der Sterne zueinander kann man Rückschlüsse auf ein Leben, auf eine Erfolgskurve oder einen Ereignisverlauf ziehen. Ist in dem Horoskop beispielsweise der Mangel ein Thema, dann wird dieser in irgendeiner Form im Außen stattfinden. Das gilt auch für die Fülle. Je nach dem, welche Faktoren noch hinzutreten kann aus Fülle eine Überschwemmung werden und aus Mangel Gesundheit. Der Astrologe erfasst damit die Tendenzen, welche Ereignisse oder Entwicklungen sich manifestieren können. Er bleibt, wenn er seriös ist, im Konjunktiv, denn auch ein Horoskop meißelt nichts in Stein, sondern weist nur auf die möglichen Bedingungen und die potenzielle Schrittfolge hin. Je besser der Astrologe ist, um so genauer kann er die Zeichen der Zeit deuten.

Keine exakten Prognosen

Der Hintergrund für die Tatsache, dass die Astrologie keine exakten Prognosen liefern kann, ist in der biblischen Menschheitsgeschichte zu finden – im Paradies. Die Szene ist bekannt: Eva lässt, verführt durch die Schlange, Adam in die Frucht der Erkenntnis beißen. Mit diesem Biss haben die Menschen die Freiheit errungen, das zu tun, was ihnen beliebt. Sie sind dafür allerdings auch aus dem Paradies geflogen, denn fortan kümmerten sich die Götter nicht mehr aktiv um ihre Geschicke. Das müssen sie seitdem selber tun. Dabei darf der Mensch im Laufe seiner Entwicklung das Bewusstsein erringen, dass er ein schöpferisches Wesen ist. Er ringt mit der Selbsterkenntnis. Was das genau ist, habe ich in einem eigenen Podcast aufbereitet.

Das bedeutet: Nichts im Leben ist tatsächlich vorherbestimmt. Allerdings unterliegt die Lebensgestaltung Rhythmen, an denen man sich orientieren kann. Es ist ein Unterschied, ob ich im Herbst oder im Frühjahr säe, es spielt eine wesentliche Rolle, ob ich mir mit 20 Lebensjahren Gedanken mache, wie ich mein Leben gestalten möchte oder mit 50. Es ist erheblich, ob ich das in friedlichen Zeiten oder in Phasen des gesellschaftlichen Umbruchs tue. Diese Überlegungen sind abhängig von der Zeitqualität und den seelischen Eigenschaften eines Menschen.

Schlummernde Kräfte entfalten

Unser Lebensziel führt uns immer – so ist das Prinzip der Selbsterkenntnis – zu der Erlösung von Anlagen, die wir noch nicht freigelegt und entfaltet haben oder solche, die wir überwinden sollten. In uns schlummern Kräfte, die wir uns bewusst machen dürfen. Es hilft, auch beim Blick in ein Horoskop, demütig zu bleiben. Warum du hier bist, welche Eigenschaften du im Reisegepäck hast, das kann die Astrologie bis zu einem gewissen Grad zwar transparent machen. Dein Leben leben, das musst du selbst tun.

Bevor ich mich mit Astrologie beschäftigt habe, studierte ich die Philosophen dieser Welt, ich suchte Antworten in der Theologie, in der Mythologie, in der Esoterik, in der Psychologie und in der Anthroposophie. Ich fand überall spannende Antworten und deutliche Hinweise, was im Leben wirklich zählt. Mit der Astrologie habe ich eine Möglichkeit gefunden, diese Themen bildhaft zu vermitteln. Die „Sternenkunde“ bietet eine sinnstiftende Verdichtung an. Ob der fragende Mensch diese dann annimmt oder nicht – das ist seine ganz persönliche Freiheit. Und das ist auch gut so.

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