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Licht oder nicht ganz helle?

Licht im Denken

Im Denken erstrahlt die kosmische Ordnung und die Schönheit der Welt

Die Tage werden kürzer und das gibt der Dunkelheit mehr und mehr Raum. Ich mag diese Zeit im November, wenn die Äste kahl werden, der Nebel sich auf alles legt und die Luft nach Erde und nassem Laub riecht. Habe ich mich noch letztes Jahr auf die Weihnachtszeit mit ihren Lichtern gefreut, suche ich in diesem Jahr gezwungenermaßen anders nach dem Licht. Lange wird die Suche wohl nicht dauern, denn am Himmel leuchten uns zwei große Ereignisse den Weg in die mögliche Zukunft: Die dritte Zusammenkunft von Pluto und Jupiter liegt knapp hinter (12. November) uns und die Konjunktion von Jupiter und Saturn am 21. Dezember vor uns. Beide stehen für Licht – wenn wir es denn ergreifen können.

Die Konjunktion von Jupiter und Pluto ist ein sehr starker Aspekt. Er steht für eine enorme Kraft, die nach vorne strebt. Diese Konstellation fordert uns heraus – entweder durch eine positiven Kraftentfaltung oder durch eine immense Übersteigerung von Machtstreben. Dieses Potential kann in uns selbst frei werden oder es offenbart sich uns im Außen. Jupiter will Größe, Expansion, er ist der große Wohltäter der Menschheit, der für Fülle sorgt. Er kann Wohlstand und Reichtum bringen. Pluto hingegen ist der Planet der Macht und des Machens. Er will im Zusammenschluss mit Jupiter sagen: Nehmt die Fäden in Hand, glaubt an eure Visionen und an ein erfolgreiches Gelingen.

Übersteigerte Erwartungshaltung?

Dabei sollten wir unsere Bodenhaftung bewahren. Denn diese Konjunktion sorgt auch für eine übersteigerte Erwartungshaltung. Im Raum steht die Frage, welches Risiko wir einzugehen bereit sind, um die Umstände unseres Lebens zu verändern. Dabei sollten wir finanzielle Wagnisse lieber vermeiden und uns auch nicht zu viel Arbeit aufbürden lassen. Dieser Transit steht nun mal auch für das Übermaß – in allem. Daher ist es angeraten den Ball lieber etwas flacher zu halten.

Dieser gewaltige Expansionsdrang ist nicht nur ein Risiko, sondern vor allem auch eine große Chance für uns alle. Jupiter fordert schließlich von uns, das Leben anzunehmen, es zu leben und zu gestalten. Wir bekommen dafür jetzt die maximale kosmische Unterstützung! Wie werden wir diese nutzen? Maßlos, arrogant und sich selbstüberschätzend, was Pluto auslösen kann? Oder indem wir die Einladung zu einem tiefgreifenden individuellen Wandel dankbar und verantwortungsbewusst annehmen? Schaffen wir es, den Weg zu ebnen von einer egoistischen Konsumgesellschaft hin zu einer mitmenschlichen Gemeinschaftsbildung?

Weltanschauungen hinterfragen

Mit dieser Konjunktion können wir hinterfragen – auch unsere Weltanschauungen. Dieses Ringen lässt uns nie ganz zur Ruhe kommen. Dieser Aspekt gibt uns jedoch auch eine glückliche Hand, Mut und Energie, um Außergewöhnliches zu erreichen. Nicht nur heute, denn diese Konjunktion startet einen neuen Zyklus, der erst 2033 endet. Wir haben also scheinbar Zeit – sollten diese aber angesichts der weltweiten Krisen besser nicht verplempern. Also Ärmel hochkrempeln, das Denken einschalten und loslegen!

Der letzte Zyklus von Pluto und Jupiter begann übrigens im Dezember 2007 im Tierkreiszeichen Schütze, der die große Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 folgte. Waren damals die Erwartungen zu ambitioniert, was Jupiter auslösen kann? Oder reizte die Geldmacht zu sehr, wofür Pluto steht? Die letzte Jupiter-Pluto Konjunktion im Steinbock erfolgte bereits 1771, in der es in Deutschland eine große Hungersnot gab. Auch in diesem Jahr geht es unserer Wirtschaft alles, nur nicht gut. Wir haben aber Gott sei Dank zu essen, nur scheinbar nie genug Klopapier. Was können wir also mit diesen beiden Planeten im Gepäck der Zeit tun, um diese Dunkelheit, die uns durch diese globale Krise zu umgeben scheint, zu überwinden?

Der neue Stern von Bethlehem

Wenn wir uns aktuell schwer tun, diese Frage zu beantworten, hilft uns vielleicht die große Konjunktion von Jupiter und Saturn. Diese steht am 21. Dezember als ein neuer Stern von Bethlehem am Himmel und das im Tierkreiszeichen Wassermann. Welche Weihnachtsbotschaft hat dieser leuchtende Stern zu verkünden? Auch in diesem Fall kündigt sich ein tiefgreifender Epochenwechsel an, denn diese Konjunktion findet nur alle 200 Jahre im gleichen Element statt.

War es vor 200 Jahren das Erdelement, ist es mit dem Wassermann jetzt ein Luftelement. Hatten wir in den vergangenen 200 Jahren die materialistische Weltanschauung mit all ihren Erfindungen, Technologien, Wirtschafts- und Finanzsystemen, werden künftig Denkerisches, Ideenschmieden, fundiertes Wissen und geistige Werte an Bedeutung gewinnen. Wir treten nun endgültig die Reise an hin zu einer Wissens- und Informationsgesellschaft, was in Anbetracht der digitalen Möglichkeiten eine logische Folge zu sein scheint. Bis 2025 wird auch Pluto das Tierkreiszeichen Wassermann erreicht haben und das System von seinen veralteten Hierarchien befreien.

Wie ergreifen wir das Licht?

Bleibt die Frage, wie wir das Licht dieser Planetenkonstellationen ergreifen. Wie schaffen wir es, das Lichtvolle zu nutzen und uns nicht durch die Schattenseiten verunsichern zu lassen? Wie gehen wir mit den Geschehnissen um, die mit viel Getöse vom Sterben der alten Strukturen künden, die verzweifelt an ihrer Macht festhalten? Wann und wie entsteht überhaupt Licht in dieser Finsternis, wenn ich mich nicht nur auf meinen Lichtschalter und die Physik verlassen will? Fest steht: Ist in meinem Inneren alles dunkel, wird mir auch der hellste Kronleuchter nichts nützen, den ich mit einem einfachen Knopfdruck entzünden kann.

Wie wird es auf eine wahrhaftige Art und Weise hell in mir? Am einfachsten gelingt das, wenn wir einmal den Blick nach oben erheben und uns von den Tagesgeschehnissen lösen. Das fällt nicht leicht, denn das mediale Getöse ist laut und beängstigend und wir suchen allerorten nach Halt in diesem sonderbaren Informationsstrudel dieser Zeit. Mediale Abstinenz gibt uns jedoch sehr schnell wieder ein Gefühl, was wirklich wichtig ist: Bewusstsein und den Mut immer wieder das Licht der Erkenntnis zu entzünden und gegen die Stürme des Lebens zu verteidigen. Und dieses entzündet sich durch unser Denken!

Denken offenbart das hellste Licht!

In unserem Denken offenbart sich das Licht von seiner hellsten Seite. Was wir innerlich als Gedanke erleben, entdecken wir äußerlich als Licht. Der imaginativen Anschauung der Ereignisse zeigt sich, dass Licht und Gedanke dasselbe sind, nur von verschiedenen Seiten aus betrachtet. Rudolf Steiner beschreibt das so: “Und gehen wir gar an das Licht heran, dann weben und leben wir auch im Licht. Nur bemerken wir das nicht, weil wir im gewöhnlichen Bewusstsein keine Ahnung davon haben, dass das innere Weben des Lichtes in unserem eigenen Denken enthalten ist, dass jeder Gedanke aufgefangenes Licht ist. (…) Das Licht ist ein Objektives. (…) Denn der Gedanke, den wir innerlich in uns festhalten, der Gedanke, den wir innerlich in uns einfangen, er ist in uns vorhandenes Licht.” (Lit.: GA 270a, S. 88)

Da kommt die Frage auf: Wieso wird es dann ins uns Dunkel? Man kann das Licht nicht sehen, weil wir es durch das eigene Denken selber sind. Wenn wir aus diesen Gedanken heraustreten und in die Imagination und Inspiration eintreten, dann können wir uns unserem Denken gegenüberstehen und sehen den Gedanken als Licht. In diesem Licht glänzt die Ordnung des Kosmos und es erstrahlt die Schönheit der Welt.

Denken schafft Bewusstsein

Denken ist eine wesentliche Bedingung, um uns bewusst zu werden, wer wir sind (ein geistiges Wesen mit Schöpferkraft) und was um uns herum geschieht (unsere Lernaufgaben). Bewusstsein entsteht durch Polarität, weil wir uns an dem Reiben, was wir nicht sind, um zu erkennen, was wir sind. Im Grunde wird das Leben einer alten Erkenntnis partiell zerstört und diese Zerstörung durch die Lebenstätigkeit selbst wieder bis zu einem gewissen Grad überwunden. Das ist keine einfache Sache, denn das Getöse unserer Lebensbühne wirkt auf uns bisweilen beängstigend, was eine ungefähre Ahnung auf das, was plutonische Kräfte sind, zulässt. Nicht umsonst nennen wir den Stoff Plutonium, aus dem wir Atomkraft produzieren und Bomben bauen.

Dieses Getöse lenkt uns geschickt von der Erkenntnis ab, dass das öffentliche politische Leben oberflächlich betrachtet nichts anderes ist als ein Illusionstheater. Denn die wahren Wirkkräfte der Geschehnisse sind unsichtbar im Hintergrund und für uns nicht greifbar. Damit deute ich keine abstrusen Verschwörungstherorien an, sondern spreche von geistigen Wirkkräften. Der Geist der Zeit will erkannt und letztendlich kraft des Bewusstseins überwunden werden.

Traditionell eine geistige Bewegung

Unsere kulturgeschichtliche Tradition fußt seit jeher auch auf einer geistigen Bewegung. Namen wie Goethe, Schiller, Hegel oder Fichte zeugen bis heute davon. Wenn es uns gelingt diese Kraft zu mobilisieren, wozu jeder einzelne beitragen kann, könnten wir die Starre vor dem unsichtbaren „Feind“, der sich uns mit den Geschehnissen rund um den Corona-Virus zeigt, überwinden. Sobald wir als Gesellschaft begännen, wieder zu denken, kann im wahrsten Sinne des Wortes Begeisterung entstehen, die dem Charakter des Tierkreiszeichens Wassermann gerecht wird.

Die Zeitenwende, auf die wir zusteuern, möchte uns ermuntern, gemeinschaftsbildend, innovativ und fortschrittlich die Zukunft zu gestalten. Das ist die eigentliche Einladung der neuen Zyklen durch Saturn, Pluto und Jupiter. Von einer Zeit, die für uns alle die Keime wahrhaftigerer und authentischere Lebensmöglichkeit enthält, kann aber erst dann gesprochen werden, wenn die Kraft der Ideen von einer hinlänglich großen Menschenzahl erkannt und ergriffen wird. Untätig warten, indem man den eigenen Gestaltungswillen beiseiteschiebt, weil wir zu beschäftigt sind, um der aktuellen Entwicklung zukunftsfähige Konzepte des Miteinanders entgegenzusetzen – das alles ist Gift für unsere bewusste Selbstbestimmung.

Horoskop gibt Hinweise auf die individuellen Aufgaben

Doch zu was sind wir bestimmt, wenn wir innerhalb des neuen Gemeinschaftsbewusstseins unsere Aufgabe antreten wollen? Hinweise gibt uns einmal unser Erfahrungsschatz, wenn wir uns diesen unter diesem Gesichtspunkt anschauen. Transparenz ist dieses Thema bringt aber auf sehr effektive Art und Weise auch unser Geburtshoroskop, in dem unsere Lebensaufgabe, unsere Talente und unsere Lernaufgaben sichtbar werden.

Wenn du wissen möchtest, was dein Horoskop unter diesen Gesichtspunkten zu sagen hat, unterstütze ich dich im Rahmen einer persönlichen Beratung gern. Es ist doch spannend, wenn man erfahren kann, warum man in diesem Leben steht, was man lernen möchte und was man beisteuern kann mit all seinen Talenten um die Welt als das zu erhalten was sie ist: Wundervoll.

Sich gemeinschaftlich entwickeln

Diesen Bewusstwerdungsprozess kannst du aber auch gemeinschaftlich absolvieren. Ich biete Onlinekurse zur Zeitqualität, für berufliche Werdeprozesse aber auch für Mystisches wie die Rauhnächte an. In der Videobeschreibung findest du entsprechende Hinweise auf meine Kurse und Links zu meiner Webseite. Bleibt die Frage, wie die Dunkelheit auf dich wirkt: Entzündest du in dir das Licht oder bleibst du lieber – wie so viele – nicht ganz helle? Ich wünsche dir und uns allen ein buntes Feuerwerk an Ideen – unsere Welt hat das verdient und wir auch.

 

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Die soziale Frage der Zeit

Soziale Frage

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!

Nein, uns geht es nicht gut. Die Corona-Krise rüttelt an unseren Nerven und bei nicht wenigen an der Existenz. Begegne ich Menschen, dann fragen mich die meisten mit großen Augen: Wie geht es weiter? Wann ist das alles vorbei? Nun, ich bin kein Orakel und ich denke, es wäre auch falsch, diese Frage mit irgendeiner verbindlichen Aussage zu beantworten. Die Astrologie ermöglicht es zwar, die Zeichen der Zeit zu deuten. Da wir Menschen von den Göttern aber die Freiheit geschenkt bekommen haben, liegt es an uns, wie wir diese Zeichen annehmen und letztendlich auch für uns nutzen. Denn auch hier ist das Gesetz der Polarität wirksam – Jede Sternenkonstellation hat wie eine Medaille zwei Seiten.

Die Frage ist also: Mit welcher gehen wir in Resonanz? Was ich heute gern leisten will und kann, ist, etwas ausführlicher auf den Lauf der Sterne zu schauen. Gern reichere ich diese Bild mit meinen Gedanken und Empfindungen dazu an und stelle den Beitrag unter den Titel: „Die soziale der Zeit.“ Ob du meine Sicht auf die Fragen, auf potenzielle Antworten und auf die Zeichen der Zeit mit mir teilen willst – das bleibt dir überlassen.

Wie ist es bestellt um unsere Zeit?

„Die soziale Frage der Zeit“ – diesen Titel habe ich gewählt, weil ich mich als Astrologin mit der Qualität der Zeit beschäftige. Wie ist es bestellt um unsere Zeit? Wir erleben eine Krise, die unser Land und die Welt erschüttert, die Menschen in die Angst treibt, Unternehmen ruiniert, unser kulturelles Leben abschafft, unsere Gesellschaft spaltet und in ganz Europa Brandherde der Empörung über politische Entscheidungen entfacht. Der Widerstand von Bürgern und zahlreicher Gerichte wird mit dem zweiten Lockdown mit Getöse wachgerufen. Wir erleben, was es bedeutet, wenn Jupiter als Herrscher des Himmels am 14. November mit Pluto, dem Herrscher der Unterwelt zum dritten Mal in diesem Jahr eine Konjunktion bildet.

Wir erleben eine unglaubliche Spannung zwischen diesen beiden Polen, ein Mächteringen zwischen Gut und Böse, hell und dunkel, kalt und warm. Zudem wird ab dem 11. November der Powerplanet Mars wieder direktläufig und kann seine volle Kraft zum Ausdruck bringen. Das heißt, er kann dann ungebremst als Brandbeschleuniger für die Krisenfeuer wirken, die in Europa und in der Welt brennen. Da kommt tatsächlich die Frage auf: Wie geht es weiter?

Saturn Quadrat Uranus

Wir steuern auf das Saturnjahr 2021 zu. Saturn repräsentiert die Ordnung und steht im kommenden Jahr als markantestes Zeitzeichen im Quadrat zu Uranus, dem Planeten des Wandels und der Erneuerung. Dieser Spannungsaspekt bildet das Tor zu einer Entwicklungsphase tiefgreifender Veränderungen, die 2020 mit der Konjunktion von Pluto und Saturn dramatisch sichtbar wurden. Wir wurden und werden zurückgeworfen auf das Notwendigste – auch auf uns Selbst – durch die Lockdowns und Vorsichtmaßnahmen im Umgang mit dem Corona-Virus. Wir erleben auf der einen Seite den reaktionären und konservativen Dogmatismus auf der politischen Bühne. Auf der anderen Seite wird eine Solidarisierung von zahlreichen Menschen laut und sichtbar, die sich Gedanken über Informationsflüsse und alternative Lebensmodelle machen, weil noch deutlicher geworden ist: So kann die Reise der Menschheit nicht weitergehen. Es geht um Restrukturierung, Gesundschrumpfung und das Schaffen einer neuen Basis.

Im Sinne eines lebendigen Gesellschaftsleben, was von den Menschen, die es repräsentieren, genährt wird, tun Initiativen Not, in denen Menschen Verantwortung übernehmen. Denn der Saturn/Pluto-Zyklus, der mit der Konjunktion beider Planeten im Januar begann, kann bedeuten, dass uns diese mit Gewalt erzwungenen Machtpositionen der Regierungen durch „Corona“ in den kommenden 33 Jahren in Schach halten. Da Polarität jedoch immer auch eine zweite Seite der Medaille bietet, ist auch der Umkehrschluss gestattet: Eine neue Ordnung setzt sich durch, da neue Lebens-Modelle und Machtstrukturen entstehen. In diesem Spannungsfeld sind Konflikte vorprogrammiert.

Gestalten wir eine neue Ordnung?

Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang aufdrängt: Gestalten wir diese Ordnung, indem wir mit dieser Zeitqualität in Resonanz gehen oder lassen wir uns eine Ordnung weiterhin „von denen da oben“ verordnen? Wir werden am 21. Dezember eine Konjunktion zwischen Saturn und Jupiter erleben und das im Tierkreiszeichen Wassermann. Man spricht bei diesem Himmelereignis auch von dem Stern von Bethlehem – und das kurz vor Weihnachten. Welche Weihnachtsbotschaft hat dieser leuchtende Stern zu verkünden?

In jedem Fall kündigt er einen Epochenwechsel an, denn diese Konjunktion findet nur alle 200 Jahre im gleichen Element statt. War es vor 200 Jahren das Erdelement, ist es mit dem Wassermann jetzt ein Luftelement. Hatten wir in den vergangenen 200 Jahren die materialistische Weltanschauung mit all ihren Erfindungen, Technologien, Wirtschafts- und Finanzsystemen, werden künftig Denkerisches, Ideenschmieden, fundiertes Wissen und geistige Werte an Bedeutung gewinnen. Wir treten nun endgültig die Reise an hin zu einer Wissens- und Informationsgesellschaft, was in Anbetracht der digitalen Möglichkeiten eine logische Folge zu sein scheint. Bis 2025 wird auch Pluto das Tierkreiszeichen Wassermann erreicht haben und das System von seinen veralteten Hierarchien befreien.

Was ist jetzt meine Aufgabe?

In der Summe haben wir also eine Zeitqualität, bei der ich mich frage: Wenn ich als Astrologin all diese Dinge sehe und erkenne, was ist jetzt meine Aufgabe? Die Menschen beruhigen und die Wolldecke der Harmonie über sie ausbreiten, damit sie wohlig weiterschlafen? Oder ist meine Aufgabe in die Hände zu klatschen und zu sagen: Hallo Leute, wacht auf und übernehmt die Verantwortung für die Gestaltung Eurer Lebensräume! Es geht nicht mehr nur darum, Euer Ego zu pflegen. Zeigt Mut und entwickelt Pioniergeist! Kommt aus den Puschen und macht den Mund auf! Zieht Euch warm an und nehmt Euch bei der Hand! Entzündet Feuer des Miteinanders, an denen sich viele wärmen können! Kocht Tee aus Ideen und Tatkraft! Backt Brot aus Nächstenliebe, Fürsorge und einem Verständnis, was wirklich nährt! Bildet Gemeinschaften, schaut nicht weg, sondern hin und zeigt Flagge für die Menschlichkeit und eine Gesellschaft, die nicht von wenigen benutzt wird, sondern ihren Bürgern tatsächlich nutzt!

Die Zeit des Materialismus und Kapitalismus geht mit viel Getöse seit diesem Jahr definitiv seinem Ende entgegen. Künftig geht es darum, die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Erd-Epoche anzuwenden und zu teilen. Der Wassermann unterstützt uns darin, eine idealere, gerechtere Welt zu schaffen, die aus dem Fundus dieses Wissens schöpft und die allen Menschen gleichermaßen zugutekommen soll. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – diese Parole der Französischen Revolution ist zurück und fordert uns als Gesellschaft in den nächsten Jahren heraus. Sichtbar wird das bereits durch zahlreiche Lebensgemeinschaften, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Sie bieten ihren Bewohnern eine Lebensgrundlage, die diese Ideale zumindest anstreben. Die soziale Gemeinschaft bekommt mit dieser auch astrologischen Zeitqualität wichtige und belebende Impulse.

Etwas miteinander gemein haben

Wie kann man sich eine solche Gemeinschaft vorstellen? Ganz streng betrachtet ist eine soziale Gemeinschaft eine Gruppe von Menschen, die etwas miteinander gemein haben. Das bedeutet, dass sie etwas miteinander teilen und austauschen. Umfassendere und über längere Zeiträume bestehende soziale Gemeinschaften bilden die Gesellschaft.

Die Lebensfähigkeit einer Gemeinschaft beruht auf der reibungslosen Zusammenarbeit seiner Gruppen und Mitglieder. Funktioniert das, können sich in einer solchen Gemeinschaft auch seelische und geistige Kräfte bilden. Denn durch ihr Zusammenwirken strömen der Gemeinschaft Lebenskräfte zu, die nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch jedes einzelne Mitglied stärkt und damit gesundend wirkt. Dieses gesunde Zusammenleben bildet die Grundlage des Sozialen. Erst in einer Gemeinschaft kann sich ein höheres Seelisches und Geistiges offenbaren, das dem einzelnen Individuum in dieser Form gar nicht zugänglich ist. Man spricht in diesem Zusammenhang vom Gemeinschaftsgeist.

Der Gemeinschaftsgeist drückt sich aus

Eine solche Vereinigung ermöglicht, dass sich ein höheres Wesen, in dem Fall der Gemeinschaftsgeist, durch die Mitglieder einer Gemeinschaft ausdrückt. Das ist ein allgemeines Prinzip in allem Leben. Fünf Menschen, die zusammen sind, harmonisch miteinander denken und fühlen, sind mehr als 1 + 1 + 1 + 1 + 1, sie sind nicht bloß die Summe aus den fünf. Sondern es ist eine neue, höhere Wesenheit mitten unter den fünfen, ja schon unter zweien oder dreien. „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus, 20) sagt Jesus Christus.

Es ist nicht der eine und der andere und der dritte, sondern etwas ganz Neues, was durch eine Gemeinschaft entsteht. Das Neue entsteht aber nur, wenn der einzelne in dem andern lebt, wenn der einzelne seine Kraft nicht bloß aus sich selbst, sondern auch aus den andern schöpft. Das bedingt, dass er selbstlos in dem andern lebt. Damit sind Gemeinschaften letztendlich Stätten, in denen sich höhere geistige Wesenheiten einfinden, um durch die einzelnen Menschen zu wirken. Vergleichbar ist das mit der Seele, die durch den Körper wirkt. Da unsere Zeit nicht mehr von Bluts- oder Zunftverwandten geprägt wird, stehen sich die modernen Menschen als Persönlichkeiten gegenüber. Sie müssen aus der Freiheit heraus ihre sozialen Gemeinschaften suchen.

Am anderen erwachen

Gegenwärtig ist es besonders bedeutsam, dass der Mensch in der Gemeinschaft am anderen Menschen in einem noch höheren Sinn erwachen kann. Es ist die Basis, um ein neues Bewusstsein zu entwickeln. Dieses bekommen wir, wenn der andere Mensch in unserer eigenen Seele Impulse des Erwachsens hervorbringt. Wenn wir das verinnerlichen und meditativ in uns bewegen, bildet sich ein Verhältnis jedes Einzelnen zum Ganzen und umgekehrt.

Klar ist: Die Aufgaben, die das soziale Leben der Gegenwart stellt, brauchen keine neuen Utopien. Mit abstrakten Ideen wird man in diesen Tagen die Menschen kaum beglücken können. Durch den Eintritt des Saturn in das Tierkreiszeichen Wassermann sind die Zeiten großer Reden definitiv vorbei. Es mag den ein oder anderen geben, der jetzt noch durchrutscht und sich Verhör verschafft, aber spätestens, wenn Pluto im Wassermann angekommen sein wird, also Ende 2024, ist damit endgültig Schluss. Die Zeit ist reif für das Praktische.

100 Jahre Dreigliederung

Rudolf Steiner hat bereits vor 100 Jahren begonnen, die “soziale Frage” in den Raum zu stellen. Er beschrieb die Dreigliederung des sozialen Organismus. Diese Frage wurde seitdem zwar viel diskutiert, aber nicht wirklich beantwortet. Jedenfalls nicht in dem Sinne, dass sie den Gestaltungswillen der Politik geprägt hätte. Denn Steiner forderte uns auf, Freiheit in das Geistesleben, Brüderlichkeit ins Wirtschaftsleben und Gleichheit ins Rechtsleben zu bringen. Die Realität ist dramatisch eine andere. Die „soziale Frage“, so wie sie Rudolf Steiner gestellt hat, ist nicht etwas, was durch ein paar Menschen oder durch Parlamente gelöst werden kann und dann gelöst sein wird.

Sie ist wesentlicher Bestandteil eines neuen Zivilisationslebens, und wird es, wenn es erst einmal entstanden ist, ein solcher bleiben. Sie wird für jeden Augenblick des gesellschaftlichen Miteinanders neu beantwortet werden müssen, von jedem einzelnen von uns und das miteinander. Sie ist im Ideal ein lebendiger Organismus mit unterschiedlichen Gliedern, nämlich dem Wirtschaftsleben, Rechtsleben und Geistesleben und einem Geist, der diesen Organismus durchpulst und ihm die notwenige Lebenskraft spendet. Ein Bildungssystem, das am Tropf des Staates hängt und von diesem verwaltet wird, kann kaum ein freies Denken und Forschen ermöglichen. Daher wäre es an der Zeit, den zahlreichen Bildungseinrichtungen die Verantwortung für ihren Lehrbetrieb zu übergeben. Keiner kann besser wissen, wie Bildung praktisch gelebt wird, als von jenen, die unterrichten und forschen.

Faire Verabredungen

Ein Wirtschaftsleben, das von Brüderlichkeit durchdrungen ist, profitiert von dem fairen und freien Aushandeln der jeweiligen Bedürfnisse von Unternehmern, Mitarbeitern und Handelspartnern. Staatliche Einflussnahme durch Subventionen, Zuschüsse und Steuergeschenke, die insbesondere Konzerne stärkt, sollte einem neuen Verständnis von einer sozialen Gemeinschaft weichen. Der Staat würde sich bei diesem Modell wieder auf seine Kernaufgaben konzentrieren können, die das Zusammenleben der Menschen regelt und das zum Wohle aller. Ihm obliegt nämlich eigentlich die Verwaltung des Gemeinwohls und nicht die Bevorteilung einzelner Lobbyisten. Damit alle drei Glieder einer solchen sozialen Gemeinschaft ihr Verhältnis untereinander abstimmen, könnten Interessenvertretungen das Zusammenspiel diskutieren, beschließen und überwachen, so dass der freie Geist der einzelnen Bestandteile einer sozialen Gemeinschaft erhalten bleibt.

Geht es uns in einem Jahr besser?

Dieser Geist wird gespeist von uns allen, wie wir alle eingeladen sind, diese mit unseren Ideen und unserer Tatkraft zu gestalten. Je mehr wir bereit sind, unseren Geist dieser Idee von einer sozialen Gemeinschaft zu schenken, umso stärker wird er sein. Vielleicht wird uns diese Chance bewusst, wenn wir am 21. Dezember zur Wintersonnenwende den neuen Stern von Bethlehem sehen und es wird dank unseres neuen Bewusstseins tatsächlich jeden Tag ein bisschen heller in diesem Land. Ich wünsche dir, dass du mit dieser Idee in Resonanz gehst, aufwachst und handelst! Schau dich um und erkenne, wohin dich dein Leben in diesem Sinne einlädt! Wo kannst du mit all deinen schöpferischen Begabungen wirken – von Mensch zu Mensch? Dann wäre es mir vielleicht in einem Jahr möglich einen Blogbeitrag zu beginnen mit: Ja, uns geht es besser. Das ist jedenfalls mein ganz persönlicher Wunsch an den neuen Stern von Bethlehem – und an uns alle.

https://www.youtube.com/watch?v=pLVQ3v-GBXw&feature=youtu.be

Skorpion-Zeit

Skorpion-Zeit

Stirb und werde!

Am liebsten hätten wir es ja, wenn das Leben so wäre, wie wir uns das in stillen Momenten wünschen oder wenn wir das immer und immer wieder beim Universum bestellen. Irgendwann stellen wir in der Regel frustriert fest: ‚Entweder funktioniert das Universum nicht richtig oder ich. Denn ich bin von diesem erwünschten Zustand immer noch meilenweit entfernt‘. Tja. Wie heißt es so schön? Das Leben ist kein Ponyhof. Daran erinnert uns das Tierkreiszeichen Skorpion. Es mahnt uns daran zu denken: Das Leben besteht aus „Stirb und werde“!

In der Zeit des Skorpions, also vom 23. Oktober bis 21. November, dürfen wir der Frage nach der Quintessenz des Seins ganz besonders nachgehen. Denn diese Zeit lädt uns ein, über unsere Ziele und Vorstellungen nachzudenken. Je bewusster wir uns dabei unserer Gedanken sind, umso eher wird daraus ein Konstruktionsplan für die Wirklichkeit, denn mit unseren Gedanken gestalten wir unsere Welt. Das dürfen wir übrigens alle tun, nicht nur die Skorpion-Geborenen, denn die Wirkung dieses Sternebildes strahlt in diesen Wochen auf uns alle ab.

In der Begegnung aufgehen

Der Skorpion steht für Begegnung. Die Art der Begegnung ist nicht weiter definiert, also können wir Menschen begegnen, unseren Ideen, unseren Fragen an das Leben, einem Buch oder eben diesem Blogbeitrag von mir, der das Thema nach den eigenen Lebenszielen aufgreift. Egal, wem oder was wir letztendlich begegnen, wir werden in dieser Begegnung aufgehen und uns auf die dahinter liegende Frage konzentrieren. Das gilt natürlich nicht nur für Menschen und Dinge, denen wir im Außen begegnen, sondern vor allem auch für die Konfrontation mit uns selbst und unseren Fragen.

Weltenformel für Heilung

Der Skorpion leidet gern unter den Schwächen seines Lebens, der Unvollkommenheit, die ihn umgibt, und die –  da er nun mal ein Mensch ist – auch ihm zu eigen ist. Zu gern möchte er die Dinge in einen Zustand der Perfektion zwingen, um Erlösung zu finden von der Tatsache, dass das Leben nun mal alles andere als perfekt ist. Der Skorpion als Archetyp ist davon überzeugt, dass es eine Art Weltformel geben muss, die alles heilt und in die ideale Form bringt.

Er muss lernen, dass es einen Unterschied gibt zwischen der Planung eines Projektes und seiner tatsächlichen Umsetzung. Denn in der Realität ist der Plan allen möglichen Einflüssen ausgesetzt, die Abweichungen leicht möglich machen. Sich dem Lebensfluss anzuvertrauen, auch wenn dieser nicht schnurgerade nur durch eine ebene Landschaft läuft, ist daher die Aufforderung dieses Tierkreiszeichens – an uns alle.

Erneuerung durch Loslassen

Tun wir das nicht, gehen wir mit unserer Realität in den Widerstand und wollen diese so lange verändern, bis sie in unser Bild passt. Das kann einerseits einen Menschen aktivieren, aber auch destruktiv wirken, denn diese Haltung hat wenig mit der Lebendigkeit des Seins zu tun. Erneuerung geschieht durch Loslassen, den Prozess des Sterbens, weshalb der Skorpion auch von Pluto, dem Herrn der Unterwelt beherrscht wird. Gefordert ist eine offene Haltung gegenüber dem Wandel, einer Überprüfung der eigenen Ziele und dem Ankennen von Widerständen als Einladung des Lebens, im Fluss zu bleiben.

Vielen gelingt das nicht und sie übernehmen eine Opferrolle, wenn die Wünsche an das Universum nicht den gewollten Effekt haben. Ihnen fehlt eine wesentliche Info: Das Gesetz der Resonanz ist schön und gut und wird mit diesen Bestellungen beim Universum bestens bedient. Es gibt aber ein stärkeres Gesetz, dem sich auch der kosmische Bestellservice unterzuordnen hat: Das Gesetz der Polarität. Das sorgt dafür, dass unsere Wünsche nicht immer in Erfüllung gehen und auch dieser bequeme Effekt, sein Leben kraft eines Wunschzettels zu verändern, verpufft. Der bessere Weg ist der, sich bewusst zu sein, warum ich überhaupt auf dieser Erde bin, was ich lernen möchte und worauf es wirklich ankommt. Es gilt, einer höheren Ordnung zu folgen als der, die uns durch die Werbung oder unseren Alltag suggeriert wird.

Innerlich Ordnung schaffen

Es ist zu bequem, einfach nur festzustellen, dass die Welt kräftig in Unordnung geraten ist und an den Missständen rumzunörgeln. Vielmehr ist das Ziel dieser innerlichen Gemengelage, in seinem Inneren Ordnung zu schaffen. Wenn das alle machen, dann kommt die Ordnung im Außen ganz automatisch – auch in die Welt. Es ist eine gemeinschaftliche Aufgabestellung – die natürlich jeder auch für sich selbst leisten muss. Jede äußere Unordnung ist ein Spiegel unseres Seelenzustandes. Wenn wir das erkannt haben, dann können wir unseren Widerstand aufgeben und uns der göttlichen Ordnung anvertrauen.

Das Universum ist kein Chaos, sondern ein Kosmos. Dieses Wort bedeutet übersetzt Ordnung. Wenn wir diese Ordnung so begreifen, dass sie uns Halt gibt und wir an ihr wachsen können, indem wir über uns und das Leben lernen, dann bleiben „Katastrophen“ künftig aus. In dem Wort Katastrophe liegt bereits die Lösung, denn es bedeutet „Umkehrpunkt“. Wir dürfen also wahrnehmen, was die Wirklichkeit von uns fordert, und akzeptieren, dass es nicht darum geht, unseren kurzlebigen Wünschen nachzujagen, sondern unserem Seelenplan.

Von Level zu Level

Haben wir das verinnerlicht und lernen von unseren Herausforderungen, statt uns dagegen zu wehren, wird das Leben milder. Das Lernen führt uns von Level zu Level. Haben wir eine Aufgabe verinnerlicht und verstanden, dürfen wir uns der nächsten widmen. Wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass es letztendlich darum geht uns als geistiges Wesen immer „besser“ werden zu lassen, dann ist der Widerstand schon fast gebrochen.

Wir befinden uns gewissermaßen unser ganzes Leben in einer Art Sterbeprozess, denn wir dürfen immer wieder die unterschiedlichsten Dinge loslassen und uns selbst als Wesen „häuten“. Denn: Nur leere Hände können nach dem Neuen greifen. Wenn wir versuchen mit Macht und Kontrolle die schwindenden Fäden unseres Lebens in der Hand zu behalten, landen wir nicht selten in seelischen Verstrickungen, die uns nicht guttun.

Der Frühling ist bereits da!

Wenn uns in diesen Tagen der Novemberwind um die Nase weht und die Blätter von den Bäumen pustet, dann spätestens sollte uns klar sein: In der maroden Stimmung dieser dunklen Tage ist der Frühling bereits angelegt. Genauer gesagt ist er bereits da – als Idee. Damit haben wir das identifiziert, was die physische Existenz überdauern wird: Das Geistige. Die Idee unseres Lebens ist die, zu lernen, die Freiheit zu ergreifen. Die haben wir nämlich immer zur Verfügung.

Jeden Tag dürfen wir überprüfen, ob unser Denken, Fühlen und Wollen noch dem entspricht, weshalb wir in diesem Leben angetreten sind. Damit wir uns in diesen Fragen des Lebens nicht zu sehr verbeißen, gibt es das Tierkreiszeichen des Stiers, das im Radix auf der gegenüberliegenden Seite des Skorpions liegt. Dieser Frühlingsbote zwinkert uns in dieser dunklen Zeit zu und flüstert aus dem nächsten Laubhaufen: Ein bisschen Genuss, Freude und Entspannung macht diese Erkenntnisse einfacher.

Wenn du bei dem geforderten Weg zu deinem wahren Selbst auch im Frühling auf keinen grünen Zweig kommst oder jetzt schon Klarheit darüber haben möchtest, kann ich dich mit einem professionellen Blick in dein Geburtshoroskop dabei unterstützen. Für heute wünsche ich Dir, dass du dem November seine schönen Seiten abringen kannst. Wenn du offen bist für das Schöne, dann siehst du sie auch bei einem Spaziergang durch nasses Herbstlauf, wenn die Regentropfen kess von den kahlen Ästen in deinen Kragen tropfen.

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Mein Freund, der Tod

Mein Freund, der Tod

Das Leben ist eine runde Sache

Er ist ein dunkler Monat, der November. Ich habe ihn eigentlich immer gemocht, denn früher, als Kinder haben wir Kastanien gesammelt, Martins-Laternen gebastelt und Mitte November fing meine Oma immer an, Weihnachtsplätzchen zu backen. Gemütlich war es, es gab warmen Kakao, von dem mir zwar immer schlecht wurde, den ich aber trotzdem trank, weil ich wusste, dass er mit Liebe gemacht wurde. Die Zeit schien etwas langsamer zu vergehen und ich fieberte dem 1. Advent entgegen, weil dann alles endlich hübsch geschmückt wurde. Diese scheinbare Idylle wurde immer nur getrübt durch die lästigen Friedhofsbesuche, bei denen man als Kind traurig gucken musste, obwohl ich zu diesem Blumenbeet, vor dem alle bedrückt standen und still beteten, so gar keinen Bezug hatte.

Der Tod hat für mich keinen Schrecken

Die Menschen, die dort vor vielen Jahren begraben wurden, kannte ich nicht und als dort dann später Oma und Opa gedacht wurde, habe ich zwar keine Kastanienmännchen mehr gebastelt, wesentlich anders ging es mir trotzdem nicht. Schließlich hatte und habe ich sie auch in den anderen Jahreszeiten tief in meinem Herzen und das sehr lebendig. Komischerweise hatte der Tod für mich nie diesen Schrecken, wie für andere Menschen. Ich habe ihn, wenn ich mit ihm in Berührung gekommen bin, eigentlich als einen Segen empfunden und erlebte ihn, als ich meinen Vater beim Sterben begleitete, sogar als Geschenk. Natürlich für meinen Vater aber auch für mich, weil ich beobachten durfte, wie er Zug um Zug das Leben ausatmete. Ich durfte lernen, wie stark das Leben ist und wie weise die Schöpfung, auch wenn wir vieles im Grunde genommen überhaupt nicht verstehen.

Wenn ich etwas in diesem Zusammenhang beklemmend finde, dann dass so viele erst viel zu spät begreifen, was sie hätten leben wollen. Die Angst vor dem Tod verhindert viel Leben. Stirbt ein Mensch sehr früh, bedauern die Angehörigen das ungelebte Leben, stirbt der Mensch spät, sind es die Sterbenden selbst, die nicht selten bereuen, zu wenig aus ihrem Leben gemacht zu haben.

“Hier stimmt was nicht”

Das Leben nach dem Tod hat mich von Anfang an beschäftigt. Im Studium habe ich mich mit dem Thema aus der Perspektive der christlichen Kirche auseinandergesetzt, ich habe die großen Philosophen dazu studiert und dachte stets: Hier stimmt was nicht, hier fehlt was. Die Finsternis, die mit dem Tod verbunden wird, konnte und kann ich nicht nachvollziehen. Das Fegefeuer als angstmachendes Schreckensszenario kam mir nicht echt vor. Viele Jahre dachte ich, dass ich deshalb, irgendwie eine Schraube locker hätte und habe das Thema versucht zu verdrängen. Erfolglos, wie man spätestens jetzt durch diesen Podcast weiß. Da die Zeit des Skorpions in diesen Tagen und das bis zum 21. November aktiv ist, möchte ich meine Sicht auf dieses Thema mit Euch teilen. Denn das Tierkreiszeichen des Skorpions lädt uns ein, uns mit dem Tod und dem Sterben auseinander zu setzen.

Der Tod ist keine Bestrafung

Der Tod ist in das menschliche Leben getreten, in dem Moment, als Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis naschten. Das als eine Art Bestrafung zu deklarieren, wäre der falsche Ansatz. Vielmehr ist es doch so, dass wir dadurch die Möglichkeit errungen haben, sinnlich-physisch Erkenntnisprozesse auf dieser Erde zu durchlaufen, die irgendwann – mal früher und mal später beendet sind. Wir haben die Freiheit von den Göttern mitbekommen, um uns hier unten auf der Erde mit Erkenntnissen anzureichern, die uns bei unserer Weiterentwicklung als Mensch weiterhelfen. Da wir diese in der geistigen Welt nicht erringen können, inkarnieren wir uns auf der Erde. Wozu das Ganze, wenn es nach dem Tod nicht zu etwas brauchbarem transformiert werden kann? Das habe ich mich so lange gefragt, bis Rudolf Steiner in mein Leben getreten ist, der diesen blinden Fleck endlich für mich klärte und mir einen wunderbaren Blick auf das gesamte Panorama des Seins offenbarte.

Teil der geistigen Welt

Er machte mir zwei Faktoren bewusst: Einmal, dass der Mensch neben einem Körper und einer Seele auch einen Geist hat. Wir sagen dazu auch höheres Selbst, oder Ich. Mit diesem Geist sind wir Teil der sogenannten geistigen Welt. Alle Geister zusammen bilden den Weltengeist, der auch „heiliger Geist“ genannt wird oder Logos. Den Geist unterschlagen die Kirchen gern ihren Schäfchen, denn er würde ihnen das Bewusstsein geben, dass sie mit ihrem Geist auch göttliche Schöpferkraft in sich vereinen. Gepaart mit der Freiheit sind wir mit diesem Bewusstsein nicht mehr so „klein“ und gefügig zu halten, weshalb diese Geheimniskrämerei aus Sicht der Kirche Sinn macht. Die Kirche betont die Seele, aber nicht, dass diese neben den sinnlich-physischen Eindrücken auch von den geistigen Impulsen belebt wird. Der Ablasshandel, auf dem das Vermögen der Kirche im Wesentlichen beruht, wäre nicht denkbar gewesen, wenn das die Menschen gewusst hätten. Noch heute spenden die Menschen gern für sich und ihre Angehörigen, damit es im Jenseits unter den Füßen nicht so heiß wird.

Reinkarnation ist keine schräge Idee

Zum anderen haben Steiners Bücher und sein Vortragswerk mir vermittelt, dass der Reinkarnationsgedanke nicht nur eine schräge Idee von „esoterischen Spinnern“ ist, sondern das eigentliche Lebenskonzept. Seitdem gehe ich noch entspannter und doch voller Achtung mit diesem großen und für viele beklemmenden Thema Tod um. Das Leben endet mit dem Tod nicht, wir wechseln lediglich die Ebene. So wie wir mit der Geburt in das irdische Leben geboren werden, werden wir mit dem Tod in das Geistige „hineingeboren“. Der Kreislauf des Lebens ist also eine runde Sache. Nur das Leben auf der Erde zu betrachten, kann nie mehr sein als eine halbe.

Angst vor dem Sterben

Warum haben die Menschen vor dem Tod soviel Angst? Da ist zunächst einmal ein Leben, was zu Ende geht. Fragt man die Menschen, ob sie Angst vor dem Tod haben, dann sagen die meisten: Vor dem Tod nicht, aber vor dem Sterben. In der Tat sterben die einen leichter und andere tun sich damit sehr schwer. Zahlreiche Geistliche, aber auch Mitarbeiter von Hospizen haben beobachtet: Menschen, die an einen Gott, an ein Leben nach dem Tod, an eine höhere Führung glauben, tun sich mit dem Sterben leichter. Menschen sterben, aber auch Tiere tun das, denn beide haben nicht nur Lebenskraft (Ätherleib), sondern auch eine seelische Gefühlswelt (Astralleib). Pflanzen und Mineralien sterben nicht im eigentlichen Sinne. Sie unterliegen einem Zerstörungsprozess. Das Sterben möchte ich heute aber nicht weiter vertiefen.

Der Tod, der heute mein Thema sein will, bedeutet Ausgang. Nun wissen wir aus Erfahrung. Benutzen wir einen Ausgang, kommen wir von einem Raum in einen anderen oder von einem Gebäude ins Freie oder, oder, oder. Kurz: Wir wechseln die Location. Wir kommen von einem Lebensraum, dem irdischen, in den nächsten, den geistigen. Wir tun das aber natürlich nur teilweise. Wie wir alle wissen, bleibt unser Körper hier auf der Erde. Mit dem Tod erhebt sich die Seele aus dem Körper und tritt ihre Reise in die geistige Welt an, wo sie sich gewissermaßen mit dem Geist wiedervereint.

Das Ich und der Tod

Das Ich-Bewusstsein, der Geist, ist beim Menschen die eigentliche Ursache des Todes. Denn das Ich stößt sich fortwährend am physischen Leib, der seine Wirkungskräfte beschränkt und wird sich dadurch seiner selbst bewusst. Dadurch zerstört das Ich zugleich die Leiblichkeit, denn es strebt danach, eines Tages wieder frei zu sein, von den körperlichen Einschränkungen.

Umgekehrt ist der Tod die notwendige Voraussetzung dafür, dass der Mensch überhaupt das Ich-Bewusstsein entwickeln kann. Denn mit dem Eintritt in das irdische Leben spaltet sich das Ich in Subjekt und Objekt, während es in der geistigen Welt eine Einheit bildet. Dort gibt es diese Trennung nicht. Durch die Subjekt-Objekt-Spaltung sieht sich der Mensch als individuelles selbstbestimmtes Subjekt mit seiner seelischen Innenwelt den Objekten der Außenwelt gegenübergestellt, worauf sich das heutige Gegenstandsbewusstsein gründet.

Die Polarität ist auch ein Segen

Es reicht nicht, Begriffe nur abstrakt zu bilden und mit Inhalt anzureichern. Sie müssen auch erlebbar und damit erfahrbar werden. Um zu erkennen, was „groß“ ist, muss man erleben, was „klein“ ist. Die Polarität ist nicht nur ein Fluch, durch die wir um Balance ringen müssen, sondern auch ein Segen, weil sie erlebbar macht, wer wir sind. Wir lernen, wer wir sind durch die Begegnung mit demjenigen, was wir nicht sind. Begegnen wir dem Tod, verstehen wir, was Leben ist. Fürchten die Menschen den Tod, weil sie erkennen, wie wenig sie im Grunde leben? Weil tief in ihrem Inneren die Erinnerung schlummert, wer und was sie eigentlich sind? Ist diese Angst nicht die Reaktion auf das Unbehagen, wenn sie sich bewusst werden, was sie aus diesem Leben gemacht haben, wie sie ihre Schöpferkraft nutzten?

Interviewt man Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, die also einen kurzen Blick in die geistige Welt erhaschen konnten, erzählen sehr viele von ihnen, dass sie durch dieses Erlebnis eine radikale Veränderung in ihrem Leben erfahren haben. Die meisten haben ihr bisheriges Leben komplett gewandelt, denn die Weite, das Lichte und das Liebevolle, das sie dort erleben durften, hat sie verändert, transformiert. Fragt man Menschen, die auf dem Weg der Kontemplation Zugang zur geistigen Welt haben, berichten sie von ähnlichen Erlebnissen.

Ein Teil der ewigen Liebe

In der Bibel wird von der ewigen Liebe gesprochen, von der wir ein Teil sein, und die das Schlusswort, das Amen allen Seins ist. Von verängstigenden Fegefeuern berichtet keiner außer jenen, die mit diesen Bildern Macht erhalten und den eigenen Reichtum begründen. Das wäre auch völlig unlogisch, denn welchen Sinn würde es machen, wenn die Quelle allen Seins, Gott oder anders gesagt, die Liebe, uns für einen Lernprozess bestrafen, auf dem wir zwangsäugig auch Fehler machen? Also alles gut, wenn wir den Tod hinter uns haben? Ja, aber.

Denn aus unserem Leben, aus dem woran wir gescheitert sind und dem, was wir gemeistert haben, können wir nur lernen, wenn wir uns auf einer anderen Seins-Ebene auch ein Bewusstsein darüber verschaffen. Das bilden wir nach dem Tod, so beschreiben es viele große Denker, durch den Läuterungsprozess, durch das Kamaloka, wie Steiner diese Phase nach dem Tod nennt. In ihr wird unsere erlebte Außenwelt unsere Innenwelt und umgekehrt.

Geistige Begleiter

Unser Inneres erfahren wir also im Außen. Mag sein, dass bei diesem Erkenntnisprozess der ein oder andere erschrecken mag. Doch diesen vielleicht rauen und steinigen Erkenntnisweg gehen wir nicht allein, sondern erleben ihn mit unseren geistigen Begleitern: Engeln, unserer geistigen Familie und anderen Wesen, die mit uns verbunden sind. Unser Ziel ist, geistig zu verinnerlichen, was sinnlich-physisch für uns auf der Erde erlebbar wurde. Wir wachsen, reifen und entwickeln uns und können nach dem Kamaloka entscheiden, ob wir diesen Lernprozess auf der Erde durch ein weiteres Leben fortsetzen.

“Stirb und Werde”

In der Astrologie werden all diese Themen durch Pluto repräsentiert, der das Tierkreiszeichen Skorpion beherrscht. „Stirb und Werde“ ist seine große Überschrift. Er ruft uns auf, das auf der Erde zu tun und macht uns durch seine Botschaft bewusst: Auch auf der Erde haben wir den Tod immer auf unserer Seite, denn nur durch ihn kann Wandel und Entwicklung entstehen. Sichtbar erleben wir das, wenn im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen. In den Ästen ist in diesem Moment der Frühling bereits angelegt. Jedem Neubeginn im Leben ist ein Sterben auf einer bestimmten Ebene vorausgegangen.

Der Tod ist nicht das Ende

Wir nennen das nur nie so dramatisch, sondern reden von Krisen, Problemen, Veränderungen, „Keinen Bock mehr“ und so weiter. Wir erleben das aber auch jede Nacht, wenn wir schlafen, denn dann ist unser Bewusstsein auch nicht in dieser Welt, sondern zu Hause, in der geistigen. So wie wir darauf vertrauen, dass wir morgens wieder wachwerden, dürfen wir vertrauen, dass der Tod nicht das Ende ist, denn das ist das Einschlafen auch nicht. Jeder kommt wieder. Es sei denn sein Geist ist so weit entwickelt, dass er das nicht mehr muss. Ich kenne niemanden, bei dem ich das annehmen kann. Das gibt mir das gute Gefühl: Ich sehe euch alle wieder. Und das erfüllt mich mit Freude, denn wir sind alle auf dem gleichen Weg.

Wir sollten lernen, den Tod als Freund zu sehen, der uns bewusst machen will: Das Leben? Lebt es lebendig, neugierig und tatkräftig, genießt es und freut auch daran und miteinander. Gestaltet es mit Phantasie, verantwortungsbewusst und mit dem Wissen: Im Grunde sind wir alle nichts anderes als Kinder der Liebe.

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Loslassen

Loslassen ist das Thema dieses Beitrags.

Loslassen, was uns bremst und unser Denken korrigieren

Fragt man Menschen, die im Sterben liegen, was sie in ihrem Leben am meisten bereuen, dann fallen die Antworten manchmal ganz schön erschütternd aus. Denn sie bereuen dann nicht nur das vermeidlich Böse, das sie getan haben, sondern viel mehr das Gute, was sie unterließen zu tun. Sie haben – aus welchen Gründen auch immer – auf persönliche Entwicklung verzichtet und empfinden das am Ende ihres irdischen Lebens als bedauernswerten Verlust. Daraus können wir, die im Leben stehen, lernen und entsprechend handeln. Du wirst ahnen: Das Loslassen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Jeder Mensch ist nicht ohne Grund auf dieser Erde. Er hat sich eine Aufgabe vorgenommen. Das zeigt auch sein Geburtshoroskop. An dem wird deutlich, was sich eine Seele in diesem Leben vorgenommen hat, um zu wachsen und zu reifen. Das muss nicht immer etwas Großes oder Bedeutsames sein, es kann auch etwas sein, was viele gar nicht bemerken. Erfüllen wir unsere Lebensaufgabe, dann sind auch wir selbst erfüllt. Vielfach ist es aber so, dass Lebenssituationen oder Entscheidungen, die wir treffen, uns davon abhalten, unserer Lebensaufgabe nachzugehen. Wir merken das an einem gewissen Grad Unzufriedenheit und daran, dass wir scheinbar immer und immer wieder mit den gleichen Problemen konfrontiert werden. Hilfreich wäre  an dieser Stelle, bewusst die eigene Lebenssituation zu überprüfen. Wir müssen uns auf zu neuen Ufern machen. Um Neuen jedoch zulassen zu können, müssen wir das loslassen, was uns blockiert, ausbremst oder sich schlichtweg überlebt hat.

Ziele, die uns tragen

Wir können uns fragen: Wo stehe ich im Leben? Wovon träume ich? Wonach sehne ich mich? Damit sind keine materiellen Güter gemeint, sondern höhere Ziele, die uns innere Erfüllung schenken, Ziele, die uns tragen. Welche Ideale hast du bislang gebildet? Erkennst du sie in deinem Leben wieder? Mir fällt dazu eine nette Anekdote mit meinem alten Vater ein. Ich fragte ihn kurz vor seinem Tod nach seinen Idealen. Er antwortete mit leuchtenden Augen: „Ein richtig dicker Mercedes!“. Von einem solchen Auto hatte er zuletzt viel geschwärmt – immer mit dem Bemühen, sich von seiner inneren Leere, die er durch verpasste Gelegenheiten hatte, abzulenken. Das konnte er auch zugeben, denn das war Thema vieler unserer Gespräche. Dennoch vergesse ich nie sein tonloses Lachen als er hochgradig amüsiert in mein offensichtlich entsetztes Gesicht geschaut hat.

Ein roter Faden

Schauen wir zurück in unserem Leben, dann können wir feststellen, dass es einen roten Faden gibt, der sich durch alles, was wir erlebt haben hindurchzieht. Wir können uns fragen:

  • ♦ Mit welchen Situationen werde ich immer wieder konfrontiert?
  • ♦ Welche Fragen habe ich immer noch nicht beantworten können?
  • ♦ Auf welchem Gebiet habe ich am meisten Erfolg?
  • ♦ Welche Gefühle sind am dominantesten?
  • ♦ Was befürchte ich?
  • ♦ Was wünsche ich mir?

Du wirst beim Beantworten dieser Fragen feststellen, dass dort ungelöste Probleme immer wieder auftauchen. Gelingt es dir, diese zu wandeln, zu lösen, dann hast du eine Lebensaufgabe verstanden und bist gewissermaßen im nächsten Level. Setzt du dich mit diesen Fragen auseinander, beschäftigst du dich mit dem Sinn deines Lebens.

Ballast einfach loslassen

Vielleicht hast du bereits erkannt, dass innere Ausgeglichenheit nicht an äußeren Dingen hängt, sondern das diese Dinge nur schmückendes Beiwerk sind. Sehr viele haben das noch nicht erkannt und strampeln sich ziemlich ab, um Geld anzuhäufen, Wohlstandsgüter zu kaufen, wie z.B. Häuser, Autos oder Schmuck. Kommen diese Menschen ans Ende ihres Lebens, dann wird die Erkenntnis bitter: Nichts davon können sie mitnehmen. Oft genug werden diese Dinge im Alter eine große Last, die nicht trägt, sondern erdrückt. Daher ist es nie zu früh, seine Prioritäten zu überdenken und zu klären, welche Werte tatsächlich wesentlich sind und wo der persönliche Sinn unter all den äußeren Reichtümern vergraben liegt. Es ist auch nie zu spät, damit anzufangen, über diese Dinge nachzudenken, denn wie heißt es so schön: Besser spät als nie. Auch hoer gilt: Loslassen ist der Schlüssel zum Glück.

Hierbei hilft vielleicht das Bild von einem Bergsteiger, der nach stundenlangem, mühsamem Aufstieg entdecken muss, dass er den falschen Weg eingeschlagen hat. Dieser hätte ihn zu einem gefährlichen Abgrund geführt. Er wird umkehren, und zwar genau in dem Moment, wo er das erkannt hat. Er kann sein Vorhaben aiufgeben und loslassen. Er wird das gerne tun, denn er weiß, diese Erkenntnis hat ihm das Leben gerettet. Dabei nimmt er entspannt in Kauf, dass dieser Rückweg vielleicht steinig, uneben und mühsam ist.

Jede Menge Ballast, den wir herumtragen

Dabei fällt diesem Bergsteiger vielleicht auch auf, dass er nicht nur den falschen Weg eingeschlagen, sondern auch jede Menge Ballast mit sich herumgetragen hat, der eigentlich nicht gebraucht wird. Frage dich:

  • ♦ Welche Dinge in deinem Leben sind eigentlich eher unnütz?
  • ♦ Wieviel Nerven hat es dich gekostet, das zu erreichen, was jetzt gar nicht mehr wichtig ist?
  • ♦ Wieviel Geduld, Geld und Kraft hast du in Sachen investiert, die dich unterm Strich nicht zufriedener gemacht haben, sondern im Grunde belasteten?

Das Gute an einer solchen Erkenntnis ist: All das, was dir in diesem Zusammenhang in den Sinn gekommen ist, kannst du einfach loslassen. Dabei hilft es, wenn wir uns nicht nur kennen, sondern auch erkennen. Dabei spielt Disziplin eine wesentliche Rolle, die bereits im Kopf, bei den Gedanken, anfängt. Denn nichts ist in dein Leben getreten, was du vorher nicht bereits gedacht hast – bewusst oder unbewusst.

Du bist, was du denkst.

Buddha

Es lohnt sich, in einer stillen Stunde einmal darüber nachzudenken, welche Vorstellungen du von deinem Leben vor zehn Jahren hattest oder vor fünf oder vor einem Jahr.

  • ♦ Welche Träume hast du realisieren können?
  • ♦ Wie stellst du dir heute deine Zukunft vor?
  • ♦ Welche Rolle spielt der Zweifel in deinen Gedanken – damals wie heute?
  • ♦ Welchen Ballast kannst du identifizieren, der zwischen dir und deinen Träumen steht?
  • ♦ Wer oder was steht dir im Weg?

Wenn du möchtest, dann schreibe einfach mal auf, was dich alles belastet. Setze dir dabei keine inneren Grenzen, sondern sei ehrlich. Du kannst diese Liste pflegen und Dinge streichen oder hinzufügen. Wahrscheinlich wirst du staunen, wie lang sie ist.

Der Anfang des Loslassens findet im Kopf statt

Wie kanm man all diese Dinge loslassen?? Der Anfang findet im Kopf statt und damit, dass du den Gedanken zulässt, dass jeder Augenblick in deinem Leben eine Gelegenheit dazu ist. Das eigentliche Loslassen kann man mit einem gründlichen Hausputz vergleichen, bei dem wir ordentlich ausmisten. Durchstöbere deine Gedankenmuster und mache dir bewusst, wie du denkst, wie du bewertest oder was du befürchtest, und so weiter. Wenn dir das hilft, dann schreibe auch diese Gedankenmuster auf und ersetze sie mit solchen, die sich für dich besser anfühlen, die leichter sind und dich nicht einengen.

Bleibe dabei geduldig mit dir selbst, denn einen Gedankentrott wirst du nicht von heute auf morgen ändern können. Hier ist wieder Disziplin erforderlich und ein Bewusstsein, was und wie du denkst. Vielleicht hilft es dir, die Gedanken die du dir gemacht hast nach konstruktiven und destruktiven zu sortieren. Ein destruktiver Gedanke ist zum Beispiel: ‘Mist, ist das Wetter schlecht.’ Die konstruktive Variante wäre: ‘Oh prima, heute habe ich Zeit zum Lesen, Musikhören, Backen, aufräumen’ und, und, und…

Nicht das Negative betonen

Alles hat zwei Seiten. Versuche die helle Seite zu bestimmen, denn wir neigen vielfach dazu, das Negative zu betonen. Vielleicht gelingt es dir dann, negative Sätze zu vermeiden, wie zum Beispiel: Das Wetter hat mich davon abgehalten, etwas zu tun. Denn ein solches Denken zeugt von einer passiven Lebenshaltung – Niemand kann gezwungen werden, schon gar nicht vom Wetter, es sei denn er will gezwungen werden. An dieser Stelle sollte klar sein, dass ich damit nicht meine, dass man in einer Lawine oder mitten in einem Tsunami nicht bezwungen werden kann. Ich rede von mäßigen Witterungsbedingungen wie Regen, Schnee, Wind oder 35 Grad Sommerhitze.

Es geht darum, zu verdeutlichen, dass man sich bewusst machen sollte, wenn „Umstände“ oder Menschen unsere Lebensgestaltung und Entscheidungen bestimmen oder gar beherrschen. Übernimm wieder die Zügel in deinem Leben und die Verantwortung! Wer griesgrämig jammert und die Missstände in den Vordergrund stellt, kann nicht erwarten, dass die Zukunft rosig wird. Loslassen dürfen wir also negative Gedankenmuster, eine passive Lebenshaltung und ein gedankliches Herumstochern in den Hinderungsgründen für Wandel. 

Reden UND was sagen

Nicht nur unser Denken sollten wir uns bewusst machen, sondern auch unser Reden. Es gibt Menschen, die sehr viel reden, ohne wirklich etwas zu sagen! Hier hilft es sich immer wieder zu verinnerlichen: Was habe ich heute gesagt und was davon war wirklich gehaltvoll? Ziel ist es, etwas auszusagen, wenn du redest. Loslassen dürfen wir auch unsere Erwartungen. Auch hier ist viel Potenzial, einmal gründlich auszumisten, denn wir folgen oft blind den Erwartungen anderer oder – noch schlimmer – entscheiden uns für eine Lebensweise, weil wir glauben, dass man das von uns so erwartet.

Das Leben liebt unkonventionelle Lösungen

Erwartungen blockieren das Leben, denn sie verhindern den freien Blick auf unsere Möglichkeiten, Chancen und Potenziale. Das Leben liebt unkonventionelle Lösungen. Sind wir offen dafür und nicht durch falsche Erwartungen in unserer Wahrnehmung blockiert, sehen wir sie auch. Lasse also auch deine Erwartungen los und sei wieder neugierig darauf, was das Leben für Lösungen und Angebote präsentiert. Zu dem Thema Angst und ihre blockierende Wirkung habe ich einen eigenen Podcast aufgenommen. Ich stelle ihn unter diesen Beitrag. Auch unnötige Urteile und Vorurteile sind Gift für unsere Seele, denn sie bremsen uns darin, bei uns selbst zu bleiben und uns zu entwickelt.

In jedem Problem steckt die Lösung

Damit wären wir bei dem spannenden Thema „Probleme“. Was sind Probleme überhaupt? Im Grunde ist ein Problem nur dann eines, wenn du es dazu machst. Sobald es dir gelingt, deine Situation so anzunehmen, wie sie ist, dann löst sich das Problem sofort auf. Mache dir bewusst, dass in jedem Problem immer auch bereits die Lösung steckt. Konzentrierst du dich auf das Problem, kannst du die Lösung nicht sehen. Es gibt größere und es gibt kleinere Probleme, die nichts anderes sind als eine Einladung unseres Lebens, uns zu wandeln. Wir bekommen ein Stop oder ein Hindernis, weil unser Weg ein anderer werden soll. Diesen finden wir nicht, wenn wir vor einem sogenannten Problem wie ein Kaninchen vor der Schlage ängstlich stehenbleiben.

Schaue auch auf dein Ego! Welchen Anteil deiner Bedenken und Ängste kommen von ihm? Unser Ego mag es gemütlich, sorgenfrei und unproblematisch. Wird es vor Herausforderungen gestellt, wird seine Komfortzone bedroht. Das kann ihm nicht gefallen. Komfortabel ist für das Ego alles Überschaubare, alles, was bekannt ist. Es mag lieber im vertrauen Problem verharren als den Wandel. Es sitzt lieber in einem Haufen Mist, weil es da schön warm ist und kuschelig, als diesen zu verlassen. Dort draußen könnte es ja kalt und ungemütlich sein. Wenn du dir die Gegenwart mit negativen Gedanken schwermachst, dann kann die Zukunft nicht besser werden. Wenn du nicht bereit bist, deinen Status quo aufzugeben, dann wird sich nichts verändern.

Viele Gelegenheiten zum Loslassen

Sobald du Probleme als etwas betrachtest, was dich als Seele (nicht als Ego!) weiterbringt, dann kannst du sie sportlicher annehmen. Nichts geschieht, für das wir nicht selbst die Ursache gesetzt haben. Bewusst oder unbewusst. Krankheit, Jobverlust, Angst oder Unfälle geschehen, damit wir an uns arbeiten können. Ich weiß, es ist schwer, das zu verstehen und noch schwerer, das anzunehmen. Auch mein Leben bot und bietet viele Gelegenheiten loszulassen, innerlich zu wachsen, Hindernisse auszuräumen oder zu umschiffen. Mir hat die Astrologie geholfen, zu verstehen, warum ich vor Herausforderungen gestellt werde, was der eigentliche Zweck ist – im Sinne des Lernens. Ich finde einen Blick in mein Horoskop unglaublich bereichernd, denn ich verstehe, was ich lernen möchte, was das Ziel ist und welche Stationen ich auf diesem Weg erreicht habe. Astrologie ist eine unglaublich effiziente Methode der Bewusstwerdung. Sie hat mich so begeistert, dass ich diese Erkenntnisse auf ein professionelles Fundament gestellt habe, um es an Menschen wie dich weiterzugeben. Wenn Du Bedenken hast oder Vorurteile – ganz einfach: Lasse sie los und beginne eine spannende Reise zu dir selbst. Wenn du möchtest, begleite ich dich dabei ein Stück. 

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Die zwölf Weltanschauungen

Zwölf Weltanschauungen

Einseitigkeit ist der größte Feind
aller Weltanschauungen

Wie siehst Du die Welt? Nur mit Deinen Sinnen oder erkennst du in allem auch den Geist? Findest Du in der Welt das Sinnvolle oder nur das, was man Kraft nennt? Ich bin ehrlich, so klar kann ich das für mich gar nicht beantworten, denn meine Sicht auf die Welt hängt immer auch von der Brille ab, die ich im übertragenen Sinne in diesem Moment aufsetze. Das scheint problematisch zu sein. Denn mit ist noch etwas anderes aufgefallen: Schaue ich mich speziell in diesen Tagen in der Welt um, dann frage ich mich: Wo liegt die Wurzel der schier unzähligen Missverständnisse zwischen den Menschen?

Auffallend ist, dass irgendwie jeder – so war jedenfalls mein Eindruck – eine andere Weltanschauung zu haben scheint. Der eine glaubt dies, der andere das und alle sind davon überzeugt, dass ihre Version des Verständnisses von der Welt die richtige ist. Dabei haben die Menschen oftmals gute Gründe, wenn sie uns mit dem Brustton der Überzeugung ihre Version vom Leben schmackhaft machen wollen oder vehement erklären. Sie haben damit bisweilen sogar Erfolg und schaffen sich einen Kreis von Anhängern, die sich mit dem, was sie der Welt zu sagen haben, identifizieren. Und so bilden sich viele Gruppen, die sich gegenseitig überzeugen wollen. Mit Karma hat das übrigens nichts zu tun, denn Karma erkennt die heutige äußere Weltanschauung nicht an. Karma ist von anderen Dingen abhängig als davon, dass man jemanden mit tiefster Überzeugung an den Lippen hängt oder andere von seiner Sicht auf die Welt zu überzeugen versucht.

Jeder verkündet seine eigene Weltanschauung

Man kann verrückt werden nur allein bei diesem so stark polarisierenden Thema wie Corona. Ob das nun „Zeugen Coronas“ sind oder „Covidioten“ – jeder verkündet seine Überzeugungen, als habe er die Weisheit mit Löffeln gefressen. Das ist aber nur ein Beispiel von vielen. Ich erlebe dieses Dilemma sehr oft, sogar in der eigenen Familie, weil es mir nicht zu gelingen scheint, mich mit meiner Sicht auf die Welt verständlich zu machen. Ich wollte wissen, warum. Hilfe fand ich für die Beantwortung meiner Fragen einmal mehr bei Rudolf Steiner, der auf eine wundervolle Art und Weise die Lösung präsentiert hat. Es gibt nämlich nicht nur eine oder unzählig viele, sonders es gibt im Wesentlichen zwölf verschiedenen Weltanschauungen. Dieses Aha-Erlebnis möchte ich gern mit Euch teilen und habe Rudis Gedanken in eine moderne Lesart gelupft. Die Quellenangabe zu dem Original findet Ihr unter diesem Beitrag.

Menschen begreifen das eine, aber nicht das andere

Die Menschen sind im Allgemeinen nicht geneigt, wenn sie etwas verstanden und verinnerlicht haben, auch noch das andere zu begreifen. Das Problem dabei ist, dass der Mensch – sobald es für einen Bereich keine allgemeingültigen Begriffe gibt – nur das verankert, was er verstanden hat. Das, was ein einzelner Mensch in einem bestimmten Kontext erkannt hat, verallgemeinert er dann gern und überträgt sein errungenes Verständnis auf die ganze Welt und alles, was er dort vorfindet. Für das Gebiet, das der Betreffende angeschaut hat, mag das sogar richtig sein. Falsch ist es jedoch, zu verallgemeinern. Denn die Wahrheit eines Gedankens auf einem speziellen Gebiet sagt noch lange nichts über die allgemeine Gültigkeit eines Gedankens aus.

Einseitigkeit ist die Ursache von Konflikten

Damit haben wir eine wesentliche Ursache für die vielen Missverständnisse und Konflikte: Einseitigkeit. Sie ist der größte Feind aller Weltanschauungen, daher sollten wir den Charakter von Weltanschauungen kennen, um sie verstehen zu können. Dann gelingt es uns leichter, tolerant zu sein, denn wir haben verstanden: Die Welt meines Gegenübers ist so, weil er sie so sieht, ich sehe sie eben anders. Das Verständnis entlässt uns aus der inneren Notwendigkeit, ein Urteil zu bilden und damit halte ich das Potenzial für unnötige Konflikte klein. Was urteile anrichten können, habe ich in dem Podcast über die Waage-Zeit aufgearbeitet. Wenn Du Dir den auch anhören möchtest, freut mich das- Ich stelle diesen unter den Beitrag.

Es gibt Menschen, die den Weg in eine geistige Welt partout nicht finden. Es wird schwer werden, solchen Menschen das Geistige zu beweisen oder sie dafür zu gewinnen. Sie verharren auf ihrem Standpunkt und orientieren sich dabei konsequent nur am Materiellen. Sie sind Materialisten und ihre Weltanschauung ist der Materialismus. Das ist nichts schlechtes, denn es ist sehr viel außergewöhnliches Wissen auf dem Gebiet erdacht und dokumentiert worden. Der Materialist fokussiert eben das materielle Gebiet des Lebens. Für ihn ist nur die Welt des Materiellen und die entsprechenden Gesetze gültig.

Alles Materielle ist eine Maja?

Im Gegensatz dazu kann es Menschen geben, die dazu veranlagt sind, in allem Materiellen nur die Offenbarung des Geistigen zu sehen. Sie wissen natürlich, so gut wie die Materialisten, dass äußerlich Materielles vorhanden ist; aber sie sagen: Das Materielle ist nur die Offenbarung, die Manifestation des zugrunde liegenden Geistigen. Solche Menschen interessieren sich vielleicht nicht besonders für die materielle Welt und ihre Gesetze. Sie haben das Bewusstsein: Das Wahre, das Hohe, das, womit man sich beschäftigen soll, ist doch nur der Geist; die Materie ist doch nur Täuschung, ist nur eine Maja. Ganz extrem geht solch ein Mensch soweit, indem er das materielle Leben sogar leugnet. Diese Menschen erkennen zwar den Geist an, leugnen aber die Materie. Nennen wir die Weltanschauung solcher Menschen Spiritualismus.

Kann man sagen, dass die Spiritualisten recht haben? Über das Geistige werden sie bestimmt außerordentlich Richtiges zutage fördern können. Doch über das Materielle und seine Gesetze? Das ist schwer vorstellbar. Kann man behaupten, dass die Materialisten mit ihren Behauptungen recht haben? Ja, über die Materie und ihre Gesetze werden sie vielleicht außerordentlich Nützliches und Wertvolles zu sagen haben. Sobald sie aber über den Geist sprechen, dann werden sie vermutlich nur Unsinn verzapfen. Wir können also an dieser Stelle festhalten: Für ihre Gebiete haben die Bekenner dieser Weltanschauungen recht.

Die Welt um uns herum

Nun gibt es auch Menschen, die sagen: Ja, ob es nun in der Welt der Wahrheit nur Materie oder nur Geist gibt, darüber kann ich nichts Besonderes wissen. Darauf kann sich das menschliche Erkenntnisvermögen überhaupt nicht beziehen. Klar ist nur das eine, dass eine Welt um uns ist, die sich ausbreitet. Ob das wirklich, wie es die Chemiker, die Physiker sagen, die Atome der Materie sind, das weiß ich nicht. Ich erkenne aber die Welt an, die um mich herum ausgebreitet ist. Diese Welt sehe ich, über die kann ich denken. Ob ihr noch ein Geist zugrunde liegt oder nicht, darüber etwas anzunehmen, habe ich keine besondere Veranlassung. Ich halte mich an das, was um mich herum für mich erkennbar ist. Solche Menschen nennt man Realisten und ihre Weltanschauung Realismus. Auch für den Realismus kann man die scharfsinnigsten Gründe aufbringen.

Die Weltanschauung der Idealisten

Wieder andere Menschen könnten sagen: Um uns herum ist die Materie und die Welt der materiellen Erscheinungen. Aber die Welt der materiellen Erscheinungen ist eigentlich in sich sinnleer. Es muss nach der Anschauung solcher Menschen auch das Ideelle und das Ideale im Weltprozess enthalten sein. Diejenigen, die alles Irdische nur Mittel sein lässt für Ideen, die den Weltprozess durchdringen, kann man Idealisten nennen und ihre Weltanschauung Idealismus. Schönes und Großes ist von Idealisten vorgebracht worden. Aber mit diesem Idealismus kann man zum Beispiel die äußere Wirklichkeit, die äußere Realität des Realisten nicht erklären.

Vier nebeneinander berechtigte Weltanschauungen

Wir haben jetzt schon vier nebeneinander berechtigte Weltanschauungen, von denen jede ihre Bedeutung hat für ihr besonderes Gebiet. Zwischen dem Materialismus und dem Idealismus ist ein gewisser Übergang. Der besteht darin, dass Menschen Wissenschaften nur dann anerkennen, wenn darin Mathematik enthalten ist. Das heißt, man kann vom Materialisten zum Rechenknecht des Universums werden, indem man nichts anderes gelten lässt als die Welt, angefüllt mit materiellen Atomen. Sie stoßen sich, wirbeln durcheinander, und man rechnet dann aus, wie die Atome sich bewegen oder auch nicht. Bei diesen Rechenarten kommen sehr schöne Resultate heraus, was bezeugt, dass diese Weltanschauung ihre volle Berechtigung hat.

Der ganz extreme Materialist könnte nun einwenden: Nein, ich rechne auch nicht; denn das setzt schon einen Aberglauben voraus, nämlich den, dass ich annehme, dass die Dinge nach Maß und Zahl geordnet sind. Wenn sich nun ein Mensch ein wenig über diesen groben Materialismus erhebt, wird er ein mathematischer Kopf. Er lässt nur das als wirklich gelten, was in Rechenformeln gebracht werden kann. Das ergibt eine Weltanschauung, die eigentlich nichts gelten lässt als die mathematische Formel. Man kann diese Weltanschauung Mathematizismus nennen.

Es gibt noch mehr Ideen

Dann haben wir Mitmenschen, die sich vielleicht sagen: Mathematisch ist nun einmal doch die Welt angeordnet. Warum sollten, wenn mathematische Ideen in der Welt verwirklicht sind, nicht auch andere Ideen in der Welt verwirklicht sein? Es leben doch Ideen in der Welt. Aber er lässt nur diejenigen Ideen gelten, die er findet, nicht solche Ideen, die er von innen heraus, etwa durch Intuition oder Inspiration erfassen würde. Für ihn existieren nur diese Ideen, die er von den äußerlich sinnlich-realen Dingen abliest. Ein solcher Mensch wird Rationalist genannt, und seine Weltanschauung Rationalismus. Lässt man zu den Ideen, die man findet, auch noch diejenigen gelten, die man aus dem Moralischen, aus dem Intellektuellen heraus gewinnt, dann ist man schon Idealist. So geht ein Weg von dem grobklotzigen Materialismus über den Mathematismus und Rationalismus zum Idealismus.

Wesen, in denen Ideen leben

Bei dem Idealismus bleiben wir aber nicht stehen. In unserer Zeit finden sich einige Menschen, die den Idealismus zu steigern versuchen. Sie finden Ideen in der Welt und denken, dass deshalb auch eine Wesensart in der Welt vorhanden sein muss, in der Ideen leben können. Denn in irgendeinem äußeren Ding können keine Ideen leben. Ideen können auch nicht gleichsam in der Luft hängen. Wer einsieht, dass Ideen, wenn sie überhaupt da sein sollen, an ein Wesen gebunden sind, das Ideen eben haben kann, der wird nicht mehr bloßer Idealist sein, sondern er schreitet vor zu der Annahme, dass die Ideen an Wesen gebunden sind. Er wird Psychist, und seine Weltanschauung ist der Psychismus.

Wenn jemand Psychist ist und geneigt, weil er Erkenntnismensch ist, die Welt kontemplativ zu betrachten, also mittels eines intensiven meditativen Erkenntnisprozesses, so erkennt er vielleicht, dass er in der Welt Psychisches voraussetzen muss. In dem Augenblick aber, wo er nicht nur Erkenntnismensch ist, sondern Sympathie für das Aktive, für das Tätige, für das Willensartige in der Menschennatur entwickelt, wird er feststellen: Es genügt nicht, dass Wesen da sind, die nur Ideen haben können; diese Wesen müssen auch etwas Aktives haben, müssen auch handeln können. Das ist aber nicht zu denken, ohne dass diese Wesen individuelle Wesen sind. Das heißt, in diesem Moment der Erkenntnis steigt der Psychist auf von der Annahme der Beseeltheit der Welt zu der Annahme des Geistes oder der Geister in der Welt.

Ein Geist oder mehrere?

Demjenigen ist in diesem Moment vielleicht noch nicht klar, ob er einen oder mehrere Geistwesen annehmen soll, aber er steigt auf vom Psychismus zum Pneumatismus, zur Geistlehre. Ist einer Pneumaist geworden, so kann er es verwirrend finden, von einem einheitlichen Geist, von einem einheitlichen Pneuma zu reden. Und er kommt dann vielleicht allmählich dazu, sich von den Geistern in unterschiedlichen Hierarchien eine Vorstellung bilden zu können. Er wird dann im echten Sinne Spiritualist.

Wenn wir Spiritualisten sind, kann es passieren, dass uns die Menschen sagen: Warum so viele Geister? Es gibt einen einheitlichen Allgeist! Wer sich tiefer auf die Sache einlässt, der weiß, dass dieser Einwand mit diesem vergleichbar ist: Du sagst, dort sind zweihundert Mücken. Ich sehe aber keine zweihundert Mücken, ich sehe nur einen einzigen Mückenschwarm. Genau so würde sich der Anhänger des Pantheismus verhalten. Der Spiritualist sieht die Welt erfüllt mit den Geistern der Hierarchien; der Pantheist sieht nur den einheitlichen Allgeist.

Leipniz fand das Reale

Nun gibt es noch eine andere Möglichkeit zu der Annahme zu kommen, dass es gewisse geistige Grundwesen in der Welt gibt. Ein solcher Mensch war zum Beispiel Leibniz, der berühmte deutsche Philosoph. Leibniz fand das Reale, suchte das Reale. Er war der Anschauung, dass es ein Wesen gibt, das in sich die Existenz bilden kann, wie zum Beispiel die Menschenseele. Aber er machte sich nicht weitere Begriffe darüber. Er sagte sich nur, dass es ein solches Wesen gibt, das in sich Vorstellungen über eine Existenz bildet. Das ist für Leibniz eine Monade. Und er sagte sich: Es muss viele Monaden geben und Monaden von unterschiedlichster Klarheit. Es gibt Monaden, die träumen, es gibt Monaden, die wache Vorstellungen in sich entwickeln, kurz, Monaden der verschiedensten Grade. Ein solcher Mensch reflektiert in der Welt das Geistige nur unbestimmt. Er nennt es Monade, das heißt, er kümmert sich nur um den Vorstellungscharakter, als wenn man sagen würde: Ja, Geist, Geister sind in der Welt; aber ich beschreibe sie nur so, dass ich sage, sie sind verschiedenartig vorstellende Wesen. Damit ist der Monadismus ein abstrakter Spiritualismus.

Es kann aber auch Menschen geben, die sich nicht bis zur Monade erheben, sondern überzeugt sind, dass die äußere Realität von Kräften beherrscht wird. Wenn zum Beispiel ein Stein zur Erde fällt, so sagen sie: Da ist die Schwerkraft. Wenn ein Magnet Eisenspäne anzieht, so sagen sie: Da ist die magnetische Kraft. Sie begnügen sich nicht bloß damit zu sagen: Da ist der Magnet – sondern sie sagen: Der Magnet setzt voraus, dass übersinnlich, unsichtbar die magnetische Kraft vorhanden ist, die sich überall ausbreitet. Man kann eine solche Weltanschauung bilden, die überall die Kräfte zu dem sucht, was in der Welt vorgeht, und kann sie Dynamismus nennen.

An Kräfte zu glauben, ist Aberglaube

Doch nicht genug damit: Man kann auch sagen: Nein, an Kräfte zu glauben, das ist Aberglaube! In diesem Falle bleibt man bei dem stehen, was sich real um uns herum ausbreitet. Wir kommen also auf diesem Wege vom Spiritualismus über den Monadismus und Dynamismus wiederum zum Realismus. Nun kann man aber auch noch etwas anderes machen. Man kann sagen: Gewiss, ich halte mich an die Welt, die mich ringsherum umgibt. Aber ich behaupte nicht, dass ich ein Recht habe, zu sagen, diese Welt sei die wirkliche. Ich weiß nur von ihr zu sagen, dass sie mir erscheint. Ich habe kein Recht, von ihr mehr zu sagen. Ich rede nicht davon, dass diese Welt von Farben und Tönen die wahre ist. Denn sie entsteht dadurch, dass sich in meinem Auge gewisse Prozesse abspielen, die sich mir als Farben zeigen und dass sich in meinem Ohr Prozesse abspielen, die sich mir als Töne zeigen. Sie ist eine Welt der Phänomene. Phänomenalismus ist die Weltanschauung, um die es sich hier handeln würde.

Man kann noch weiter gehen: Die Welt der Phänomene haben wir zwar um uns herum, aber alles, was wir diesen Phänomenen zugeordneten, haben wir selbst zugeordnet. Wir haben uns das ausgedacht. Berechtigt ist aber nur das, was uns die Sinne sagen. Diese Weltanschauung kann man Sensualismus nennen. Und dann schließt sich der Kreis, indem wir wieder bei dem Menschen ankommen, der sagt: Ihr könnt noch so scharfsinnige Gründe für die Sinne anführen, ich bleibe auf dem Standpunkt, es gibt nur das, was so aussieht wie das, was was sich zeigt. Nur das lasse ich als Materie gelten. Wir sind also wieder beim Materialismus angekommen.

Für jede Weltanschauung scharfsinnige Gründe

Es ist möglich, für jede einzelne der Weltanschauungen die scharfsinnigsten Gründe vorzubringen, es ist möglich, sich auf den Standpunkt jeder einzelnen dieser Weltanschauungen zu stellen und mit scharf-sinnigen Gründen die anderen Weltanschauungen zu widerlegen. Man kann zwischen diesen Weltanschauungen noch andere ausdenken. Deutlich wird: Will man die Welt verstehen, dann muss man wissen, dass man sie durch diese zwölf Eingangstore betritt und kennenlernt. Es gibt nicht nur eine Weltanschauung, die sich verteidigen lässt, die berechtigt ist, sondern es gibt davon zwölf.

 

Kenne ich mein Verhältnis zu mir selbst und zur Außenwelt, so heiß’ ich’s Wahrheit. Und so kann jeder seine eigene Wahrheit haben, und es ist doch immer dieselbige.

Johann Wolfgang von Goethe

Die Welt lässt sich nicht von dem einseitigen Standpunkt einer Weltanschauung, eines Gedankens aus betrachten, sondern die Welt enthüllt sich nur dem, der weiß, dass man um sie herumgehen muss. Denkerisch sind alle zwölf verschiedenen Standpunkte voll berechtigt. Für den Denker gibt es nicht nur eine, sondern zwölf gleichberechtigte Weltanschauungen. Gleichberechtigt sind sie deshalb, weil sich für jede gleich gute Argumente vorbringen lassen. Haben wir das verstanden, können wir darauf verzichten, dem anderen seine Weltsicht vorzuwerfen, sondern können wertschätzen, dass ein jeder einen berechtigten Blick auf die Komplexität dieser Welt wirft.

Ritter an der Tafelrunde

In der Summe haben wir das Bewusstsein, dass wir gewissermaßen, wie Arthurs Ritter, an einer Tafelrunde zusammenstehen. Uns eint das Sein, die Mitte. Zu Ende gedacht, sind wir eine Gemeinschaft, die sich aus Einzelnen zusammensetzt, die sich wechselseitig hervorragend ergänzen. Schaue ich mich um in der Welt, dann ist das wohl das größte Geheimnis, was die meisten Menschen noch für sich entdecken müssen. Egal, ob sie nun Materialisten oder Spiritualisten sind. Vielleicht hilft ja auch dieser Beitrag dabei, ein neues Gemeinschaftsbewusstsein zu etablieren. Das gelingt vor allem dann, wenn von den zwölf Weltanschauungen viele wissen. Drum teile diesen Beitrag bitte, wenn Du verstanden hast, um was es geht. Ich danke Dir dafür und für Deine Begleitung durch die zwölf Weltanschauungen.

Quelle: Rudolf Steiner, Der menschliche und der kosmische Gedanke, Vortrag 2

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